Microsoft und EA: Laut FTC verstoßen gesponserte YouTube-Videos nicht gegen Richtlinien

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Zur kürzlich bekannt gewordenen Unsitte von Microsoft und Electronic Arts, für rein positive YouTube-Berichte über ihre Produkte zu bezahlen (wir berichteten hier, ebenso hier), äußerte sich jetzt die US-amerikanische Federal Trade Commission.

So erklärte die Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde gegenüber Polygon, dass diese Art von verdecktem Marketing nicht gegen die Richtlinien verstoßen würde – aber nur dann, wenn dem Kunden auch klar angezeigt wird, dass für die Lobhudelei bezahlt wurde.

Und was passiert, wenn dies nicht ersichtlich ist? Nicht wirklich viel, denn es wurde “nur” gegen die Richtlinien verstoßen, nicht gegen das Gesetz. Insofern erwartet die Firmen keine direkte Bestrafung. Das FTC kann -immerhin- eine Untersuchung beauftragen, ob Bundesrechte verletzt wurden. Dann sähe die Sache schon anders aus – allein, wegen einem “YouTuber” dürfte wohl noch keine Untersuchung in die Wege geleitet werden.

Neben Microsoft und EA fragte Polygon auch bei Sony, Activision und Nintendo nach, ob sie diese Form von “Stealth-Marketing” praktizieren würden, beziehungsweise dies nun weiterführen wollen.

Sony und Activision antworteten nicht, Nintendo wollte dies nicht kommentieren. Electronic Arts erklärte, alle Teilnehmer ihres -“Ronku” getauften –  Programms seien verpflichtet, dass ihre “gesponserten” Videos den FTC-Richtlinen entsprechen. Microsoft schob die Schuld quasi auf Machinima – es war ihnen angeblich nicht bewusst, das diese YouTube-Nutzer einbeziehen würden: “Microsoft was not aware of the terms and requirements that Machinima has in place with its content providers.”

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Walldorf
27. Januar 2014 19:09

Die Überschrift ist ein wenig irreführend. Das bezieht sich ja nicht konkret auf die beanstandeten Videos, schließlich steht in der News:””- aber nur dann, wenn dem Kunden auch klar angezeigt wird, dass für die Lobhudelei bezahlt wurde.””

Dulon
27. Januar 2014 17:32

Hm, zu behaupten es wäre hier nicht gegen das Gesetz verstoßen worden ist momentan zu weit hergeholt. Lediglich rechtliche Konsequenzen muss Microsoft wohl nicht befürchten.Es heißt in dem Artikel, dass die Richtlinien selbst keinerlei juristisches Gewicht haben. Sie beruhen aber auf entsprechenden Gesetzen. Wer also gegen die Richtlinien verstößt läuft auch Gefahr die Gesetze zu brechen. Und selbst wenn dies der Fall ist, schickt die FTC erst Warnungen raus und gibt die Chance, den Fehler zu beseitigen.Und das hat Microsoft auf jeden Fall getan. Rechtlich sind sie da anscheinend leicht auf der sicheren Seite. Insgesamt halte ich das Ganze trotzdem noch für sehr verwerflich/fahrlässig.

27. Januar 2014 16:58

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Sonderfall
27. Januar 2014 15:32

Da ist einer wie der andere …Das MS nicht gewusst haben will, wie Machinima da vorgeht, halte ich für eine Lüge. Das Statement von EA ist wertlos …

Kakyo
27. Januar 2014 15:28

Auf gut deutsch: Sie machen es auch, haben sich aber noch nicht erwischen lassen ;D

Lofwyr
27. Januar 2014 15:17

“”Sony und Activision antworteten nicht, Nintendo wollte dies nicht kommentieren.””Auf gut deutsch: Sie machen es auch, wollen es aber nicht zugeben.

Tomatenmann MofD
27. Januar 2014 14:45

Ah jaaaaaa XD. Keiner will es wieder gewesen sein ^^. Ich lobe Spiele nich immer wenn sie mir gefallen obwohl Nintendo ja auch alles andere als Let´s Playerfreundlich ist.