Oculus-Schöpfer: “Virtual Reality wird in einigen Jahrzehnten herkömmliche TVs ersetzen”

26
64

Natürlich muss Palmer Luckey das Oculus Rift kräftig bewerben – schließlich stammt die ursprüngliche Idee zum Virtual-Reality-Headset von ihm. Beim Interview mit MaximumPC auf der PaxEast lehnte er sich jedoch weit aus dem Fenster:

So erklärte er laut Gamespot, dass Virtual Reality in Zukunft traditionelle TV-Bildschirme ersetzen wird: “Ich denke, in einigen Jahrzenten wird es keine herkömmlichen Bildschirme mehr geben, weil sie nicht mehr praktikabel sind.”

Mit “praktikabel” meint er, dass VR-Geräte günstiger in der Herstellung und besser zu handhaben sind:“Warum in aller Welt würde man einen 60-Zoll-TV kaufen, selbst wenn er verdammt billig wäre, kosten der Versand und die Rohmaterialien eine Menge. Ein VR-Headset ist da sehr viel besser, es ist viel billiger und man kann es überallhin mitnehmen.”

Schließlich warf er ein altbekanntes Science-Fiction-Versprechen ins Gespräch – das allerdings auch schon andere Hersteller technischer Geräte von sich gaben, ohne es eingelöst zu haben: Die Virtual-Reality werde bald so weit sein, dass man zwischen real und virtuell nicht mehr unterscheiden könne.

Auf die Frage, ob dies nicht zur Isolation führe, wenn statt eines gemeinsamen Filmabends vorm TV jeder für sich eine VR-Brille aufsetzt, erklärte er: “Physisch isoliert, vielleicht. Aber ich denke, nicht sozial isoliert. […] Warum soll man sich Sorgen machen, ob man physisch isoliert ist, wenn man mental verbunden ist? Wenn man die Realität perfekt simulieren kann, warum sollte man dann noch Leute im realen Leben treffen?”

Zukunftsmusik, gewiss – aber man kann ja drüber diskutieren. Wo seht Ihr Euch in “einigen Jahrzehnten” spielen: Vor einem Super-Ultra-undsoweiter-HD-TV enormer Größe oder verborgen hinter einer VR-Brille à la Morpheus und Oculus?


26 Kommentare
neuste
älteste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
retro
19. April 2014 15:07

Ui, da hast du so was von recht. Den Großteil der Zeit ist es auch tatsächlich so, wenn ich aber jetzt einen Film wirklich genießen will, ist die Brille vielleicht die bessere Wahl.Ach, natürlich werden beide Versionen noch viele lange Jahre Seite an Seite weiterleben…

DS_Nadine
19. April 2014 1:23

Ein Fernseher läuft aber die meiste Zeit im Hintergrund während man irgendwas anderes macht oder einfach nur rumhängt. VR stell ich mir “”nebenbei”” sehr schwierig vor, das ist nur für eine bewusste gaming Session oder Filmabend geeignet,… zu denen ich im Alter eh immer weniger Zeit finde.

Piotrik
18. April 2014 12:05

Ich mag den Gedanken!Keine 2000€ für Monsterfernseher mit Giga Stromverbrauch sondern ein cooler Brillenhelm.Man stelle sich das Bild vor, wie mehrere Leute mit Helmen aufgesetzt in der Stube sitzen und lachend und miteinander schwatzend Games zocken oder sonstiges tun.Jeder trägt sein Gerät mit sich und stöpselt sich ein.

ChrisKong
17. April 2014 23:03

Für Singles und Solisten vielleicht ideal, aber in der Gruppe vor dem TV, da stinken solche Brillen einfach ab. Kosten die Dinger nicht viel, dann finde ich, können die eine sinnvolle Ergänzung sein.

Hitokiri
17. April 2014 18:46

[quote=bitt0r]

. hab auch kein bock mehr, übergroße glotzen aufzustellen.

[/quote] Wer zwingt dich denn einen 50 Zoll TV aufzustellen?? Gibt ja auch noch 15 Zoll “”große”” Fernseher. :)Also bitte, bei nem Fußball Abend mit mehreren will ich doch die Stimmung erleben, und nicht isoliert sein.

Hitokiri
17. April 2014 18:34

In 50 Jahren seh ich mich (mit Glück) am Wohnzimmertisch mit meinen Enkeln gemütlich analog Karten spielen :)Also ja, die technischen Entwicklung ist toll, aber das ich in meiner Lebenszeit so etwas wie einen Holoraum erlebe, der von der Realität nicht unterscheidbar ist, glaub ich nicht mal in meinen kühnsten Träumen. Ich konnte mal an der TU-München (Garching) einen Holo-Cave benutzen. Man bekommt eine Brille, die das auf 5 Wänden projektierte Bild entsprechend der Blickrichtung für mich ändert. Sprich man bewegt sich im Raum und sieht einen 3D Körper der sozusagen plastisch vor einem liegt. Beeindruckend, aber noch soooo weit weg von “”kein-unterschied-zur-Realität”” 🙂

captain carot
17. April 2014 14:54

: Geht aber explizit um die Aussage, dass VR Headsets Fernseher verdrängen sollen. Und das glaub ich nunmal absolut nicht.

NEROtheDEVIL
17. April 2014 11:52

Hehe ja genau… Glaub ich nicht das es so kommen wird. Schon alleine aufgrund der vielen Leute die es aus gesundheitstechnischen gründen nicht sehen können

bitt0r
17. April 2014 10:52

[quote=captain carot]

Nun bitt0r, ich weiß ja nicht, ob du alleine bist und nie mit anderen guckst/zockst etc., aber ein halbes Dutzend Brillen einerseits, OLED-Tapete andererseits, zukünftig mit Autostereoskopie, also ganz ohne Brille. Ich glaube nicht, dass VR sowas verdrängt.

[/quote]im Endeffekt läufts darauf hinaus, was jeder selbst für sich haben will und wenn es für mich vr-helm/brille tut, dann nehm ich eben das.wird halt dann genauso sein wie jetzt, dass es einerseits leute gibt die z. b. sagen “”ich spiel nichts auf handhelds, weil mir die zu fummelig und klein sind.”” und andere die sagen “”handhelds sind klasse und viel praktischer als stationäre konsolen, da spiel ich doch lieber da drauf.”” und wieder andere die sagen “”ich finde alles toll und nutze auch alles.””.

sansibal
17. April 2014 10:41

Ich trage schon eine Brille, als Kontaktlinsenverweigerer. Vielleicht kann die Brille der Zukunft auch gleichzeitig meinen Dioptrenkorrekturfaktor erkennen. Wäre bestimmt eine feine Sache, bezüglich Tragekomfort.

captain carot
17. April 2014 10:12

Nun bitt0r, ich weiß ja nicht, ob du alleine bist und nie mit anderen guckst/zockst etc., aber ein halbes Dutzend Brillen einerseits, OLED-Tapete andererseits, zukünftig mit Autostereoskopie, also ganz ohne Brille. Ich glaube nicht, dass VR sowas verdrängt.

bitt0r
17. April 2014 9:42

die ewig gestrigen hier wieder… gab ja einige erfindungen in den letzten jahrzehnten/jahrhunderten, für die man die jeweiligen erfinder für total verrückt hielt und heute sind diese erfindungen das normalste überhaupt.wenn so eine brille leicht genug ist und sich ohne beschwerden über einen langen zeitraum tragen lässt und die bilder direkt auf die netzhaut projiziert, hab ich da kein problem mit. vielleicht lässt sich das, was jetzt noch ein helm ist, in Zukunft auf normale brillengröße verkleinern. das wird das erlebnis nur noch mehr intensivieren. hab auch kein bock mehr, übergroße glotzen aufzustellen.

DonCurrywurst
17. April 2014 7:26

Dann werd ich nen Typen spielen, der auffem Sofa sitzt und Videospiele spielt 😀

ChrisKong
16. April 2014 23:22

Tendenziell gehen ja Forscher davon aus, dass sich immer nur 50% der möglichen Technologien durchsetzt.Das VR bislang nichts gerissen hat, wird gerne auf die Technik geschoben, glaube ich aber nicht unbedingt.Ein anderes Beispiel wäre die Videotelefonie. Theoretisch gibts das sogar schon lange. Aber selbst heute, wo mit schnelleren Datenverbindungen stabilere Übertragungen möglich sind, wirds eben kaum genutzt. Das man das Handy gewohnheitshalber ans Ohr hält, macht es ja auch irgendwo widersinnig, wenn da eine Kamera läuft, so genau will ich gar nicht wissen, wer sich die Ohren gewaschen hat und wer nicht.

retro
16. April 2014 20:27

In der Tat.Es reicht schon, sich manch alte Ausgaben durchzusehen. Vom etwas “”antikem”” Stil der Wortwahl, dem kargen Layout, den Händlerspalten mit wahnwitzigen Preisen und dann noch Artikel, die die immensen Speicherkapazitäten der Module loben, sind mehr als nostalgisch. Z.B.:[img=600×300comment image[/img]

captain carot
16. April 2014 20:13

@retrofreak:Schade, dass ich alle alten Playtime, Video Games etc. weggeworfen hab, denn da waren vor zwanzig Jahren schon Artikel zur “”glorious future of VR”” innerhalb der nächsten Jahre drin.Was bisher daraus geworden ist, oder auch aus interaktiven Fil

retro
16. April 2014 20:07

So, alle Posts in die Zeitkapsel und in einigen Jahrzenten wieder auspacken. Lachen oder langweilen, weil sozial isoliert =)

ChrisKong
16. April 2014 18:29

Es müsste richtigerweise heissen, ergänzen, nicht ersetzen. Für gewisse Anwendungen, why not. Aber, wenn ich mit Freunden und Familie einen Film schaue, dann gehört das mit dazu, dass ich deren Reaktion eben auch mitkriege. Das nennt sich Gemeinschaftserlebnis. Beim Zocken dasselbe. Darum ist das mit dem Ablösen einfach sehr unwahrscheinlich.

Mettmardigen
16. April 2014 18:17

Son quatsch, das glaub ich auch nicht

Lofwyr
16. April 2014 17:24

Sich eine Brille vors Gesicht schnallen ist ja so viel praktischer als eine Glotze die in der Ecke steht.

Zetsubouda
16. April 2014 17:19

[quote]Wo seht Ihr Euch in “”einigen Jahrzehnten”” spielen?[/quote]In einer Holzkiste mit Würmern…wobei die dann wohl eher mit mir ‘spielen’ werden. ^^Glaube persönlich nicht daran, dass VR die echte ‘Verbindung ersetzen kann.Der Mann hat anscheinend zu oft ‘Surrogates’ gesehen.Für die Unterhaltung erwarte ich noch winzigere Geräte und noch flachere Schirme.Womit der Übergang zu Projektionen frei wäre. Im Sci-Fi–Bereich als Holoschirm (bzw. -deck) bekannt. :PQuasi “”Mittendrin statt nur davor””.

captain carot
16. April 2014 17:14

In zehn, zwanzig Jahren tapeziert man einen dünnen OLED Film an die Wand, der den TV darstellt oder hängt ihn wie ein Poster auf.VR-“”Helme”” werden dagegen fü den Massenmarkt immer zu kompliziert sein. Obwohl, es wäre bestimmt lustig, wenn die Leute beim Filmabend mit VR Headset auf den Pott gehen.

Tomatenmann MofD
16. April 2014 16:42

In einigen Jahrzehnten =D..na das ist aber mal keine kleine Zeitspanne ;D….keine Sau weiß was bis dahin is.

Fuffelpups
16. April 2014 16:38

Ich finde schon das VR nun endlich wirklich gut werden kann aber das den TV ablösen wird glaube ich nicht. Problem ist wie bei 3D, jeder braucht seine eigene Brille. Beim PC könnte man darüber nachdenken anstatt einen Monitor sich zu kaufen eine VR Brille zu nehmen, dann aber auch nur wenn man den PC alleine benutzt.

GaiusZero
16. April 2014 16:26

In einigen Jarhzehnten, werde ich weiterhin auf stationären Konsolen spielen, die über ein Laufwerk verfügen und Datenträger nutzen und das Ganze auf einem großen Bildschirm, der dünn wie Papier und auf die Wohnzimmerwand aufgetragen ist und sich in beliebig viele und unterschiedlich große Bildschirme aufteilen lässt.