Spiele-Ausblick 2022: Action & Ego-Shooter

7
2460

Prodeus

Die Industrieveteranen Mike Voeller und Jason Mojica bringen bereits einige Shooter-Erfahrung mit. ­BioShock Infinite, Call of Duty: Black Ops und Doom (2016) sind nur einige der klangvollen Titel, an denen Lead Designer Jason und Visual-Effect-Spezialist Mike ihre Hände im Spiel hatten. Doch nach all den topmodernen Shootern wächst in Mike der Wunsch, einen Retro-Shooter zu entwickeln. Mit Jason startet er gemeinsam das Kick­starter-Projekt Prodeus. Inzwischen können PC-Spieler mit Game-Pass-Abo in das bald fertige Splatter-Gemetzel reinschnuppern. Der attraktive Grafikstil sticht sofort hervor: Es wird dabei ein Stück weit Euch überlassen, wie retro die extrem blutige Dämonenhatz aussehen soll. Die 3D-Modelle werden durch Retro-Rendering-Techniken und einstellbare Pixelauflösungen (von HD bis 240p) zu einem kleinen Oldies-Fest, das jedoch durch all die übertriebenen Splatter- und Partikel­effekte einen modernen Anstrich erhält.

Die Kampagnen-Levels bieten zwar kein so ausgefuchstes Design wie die Klassiker Doom, Quake oder Duke Nukem, trotzdem bieten die ca. 15-minütigen Missionen einige Geheimnisse und gelungene Arenen-Shootouts. Sollten Euch die Aufträge nicht taugen, dann darf die Community dank eines Level-Editors selbst tätig werden. Damit wäre zumindest in der Theorie für endlosen Nachschub gesorgt. Kein Muss, aber ein netter Bonus sind die ­Herausforderungen, die Euch auf Nebenpfaden erwarten. Hier müsst Ihr unter anderem innerhalb einer Minute alle Ziele mit einer Shotgun zerstören, während Ihr über ­Abgründe hechtet. Die treibenden Schießereien sind immer launig und im Verlauf weitere Knarren freizuschalten motiviert. Aktuell vermissen wir jedoch noch einige kreative Gegnertypen: Viele wirken optisch aus Doom entliehen und rennen entweder nur stupide auf Euch zu oder schießen gelegentlich einen Feuerball auf Euch. Da geht trotz aller Retroliebe heutzutage mehr. Die Speicherfunktion ist hingegen eigenwilliger. Statt an Ort und Stelle den Spielstand zu sichern, passiert Ihr manuell Checkpoints, die Ihr wiederholt nutzen könnt.

Für den dynamischen Soundtrack zeichnet übrigens Andrew Hulshult verantwortlich, der in den letzten zehn Jahren bereits für viele weitere Retro-Shooter die Musik komponierte und zuletzt auch mitverantwortlich war für die Soundkulisse der Doom Eternal-Erweiterung The Ancient Gods.

7 Kommentare
neuste
älteste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
ghostdog83
16. Februar 2022 14:53

Was mich auch nervt, wenn ich mich zwischen einer Waffe entscheiden muss, die ich vom Look her mag, mit der ich eigentlich gerne weiterspielen würde, und einer sehr viel besseren Waffe, die aber einfach nicht meinen Geschmack trifft – wie ich mich am Ende auch entscheide, ich habe das Gefühl, etwas zu verlieren. :p

Steffen Heller
Redakteur
16. Februar 2022 14:39

Das stimmt alles, was du sagst. Grundsätzlich nervt es mich bei jedem Spiel mit beschränktem Inventar, wenn zuviel Beute anfällt und dann eventuell zuviel Zeit mit Management im Menü verbracht wird.

Mir geht es aber noch um einen anderen Aspekt. Ich freue mich einfach nicht mehr auf Loot, weil sogar Nicht-Bosse stellenweise 3-6 Waffen droppen. Das bedeutet gleichzeitig: Ich habe nie das Gefühl, dass ich gerade eine “besonders gute Waffe” besitze oder gefunden habe, weil einfach zuviel Kram abgeworfen wird. Da fühlt sich dann ein toller Fund einfach nicht so befriedigend an, da man eh ständig was neues findet, was ganz brauchbar ist. Das macht die Waffen in gewisser Weise austauschbar. Ich behalte keine Waffe mehr über etliche Level, weil der Fund mal total super war. Ist für mich an der Stelle einfach ein Loot-Overkill. Im Endgame klappt so ein System dann trotzdem noch ganz gut, aber vorher ist mir das einfach too much.

ghostdog83
16. Februar 2022 13:57

Ich würde mir ja außerdem wünschen, dass sie mich nicht mehr so extrem mit Waffen zubomben würden, aber gehe mal davon aus, dass das nun beibehalten wird. Das nimmt mir die ganze Lootfreude. :/

Oh ja, wenn die Slots erst mal alle voll sind (derzeit 30) mit guten Waffen und das Vergleichen beginnt, gerät der Spielfluss schon arg ins Straucheln. Ich habe es mir daher auch angewöhnt, nur noch bei entsprechenden Farben überhaupt auf den Gegenstand zu achten – Geldsorgen hat man ja im späteren Spielverlauf keine, um Gegenstände mit 3-stelligen Verkaufswert und aufwärts mitschleppen zu wollen.

Wenn man für jeden Elementtyp die passende gute Waffe hat, ist das Spielerlebnis auch weitaus entschlackter – außer bei bestimmteni Bossen, was die zum Teil alles fallen lassen. 😀

Steffen Heller
Redakteur
16. Februar 2022 13:43

Wünsche mir ja, dass mich Wonderlands wieder abholen kann. Ich schätze aber eher, dass es mir wie bei Borderlands 3 gehen wird und ich bereits nach ein paar Stunden die Lust verliere.

Ich würde mir ja außerdem wünschen, dass sie mich nicht mehr so extrem mit Waffen zubomben, aber gehe mal davon aus, dass das nun beibehalten wird. Das nimmt mir die ganze Lootfreude. :/

MadMacs
16. Februar 2022 13:15

Mit dem Borderlands Spin Off werde ich so überhaupt nicht warm.

Rudi Ratlos
15. Februar 2022 10:53

Bin auf das Borderlands-Spinoff gespannt, Teil 3 war ja leider recht lahm. Oder die Serie hat sich inzwischen auch totgelaufen…
Und auf Turtles hab ich Bock, das sieht super aus ?

RYU
RYU
14. Februar 2022 20:50

Prodeus

Statt an Ort und Stelle den Spielstand zu sichern, passiert Ihr manuell Checkpoints, die Ihr wiederholt nutzen könnt.

Was bei einem Korridorshooter ja wohl schon großzügig genug ist!
Btw., Andrew Hulshult rockt!