
Dieser Artikel stammt aus der M! 360 (September 2023).
MALAGA • Neben stereoskopischer 3D-Grafik und Surround-Sound gelten Motion Capturing, Force-Feedback und haptisches Empfinden als die Schlüsselelemente für realistische, immersive Spielerlebnise der Zukunft. Weltweit tüftelt man an Peripherie, die Bildschirm-Action nicht nur seh- und hör-, sondern auch fühlbar macht. Ansätze wie der mit biometrischen Sensoren, EMS- und TENS-gespickte Teslasuit sind zwar im Forschungseinsatz, aber noch immer viel zu teuer und werden von Spieleherstellern deshalb ignoriert. Eine Ubisoft-Kooperation mit der spanischen Firma OWO will das ändern. Die Partner gaben Mitte Juli bekannt, dass ”einige der Top-Spiele” des größten europäischen Game-Konzerns das ”Haptic Gaming System” von OWO unterstützen, angefangen mit Assassin’s Creed: Mirage.
OWOs Haptik-System ist eine Reißverschlussweste, die eng wie eine zweite Haut anliegt, und nicht mit Vibration, sondern elektrischen Impulsen auf zehn Regionen des Oberkörpers, des Rückens und der Arme wirkt. Das batteriebetriebene und kabellose Kleidungsstück kann seit Anfang 2023 vorbestellt werden und funktioniert laut Hersteller mit den erfolgreichsten VR- und Online-Spielen, darunter Half-Life Alyx, Beat Saber, Pistol Whip, Arizona Sunshine, Apex Legends, PUBG, CS Go, Rocket League, Valorant, Fortnite, Among Us und The Forest. 500 Euro müssen PlayStation- und Xbox-, PC-, Smartphone- und Tablet-Spieler für die auf 2.000 Stück limitierte ”Founder”-Edition des OWO-Systems zahlen: ein knapp 600 g leichtes, elektrodenbestücktes Oberteil (in neun Größen erhältlich), ”OWO Device” (Bluetooth-5.2-Sender, USB-C-Akku) und Konfigurations-App für Android, iOS und Windows, die als Fernbedienung und zur Kalibrierung der einzelnen Elektroden und 30 verschiedenen Empfindungen dient. Je nach Anwendung spürt der Träger ”Wirkungen” (von Insekten- bis Messerstich), ”Interaktionen” (Griffe, Kollisionen, Waffenrückstöße) und ”Eindrücke”, vom zarten Windhauch bis zum freien Fall.
Die kleinste Einheit eines haptischen Impulses bezeichnet OWO als ”Microsensation” und fügt mehrere in schneller Folge zusammen, um etwa einen Feuerwaffentreffer von vorne oder den Austritt der Kugel am Rücken zu simulieren. Mit OWO-Elektroschocks lassen sich aber auch friedliche Empfindungen erzeugen, versprechen die Hersteller, Streicheleinheiten oder eine herzhafte Umarmung. Das OWO Haptic Gaming System erhielt bereits 2022 den CES-Innovations-Preis und wird danach auf weiteren Messen gezeigt (in diesen Tagen in Halle 10.1 der gamescom), doch bislang besitzt noch keine Redaktion und kein Influencer die Weste. Die ”ACM Edition Skin” und der Schulterschluss mit einer der meistverkauften Actionserien könnten das ändern und Haptik in den Spiele-Mainstream bringen.









Altgediente aufmerksame Man!ac Werbe-Anzeigenleser werden sich viell. noch an einen Art Weste/Rucksack erinnern, der mit Rumble- Funktion ausgestattet war. Kennt Ihr jemand, der so eine hatte oder hat?
Neugierig wäre ich schon, wie sich das tatsächlich anfühlt. Aber wie schon von Rudi erwähnt, müsste die Liste der unterstützten Spiele um einiges länger sein um für so was hunderte von Euro auszugeben. Um überhaupt mal darüber nachzudenken so viel auszugeben.
Find die Idee ziemlich cool, aber die unterstützten Spiele dürften sich ja leider in Grenzen halten. Die obige Liste liest sich recht dünn.
Ich warte lieber noch etwas auf die Surrogates Edition mit Biofeedback und Schmerzregulator…
Habe mir zwei bestellt. Für unbegrenzten Spielspaß, wenn eine in der Wäsche liegt…