Zurück
Nächste

In der Welt der Videospiele

Im August finden zwei Film-Umsetzungen den Weg auf die Konsolen: Während The Lost World: Jurassic Park zeitnah zum Leinwand-Spektakel auf der PSone erscheint und den gängigen Klischees eines mittelmäßigen Lizenzschnellschusses entspricht, ist das andere Spiel gegenüber seiner 1995er-Vorlage ein paar Jahre zu spät dran – doch das stört niemanden. Denn GoldenEye 007 aus dem Hause Rare beweist, dass Nintendos N64 auch ”erwachsene” Unterhaltung beherrscht: Der Ego-Shooter spielt sich flott, macht technisch eine gute Figur und wartet nicht zuletzt mit vorbildlichen Mehrspieler-Modi auf – die Zockerwelt ist davon begeistert. Die ganze Zockerwelt? Nicht ganz, denn eine rebellische Region namens Deutschland will von James Bonds Konsolen-Ausflug nichts wissen: Aufgrund der Ballerspiel-­Thematik verzichtet Nintendo hierzulande auf eine Veröffentlichung, eine Indizierung wird erwartet und folgt mit etwas Verzögerung tatsächlich: Erst im März 1998 landet GoldenEye auf dem Index, wo es bis heute verweilt, weil sich (wohl wegen lizenzrechtlicher Fragen) keiner darum kümmern will, es streichen zu lassen.

Weit weniger kontrovers ist der erste Knobler für das N64: ­Tetrisphere verlagert die Klötzchenknobelei aus der typischen Röhre auf eine Kugeloberfläche, Tetris-Urvater Alexey Pajitnov sorgt in ­beratender Funktion für Feinpolitur. Das ungewöhnliche Endresultat spielt sich spürbar anders als sein Namenspate, ist aber unterhaltsamer und vor allem einfallsreicher als die meisten werkstreuen Tetris-Neuauflagen.

SNK spendiert PSone-Besitzern in Japan eine Portierung der launigen Pixel-Ballerei Metal Slug, hat aber mit den Limitationen der eigentlich auf Polygon-Titel ausgelegten Konsole zu kämpfen: So wird anders als beim Neo-Geo auch mal mitten in den Levels nachgeladen – eine irritierende, aber zum Glück nicht entscheidende Macke.

Im Sommer zeichnet sich bereits ab, dass die Tage von Segas Saturn gezählt sind: Zwar wird in Japan mit Last Bronx und Langrisser IV gelungenes Prügel- beziehungsweise Taktik-RPG-Futter veröffentlicht, im Wes­ten dagegen verkünden bereits einige Firmen, dass ursprünglich angedachte Umsetzungen nicht mehr erscheinen werden. Nuclear Strike (von Electronic Arts) und Formel 1 (Psygnosis) bleiben ­dadurch PlayStation-exklusiv.

Zurück
Nächste

Hinterlasse einen Kommentar

neuste älteste
NikeX
I, MANIAC
Profi (Level 1)

Nuclear Strike habe ich zusammen mit einem Schulkollegen gespielt. Was haben wir Karten gezeichnet! Und durch gespielt!

Nightrain
I, MANIAC
Maniac (Mark III)

Kann mich noch sehr gut an die Zeit erinnern. Was hatte ich damals glänzende Augen und war gespannt was kommt …
Rückblickend muss man aber sagen, dass viele oder eigentlich alle 3D Games dieser Zeit extrem mies gealtert sind und heute nahezu unspielbar. Wobei das damals auch nicht anders war. Nintendo-Titel mal ausgenommen.

@Warcraft2:
“Zwar wird im Test angemerkt, dass die taktische Tiefe nicht mit japanischen Genrevertretern mithalten kann, im Gegenzug steigt damit aber die Zugänglichkeit.”
Japanischen Genrevertreter? Hab ich was verpasst? Rundenstrategie oder wie?
… ach ja, die 32-Bit Ära, die Zeit in der die westlichen Entwickler aus den Schatten der japanischen Kollegen getreten sind – zumindest auf den Konsole. Auf dem PC (und Amiga) waren diese Schatten ja nie wirklich da.

MadMacs
I, MANIAC
Profi (Level 3)

Die Zeit habe ich generell als goldene VideospielZeit in Erinnerung. Thunderforce V, Abe und Warcraft 2 hatte ich alle ausgiebig und gerne gespielt.

Rudi Ratlos
I, MANIAC
Maniac (Mark II)

Nur noch 7 Jahre warten, dann wird “Goldeneye” automatisch von der BPjM unter die Lupe genommen 😀 Dürfte dann wohl vom Index fliegen, nur wird dann kein Hahn mehr danach krähen.

Grossmeister B
I, MANIAC
Intermediate (Level 2)

Thunder Force V auf dem Saturn… Da werden Erinnerungen wach.
War ne coole Zeit, als die beliebten 2D-Serien mehr oder weniger erfolgreich in die dritte Dimension kamen. Bei Thunder Force war das sehr gelungen.