Film-Check: Five Nights at Freddy’s

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Dieser Artikel stammt aus der M! 363 (Dezember 2023).

MERING • Im Heimkonsolen-Bereich spielt die eher auf PC und ­Mobile-Geräten angesagte Gruselspiel-Serie Five Nights at Freddy’s – von Fans liebevoll als FNAF abgekürzt – eine sehr überschaubare Rolle. Erst 2019 und damit fünf Jahre nach dem eigentlichen Debüt tauchten die ersten paar Teile zuerst als Sammlung für Sonys PlayStation-VR-Brille auf, die ”normalen” 2D-Fassungen schlichen sich später weitgehend unbemerkt ein und der Ego-Abenteuer-Ableger Security Breach enttäuschte 2021 qualitativ. Vor allem in den USA hat das dem Mythos aber kaum geschadet: Dort konnte die inzwischen über neun Hauptepisoden gehende Reihe zwar auch nicht unbedingt Mainstream-Bekanntheit, aber doch eine sehr treue Fanbasis für sich gewinnen. Nicht zuletzt, nachdem prominente YouTuber FNAF für sich entdeckten und neben Let’s-Play-Videos die Analyse der zunehmend verworrenen Hintergrundgeschichte populär machten. Kein Wunder, dass daraufhin auch andere Medien von den markant-schaurigen Animatronik-Puppen in Form zahlreicher Comic- und Buchprojekte gekapert wurden, sowie dem nun auf Blu-ray veröffentlichten Kinofilm, der im vergangenen Oktober in seiner Heimat um ein Haar diverse Einspielrekorde am Startwochenende aufgestellt hätte.

Wie in den Spielen nimmt beim FNAF-Streifen der nächtliche Wachmann-Job in einem heruntergekommenen Familienrestaurant, in dem mechanische Kreaturen ihr Unwesen treiben, eine zentrale Rolle ein. Das wird hier aber durch paranormale Aspekte und Nebenhandlungen erweitert, die das Ganze fachfremden Zuschauern nicht unbedingt zugänglicher machen. Die Story ist ohnehin vor allem Mittel zum Zweck, denn von den Machern wird offen zugegeben, dass sich Five Nights at Freddy’s konsequent an die Fans richtet. Die dürften an der authentischen Inszenierung der bekannten Figuren und Umgebung sowie allerlei Easter Eggs ausreichend Gefallen finden. Ziemlich kurz kommt dagegen der weitgehend nur angedeutete Gewaltaspekt, schließlich musste eine niedrigere Alterseinstufung für den kommerziellen Erfolg her. Für die Darstellerriege konnten ein paar leidlich prominente Namen gewonnen werden: Hauptfigur Mike wird von Josh Hutcherson (Peeta in den ”Hunger Games”) verkörpert, ”Scream”-Urgestein Matthew Lillard übernahm eine kleine, aber relevante Rolle. Letztlich ist FNAF recht belanglose, aber gut verdauliche Gruselkost und fraglos immer noch weit über dem Niveau etwa der Uwe-Boll-Werke. Trotzdem verpasst Ihr nichts, wenn Ihr nicht gerade große Fans der Reihe seid.