Die Sony-Connection
Kostenlos zum Üben, aber nicht billig, wenn man sie für kommerzielle Projekte nutzt, wird die Unreal Engine über ihre zweite (2002) Fassung und hardwareunabhängig über die dritte Version (2006). Die ersten UE-Konsolenspiele sind um die Jahrtausendwende PS2-Umsetzungen von 3D-Action-Titeln, Unreal Tournament, Rune, Deus Ex. Unter den jüngsten Produktionen fallen uns so unterschiedliche Titel wie Biomutant, Minecraft: Dungeons und Crash Bandicoot 4 ein. Kurz gesagt: UE läuft auf fast jeder Plattform von Last-Gen-Geräten über iOS- und Android-Smartphones bis hin zu den gegenwärtigen Konsolen. Sieht man genau hin, fällt eine Ausnahme auf: Epic sind alle Geräte gleich, doch die PS5 ist gleicher!
So wurde die UE5-Enthüllung vor einem Jahr geschickt und konsequent mit der PS5-Preview- und Pressearbeit synchronisiert, Horizon-Heldin Aloy ballert in Epics Fortnite und mehrfach verweist Epic-Geschäftsführer Tim Sweeney auf die nächste PlayStation als optimale Konsole: ”Mit Sony arbeiten wir super eng.” Der demonstrative Schulterschluss zwischen amerikanischer Engine- und japanischer Hardware-Schmiede geht einher mit finanziellen Transaktionen: Im Juli 2020 zahlt Sony 250 Millionen US-Dollar für einen winzigen 1,4-prozentigen Anteil an Epic und schießt im April 2021 noch einmal 200 Millionen nach. An den Besitzverhältnissen ändert das nichts (mehr als 90 Prozent halten Sweeney und Tencent), führt aber zumindest zur expliziten Erwähnung und Lob ”der engen Beziehung” zwischen beiden Firmen. Laut Epic-Mitteilung ist Sony der dominante Geldgeber der letzten Finanzierungsrunde, die Epic 1 Milliarde US-Dollar einbringt und den Firmenwert auf fast 30 Milliarden US-Dollar hebt.







