Microsoft

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“Die Elektromyografie (oder -graphie) (EMG) ist eine elektrophysiologische Methode in der neurologischen Diagnostik, bei der die elektrische Muskel-Aktivität gemessen wird”, sagt Wikipedia.

Das Muskel-Aktivitäten Spannungen erzeugen können, fand bereits Francesco Redi 1666 heraus – beim Zitteraal. Satte 500 Volt kann der Fisch erzeugen, dank seiner elektrischen Organe, sogenannten Elektroplax – die im Grunde genommen nichts anderes als umgebildete Muskelfasern sind. Bereits im 19. Jahrhundert zeichnete man erstmalig elektrische Muskel-Aktivitäten auf. Die Methodik wurde immer weiter verfeinert; dass man mittels EMG auch Computer ansteuern kann, fand man ebenfalls bald heraus. Die NASA entwickelte Anfang 2000 einen Unterarm-EMG-Controller, mit dem man Flugeuge steuern konnte (siehe hier, Seite 15).

In Microsofts Laboren hat man das offenbar auch mitbekommen: Im Juli 2012 reichten die Redmonder ein Patent für einen “tragbaren, Elektromyografie-basierten Controller” ein. Laut Patentschrift, die IGN veröffentlichte, darf man sich diesen folgendermaßen vorstellen:

“Ein ‘tragbarer, Elektromyografie-basierter Controller’ umfasst eine Vielzahl von Elektromyografie (EMG)-Sensoren und verdrahtete oder drahtlose Mensch-ComputerSchnittstellen, um mit Rechnersystemen und den angeschlossenen Geräten über elektrische Signale zu interagieren, die durch spezifische Muskel-Bewegungen des Benutzers erzeugt werden.”

Während das Tragen eines EMG-Armbandes noch erträglich erscheint (siehe Bild), ist die Vorstellung, sich vor jeder Spiele-Session mit Sensoren zu bestücken, weniger erquickend. Die Patentschrift schlägt aber auch vor, dass man die Sensoren auf Kleidungsstücke applizieren könnte.

Frage ist, ob Microsoft ihren Glauben an Kinect verloren hat – denn der EMG-Controller sieht wie dessen genaues Gegenteil aus: Statt berührungsloser Bewegungserkennung bei Kinect, “berührt” einen dieser Controller doch geradezu mannigfaltig vermutlich aber auch präziser. Ob die Technik jemals umgesetzt wird, ist -wie so oft bei Patenten- fraglich. Dennoch hat die Technik Potential – was haltet Ihr vom EMG-Controller?

Anbei ein Beispiel für einen EMG-Controller in Aktion – die Steuerung eines Roboterarms, Universität Berkeley, 2009

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Seska1973
20. September 2012 22:22

Leute, es muss ja ned 100% für ein Spiel genutzt werden. Seht es doch mal an Kinect. Am Anfang wars wie geschnittenes Brot verkauft. Aber wo sind Sie hin? Richtig. Einige “”Unis”” haben Sich damit eingedeckt, weil es eine einfache Programmierbare Tiefeinsensor 3D Kamera ist. Genau richtig für z.b. Roboter Projekte, Autonomes fahren usw…Also, Wenn Sie es richtig anstellen (und ich meine nicht nur Microsoft, sondern auch die anderen) ist es auch außerhalb der “”Gamming Scene”” ein ErfolgBeispiel? Schaut euch mal einige “”Future”” Animes an. Diese 3D Bildschirme aus dem Nichts… noch konkreter? Accel World, Sword Arts Online, .hack usw… Sind diese “”Fantasien”” eines Tages Realität? Wenn nebenbei was zum Spielen herauskommt, freut es nur den Budget der FirmenBedenkt, Internet fing ja auch erst als “”Militärische Einrichtung”” an. und was ist es heute? Zugang zum Wissen… oder auch ned. Das Liegt in der Hand des NutzersSorry, das ich wieder die Moral Keule ausgepackt habe

16 Million Shades of Colour
20. September 2012 21:09

[b]””Innovative”” Steuerung mit ganz neuem “”Spielgefuehl”” zum Selbstfriemeln: [/b]1 x C-64 +1 x Competition Pro +1 x Tube Gleitgel [b]Retro UND Inno in EINEM! [/b]””So hab’ ich das ja noch nie gespielt! X-} “”

20. September 2012 19:43

DIE COMPANIES KÖNNEN ES EINFACH NICHT LASSEN.Ich brauche solche Steuerungsinovationen nichtDie sollen anständige Controller bauen und eine brauchbare 3DBrille und das schickt schon.

captain carot
20. September 2012 18:13

Das funktioniert. Die Frage ist, funktioniert es bei Spielen und sieht MS das überhaupt für diesen Einsatzbereich vor.Immerhin haben die noch ein paar andere und größere Geschäftsfelder.

Anonymous
Anonymous
20. September 2012 18:10

Das sieht wie eine Idee aus die noch seeehr seeehr weit am Anfang liegt. Man bedenke allein den Kostenfaktor für sowas.

Asaziel
20. September 2012 17:23

Das kann doch nicht funktionieren.