Molyneux fordert mehr “Stars” in der Spielebranche: “Dann gäbe es auch weniger Fortsetzungen”

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Spiele sind, ähnlich wie Filme, Gesamtkunstwerke: Bekanntlich arbeiten an ihnen ein Heer von hochtalentierten Programmierern, Designern, Grafikern und Musikern, doch nur die wenigsten von ihnen sind der Öffentlichkeit bekannt. Ein Fehler, sagt Peter Molyneux, der selbst zum illustren Kreis eben jener “wenigsten” gehört – und sich dafür umso mehr im Licht der Öffentlichkeit sonnen darf (und will, wie man vermuten möchte).

Molyneux, einer der branchenweit vermutlich bekanntesten Entwickler-Persönlichkeiten, erklärte auf der BAFTA, dass es nicht genug Prominente in der Spielebranche gibt. Schuld daran sind zum einen die Publisher, wie auf Develop zu lesen ist: “Es ist noch gar nicht lange her, dass Publisher eine Menge der früheren, interessanten Charaktere in der Spiele-Industrie unterdrückt haben”, prangert er an. “Da gab es die Bitmap Brothers, die ziemlich gefeiert wurden [Anm.: Vor allem zu Amiga-Zeiten] – aber es war nicht im Interesse des Publishers, diese Menschen zu feiern. Wenn man solchen Stars mehr Vertrauen entgegenbringen würde, dann hätten wir vielleicht nicht so viele Fortsetzungen.”

Zum anderen liegt aber das Problem auch bei den Entwicklern selbst, erklärt er: “[…] was aber auch seit Längerem bekannt ist, und ziemlich traurig, dass viele Entwickler unglaublich pressescheu sind.” Als Beispiel führt er eine ehemalige Kollegin an: “Einer der tollsten Menschen, mit denen ich je gearbeitet habe, Louise Murray, Leiterin der Fable-Franchise, war pressescheu. Man braucht Menschen, die selbstbewusst und eloquent genug sind, um mit der Presse umgehen zu können, aber im Moment haben wir die nicht, was die Sache schwerer macht.”

Die haben wir nicht? Tatsächlich hat man das Gefühl, als wären Leute vom Schlage eines Cliff Bleszinski, dem man bekanntlich keinerlei pressescheu attestieren kann, nicht gerade in der Minderheit. Andererseits sind Typen wie er vielleicht auch dehalb so omnipräsent, weil viele andere Entwickler-Charaktere sich aus pressescheu nicht zu Wort melden. Um auch in Bezug auf die Fortsetzungsproblematik beim Beispiel Cliffy B. zu bleiben: Zeichnete er nicht für 3 Teile Gears of War verantwortlich, ist hier nicht der 4. Teil in Arbeit?

Strittige Thesen wiedermal – aber um solche war Molyneux ja noch nie verlegen.

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Equipo
14. Juni 2012 22:04

Ich kann dieses Molyneux gebashe auf dieser Seite nicht mehr sehen…@ PiotrikDu würdest also am liebsten immer noch XOX oder Pong spielen. 😉

DonCurrywurst
14. Juni 2012 21:57

[quote=Kamek]Ohne Miyamoto, Molyneux, Inafune, Cliffi B. und wie sie alle heißen wäre mein Lieblingshobby sehr viel langweiliger.[/quote]Genau so, danke 😀

henning
14. Juni 2012 19:19

Recht hat der gute Mann.

Pariah
14. Juni 2012 16:48

: Stimmt, Max Payne 3 ist ziemlich gut. Aber die Forderung nach Innovation im Spielebereich mit sozialer Verwahrlosung und Nerdtum gleichzusetzen doch ein wenig gewagt, oder? Keine Ahnung, welche kruden Klischees von lichtscheuen Videospieleremite

Piotrik
14. Juni 2012 16:00

Und Max Payne3 ist jawohl der Hammer.Als Beispiel zu einer Fortsetzung.Ganz ehrlich, Leute die immer wieder was neues fordern das total anders ist sollten mal versuchen ein wenig mehr abwechslung asserhalb der Videspieledimension zu finden.Versucht es doch mal mit richtigen Menschen die, bieten was Neues! So ein Gespäch von Angesicht zu Angesicht ist sehr spannend!

Piotrik
14. Juni 2012 15:53

Ey sorry aber die Froschbacke geht mie echt auf den Keks!

temp
14. Juni 2012 15:06

Ich kann wirklich nicht verstehen, warum man sich über seine Präsenz hier in den M!news ,so aufregen kann.Wenn man es nicht lesen will, kann man es überspringen.

tetsuo01
14. Juni 2012 14:20

Eigentlich sind mir diese Typen alle ziemlich wurscht. Molyneux ist sowieso so ne Mediengeile Tunte.Ein wirklich sympathischer Typ ist Lorne Lanning. Der Antwortet sogar prompt auf Fragen im Facbookchat.

dmhvader
14. Juni 2012 14:20

Meine Meinung: Unsere “”Spielegötter”” haben geniale Spiele zu machen und sollten unnötige Labereien (siehe oben) in der Presse vermeiden!

Asaziel
14. Juni 2012 14:16

@Don CurrywurstDem ist einfach nichts mehr hinzuzufügen.

DonCurrywurst
14. Juni 2012 14:08

Also ich würde mich über mehr Leute vom Schlag wie Molyneux freuen. Mir ist er immer noch sehr sympathisch.[quote=Asaziel]Ein paar gibt es schon. Jade Raymond zum Beispiel. Sie ist zwar keine Entwicklerin, aber immehin ist ihr Name Gamern und nicht nur denen in der Spielebranche ein Begirff.[/quote]Jap, weils ne Frau ist und männliche Gamer in dem Bereich nunmal etwas merkwürdig sind.

14. Juni 2012 13:32

Der einzige Star unter den Entwicklern heißt Shigeru Miyamoto und er hat sich diese Position auch redlich verdient. Kümmern tut es ihn vermutlich nicht die Bohne…

bitt0r
14. Juni 2012 13:25

der grund dafür ist halt, dass bei spielen alles “”hinter der bühne”” passiert. wenn mal stars geboren werden sind’s halt virtuelle, wie lara croft, der duke oder halt mario.aber ebenso sind beim film, abgesehen von regisseuren, z. b. talentierte kameraleute, beleuchter, cutter, kabelhalter… ja in der regel auch nicht prominent.mit anderen worten:ich weiß nicht, was dieses geschwurbel da oben soll…

Dr. Mario
14. Juni 2012 13:23

Ganz genau, das braucht die Spielebranche ja unbedingt: noch mehr Gestalten vom Schlage Molyneaux, Raymond und Konsorten, die den lieben langen Tag nichts weiter tun, als andauernd einem das Blaue vom Himmel zu versprechen. Sein Selbstbildnis “”selbstbewusst und eloquent”” lässt ja tief blicken…

Beeberman
14. Juni 2012 13:21

Ein bisschen geb ich ihm da schon recht. In Musik und Filmbranche gibt es ja viele bekannte Gesichter, im Spielebereich noch relativ wenige.Wobei ich mir gut vorstellen könnte, dass das besser wird 🙂

WNxKraid
14. Juni 2012 12:54

Vielleicht haben die Leute welche wirklich an den Spielen arbeiten einfach auch nur zu viel damit zu tun das aktuellste Projekt zum geplanten Zeitpunkt fertig zu stellen, so das nur die Leute die gelegentlich mal rein schaun und sagen: “”ist alles ok, weiter so”” die Zeit haben ihre Visage in jede Kamera zu halten und Dünnpfiff von sich zu geben.Allen voran Herr Moulinex. (und ja, Typo ist absicht)Für mich sind die wahren Spieleschöpfer die Menschen welche in mühevoller kleinarbeit Charaktäre, Modelle, Texturen, usw. erschaffen und zu einer Spielwelt zusammenfügen.Mag sein das der oben erwähnte Herr da früher mal dazu gehörte, aber mittlerweile sonnt der sich doch nur noch im Scheinwerferlicht.

Asaziel
14. Juni 2012 12:47

Ein paar gibt es schon. Jade Raymond zum Beispiel. Sie ist zwar keine Entwicklerin, aber immehin ist ihr Name Gamern und nicht nur denen in der Spielebranche ein Begirff.

14. Juni 2012 12:47

Ja genau…wie Molyneux oder Jaffe, die viel labern, aber nichts von dem versprochenen auf die Kette bekommen.