Filmkritik: Gran Turismo

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Dieser Artikel stammt aus der M! 360 (September 2023).

MERING • Sonys neuer Kinostreifen Gran Turismo inszeniert ­effektreich die wahre Geschichte rund um Jann Mardenborough. Ein junger Brite, der mit der gleichnamigen Rennspielserie auf der PlayStation seine virtuellen Runden drehte und dadurch zum echten Rennfahrer wurde. Sein Können im Spiel ermöglichte es ihm, 2011 die ”GT Academy” zu absolvieren – das damalige Nachwuchs-Programm von Nissan. In seiner weiteren Laufbahn trat er in GT3-Wagen, Formel 3 und schließlich auch in Le Mans an. Genau diesen Werdegang fängt Regisseur Neill Blomkamp (”District 9”, ”Elysium”, ”Chappie”, ”Demonic”) mit viel Interpretation und Klischee ein. Archie Madekwe (in der Rolle von Mardenborough) wird durchweg als Underdog dargestellt, der sich in der harten Rennwelt gegenüber seinen privilegierteren Kontrahenten beweisen muss. Sehr frei interpretiert ist auch Mardenboroughs folgenschwerer Unfall, der erst viel später in seiner Karriere stattfand. Dennoch ein dramatischer Moment, der dem Film einen ernsteren Anstrich verleiht. Für mehr Heiterkeit sorgt dagegen Teamchef Jack Salter, dargestellt von David Harbour. Der aus ”Stranger Things” bekannte Star gibt den grummeligen Ziehvater, den nichts erschüttert und der immer einen sarkastischen Spruch auf den Lippen hat. Ein wenig blass wirkt dagegen der Manager Danny Moore, verkörpert von Orlando Bloom.

Rennexperten bemerken auch so manche Filmfehler: Oft genug wird der Drehort am Hungaroring als andere Rennstrecke verkauft. Ebenso sind Rennergebnisse häufig aus dramaturgischen Gründen geschönt. Wirklich gut eingefangen sind dagegen die packenden Rennszenen, in denen das Spiel in die Wirklichkeit morpht. Zudem beeindrucken die waghalsigen Hubschrauber-Aufnahmen. Allerdings kommt das Racing selbst etwas zu kurz und der Streifen wirkt unterm Strich etwas gehetzt. Auch, weil er sich wenig Zeit für ruhige Momente nimmt. Handwerklich ist der Film also verbesserungswürdig, dennoch bleibt er inspirierend für den Zuschauer. Denn Sim-Racing kann durchaus zu einer Karriere im Rennsport führen, auch wenn dies sehr unwahrscheinlich scheint.

 

 

 

2 Kommentare
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Morolas
18. Oktober 2023 21:13


hab davids kritik auch gesehen aber nach anderen feedbacks ist es doch nicht so trivial wie david sagt.
ist geschmacksache und ich werde dann meine eigene meinung bilden wenn die blu ray eintrifft.
Danke maniacs für die kritik.
bin mal gespannt wie es mir einfährt 😉

schweini
16. Oktober 2023 23:20

https://youtu.be/wWczSwVeFrk?si=SNZgSQawh9TfGjb8

BeHaind bringt es auf den Punkt. Wird aus Sammelgründen vielleicht angeschafft.