Ubisoft – Remake von Prince of Persia: The Sands of Time gecancelt, Entwicklungszeit für andere Projekte verlängert

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Ubisoft gibt bekannt, dass man das Remake von Prince of Persia: The Sands of Time gecancelt hat. Gleichzeitig wurden fünf weitere bisher unangekündigte Titel eingestampft. Auslöser für diese Maßnahme ist eine umfassende Überprüfung der internen Entwicklungspipeline, welche zu klaren Einschnitten im Spieleportfolio führt.

Parallel erhalten sieben weitere Titel zusätzliche Entwicklungszeit, um die internen Qualitätsvorgaben vollständig zu erfüllen und ihren wirtschaftlichen Ertrag langfristig zu erhöhen. Ein noch nicht angekündigtes Spiel verschiebt sich dadurch vom Geschäftsjahr 2026 in das Geschäftsjahr 2027. Hierbei dürfte es sich um das Remake von Assassin’s Creed IV: Black Flag handeln.

Besagte Entscheidungen sind Teil eines konzernweiten Umbaus, mit dem Ubisoft seine kreative Führungsrolle stärken und zu nachhaltigem Wachstum zurückfinden will. Das Vorhaben umfasst eine neue Organisationsstruktur, eine deutlich fokussierte Produktstrategie mit überarbeitetem Drei-Jahres-Fahrplan sowie eine Anpassung der Unternehmensgröße.

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ghostdog83
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Ubisoft: Französische Gewerkschaften rufen zu einem massiven Streik vom 10. bis 12. Februar auf

Nach unseren Informationen koordinieren sich derzeit alle französischen Gewerkschaften des französischen Videospielgiganten mit ihren ausländischen Kollegen, um dieser sozialen Bewegung eine internationale Dimension zu verleihen. Dieser Streik ist eine Reaktion auf die Ankündigung von Sparmaßnahmen und die Verschärfung der Bedingungen für das Homeoffice.

Zu Beginn dieses Jahres weht bei Ubisoft ein starker Wind der sozialen Unruhe. Nach unseren Informationen haben sich alle französischen Gewerkschaften – Syndicat des travailleurs et travailleuses du jeu vidéo (STJV), Solidaires Informatique, CFE-CGC, CGT, Printemps écologique – des französischen Videospiel-Giganten einstimmig auf einen Streik vom 10. bis 12. Februar geeinigt.

Die französischen Niederlassungen koordinieren sich derzeit mit ihren ausländischen Kollegen von Ubisoft, um dieser Bewegung mehr Gewicht und eine internationale Dimension zu verleihen. Der Grund für diese bevorstehende soziale Mobilisierung? Am vergangenen Mittwoch kündigte Ubisoft an, dass es eine neue Sparrunde einleiten und diesmal „seine Fixkostenbasis um mindestens weitere 200 Millionen Euro” in den nächsten zwei Jahren senken wolle.

Dies wird zwangsläufig zu einem weiteren Personalabbau führen. Am Montag hat Ubisoft den Weg für erste Massenentlassungen von Mitarbeitern in Frankreich geebnet. Ubisoft International – also der Hauptsitz des Unternehmens mit Sitz in Saint-Mandé (Val-de-Marne) – hat „Gespräche über eine mögliche kollektive Vertragsauflösung” aufgenommen. Diese könnte bis zu 200 Stellen in der Zentrale betreffen. Das sind fast 20 % der Belegschaft dieser Niederlassung mit rund 1.100 Mitarbeitern und mehr als 5 % der Gesamtzahl der französischen Mitarbeiter von Ubisoft, die weniger als 4.000 Personen umfasst.

Verschärfung der Bedingungen für Homeoffice

Diese Ankündigung erfolgte, nachdem der Konzern aus Saint-Mandé in den letzten Wochen weiterhin Mitarbeiter entlassen und einige Studios geschlossen hatte. Seit Ende des ersten Halbjahres des Geschäftsjahres 2022 ist die Mitarbeiterzahl von Ubisoft um fast 20 % auf weniger als 17.000 Mitarbeiter weltweit zurückgegangen.

Am vergangenen Mittwoch kündigte die Geschäftsleitung von Ubisoft den Mitarbeitern außerdem eine weitere Verschärfung der Bedingungen für die Arbeit im Homeoffice an, obwohl nach langen Verhandlungen, Monaten der Unsicherheit für die Mitarbeiter und einem mehrtägigen Streik im Oktober 2024 gerade erst fragile Vereinbarungen mit den französischen Gewerkschaften getroffen worden waren. Diese Verschärfung sorgte intern für viel Unmut, wo das Misstrauen gegenüber der Ubisoft-Führung weiter zunimmt.

Letzte Woche gab der Konzern außerdem eine Gewinnwarnung heraus. Die vierte innerhalb von nur drei Jahren. Im Einzelnen hat Ubisoft die Entwicklung von sechs Spielen eingestellt, darunter das mit Spannung erwartete Remake von „Prince of Persia: The Sands of Time”, das kurz vor der Veröffentlichung stand. Grund dafür ist laut Angaben des Konzerns die unzureichende Qualität dieses geplanten Produktes.

Schwarzer Tag an der Börse in der vergangenen Woche

Gleichzeitig fügte das französische Unternehmen hinzu, dass es mehr Zeit – und damit auch Kosten – für sieben Spiele aufwenden werde, die sich derzeit in Produktion befinden. Eine doppelte Entscheidung mit schwerwiegenden Folgen für die Gewinn- und Verlustrechnung, da dies laut Berechnungen von Ubisoft zu einer „beschleunigten Wertminderung von rund 650 Millionen Euro” führen wird, wodurch das Unternehmen erneut seine finanziellen Ziele verfehlen wird.

Der Umsatz für das Geschäftsjahr 2025-2026 (Ende März) dürfte somit bei rund 1,5 Milliarden Euro liegen, was „einem Rückgang von etwa 330 Millionen Euro gegenüber den zuvor bekannt gegebenen Zielen” entspricht, stellt Ubisoft fest, das für das gesamte Geschäftsjahr einen hohen operativen Verlust nach Nicht-IFRS-Standards in Höhe von rund 1 Milliarde Euro verzeichnen wird, obwohl es noch vor wenigen Wochen hoffte, nahezu ausgeglichen zu sein. Auch das Geschäftsjahr 2026-2027 wird negativ beeinflusst werden.

Infolgedessen erlebte die Aktie am vergangenen Donnerstag mit einem Kursverlust von fast 40 % ihren schlimmsten Börsentag seit fast dreißig Jahren. Die Marktkapitalisierung liegt nun bei weniger als 600 Millionen Euro. Das ist der niedrigste Stand seit vierzehn Jahren.

https://www.lesechos.fr/tech-medias/hightech/ubisoft-les-syndicats-francais-appellent-a-une-greve-massive-du-10-au-12-fevrier-2212033

Kratos
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Kratos

Ubiformel: Wenn man jahrelang Malen nach Zahlen betreibt, bleibt kreativität auf der Strecke. Einfach nur Setting tauschen reicht halt nicht um den Kunden bei der Stange zu halten. Bezüglich dem Prinzen: vielleicht tut es auch erstmal eine Remastered Trilogie anstatt eines vollwertigen Remakes.

captain carot
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captain carot

Guillemot war als Manager schon lange Zeit eine Größe. Das muss man ihm lassen. Ubisoft war wirklich lange der einzige europäische Publisher, der wirklich nachhaltig an der Weltspitze war, und das auch ziemlich lange.

Aber gerade die letzten Jahre hat er seine Zeit an der Spitze überstrapaziert. Und entsprechend sehe ich da ohne Wechsel der Führungsetage auch schwarz.

ghostdog83
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ghostdog83

Nach der Ankündigung der Umstrukturierung und der dritten Runde von Kostensenkungsmaßnahmen bei Ubisoft sind die internen Kommunikationskanäle des Unternehmens voll von Mitarbeitern, die die Unternehmensleitung kritisieren und Veränderungen fordern. Es ist schon bemerkenswert, dass Menschen das Unternehmen, für das sie arbeiten, so offen kritisieren, aber nach Jahren des Kampfes ist das nicht überraschend.

Einige Mitarbeiter sagen mir, dass dies für sie der letzte Sargnagel war und sie sich nun anderweitig nach einer neuen Stelle umsehen werden, andere haben beschlossen, ihre bereits bestehenden Notfallpläne für den Fall einer Entlassung vorzuziehen. Immer mehr Mitarbeiter nutzen LinkedIn, um öffentlich bekannt zu geben, dass sie nun auf der Suche nach einer neuen Stelle sind, obwohl sie noch bei dem Unternehmen beschäftigt sind.

Ubisoft wird einen massiven Exodus von Talenten erleben, auch ohne die bevorstehenden Entlassungen.

https://xcancel.com/_Tom_Henderson_/status/2014743495135596775

Mayhem
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Mayhem

Sehr schade

ghostdog83
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ghostdog83

Die Frage wird sein, ob ohne das Missmanagement das Ruder noch herumgerissen werden kann. Denn wie du schon schreibst, bedient sich Ubisoft einer Formel, die sie nun schon viel zu lange breitgetreten haben, wo andere längst vorbeigezogen sind.

Für das Unternehmen dürften das noch schmerzhafte Jahre werden. Ein erneuter Kahlschlag würde mich nicht überraschen.

Wie bereits an anderer Stelle geschrieben, kann mich Ubisoft mit seiner Open World jagen. Das Thema ist für mich für eine nicht absehbare Zeit durch.

captain carot
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captain carot

Das ist halt exakt das Problem. Und Ubisoft hat sich auf Großprojekte konzentriert. Je nach Entwicklungsstand def Spiele könnten bei den sechs gecancelten Titeln irgengwo zwischen 1000 und 3000 Leute für die Müllhalde gearbeitet haben.

BG&E ist wieder ein anderer Fall. Mal in Vorproduktion, dann wieder nicht, zwischenzeitlich mal mit kleinem, dann mit großem und dann wieder mit kleinem Team in Entwicklung. Über die Jahre dürfte das dadurch auch irre gekostet haben und stellt ganz nebenbei Duke Nukem Forever längst in den Schatten.

Da will ich gar nicht wissen wie die Kosten über die Zeit waren.

Kann sein, dass man Guillemot viel aufschwatzen kann, gleichzeitig hat sich Ubisoft aber auch extrem stark auf bestimmte Formeln konzentriert die mittlerweile keine Selbstläufer mehr sind und von anderen auch besser umgesetzt werden. Das ist mittlerweile definitiv ein Problem weil es gefühlt von Ubi die Open World Singleplayer und Open World Multiplayer Formel gibt und sonst nix. Stimmt natürlich nicht so ganz aber das ist ein Teil des Problems.

ghostdog83
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ghostdog83

Vor einer Weile hatte ich einen Bericht gelesen, wo es u. a. darum ging, dass das Missmanagement bei Ubisoft ein zunehmendes Problem sei. Guillemot soll jemand sein, den man ein Projekt leicht aufschwatzen kann, wenn man es gut verkauft und es ihm gefällt, welches dann ohne große Kontrolle vor sich hin dümpelt, Unmengen an Gelder verschlingt. Hast du dann mehrere solcher Projekte, kann das langfristig zum Problem werden, da selbst ein Hit wie Assassin’s Creed das nicht auf Dauer quer finanzieren kann.

Vergleich mal, was bei Ubisoft in den letzten Jahren alles erschienen ist und in welcher Größenordnung diese Projekte waren. In dem Kontext erscheinen die ca. 17.000 Angestellten viel zu viel. Da laufen bzw. liefen wahrscheinlich Projekte im Hintergrund, die wie oben angesprochen ohne vernünftige Kontrolle vor sich hin entwickelt worden. Beyond Good & Evil 2 ist ja der bekannteste Fall, der seit ca. 18 Jahren in Entwicklung ist. Skull and Bones soll zwichen 650 bis 850 Millionen US-Dollar gekosten haben. Ich möchte nicht wissen, wie viel Geld Ubisoft in den letzten 10 Jahren unnötig in Projekte verbrannt hat, die entweder nie hätten abgesegnet werden dürfen bzw. frühzeitig hätten gestoppt werden müssen.

captain carot
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captain carot

Das Konstrukt funktioniert wohl leider nicht mehr aufgrund des Missmanagements, der hohen laufenden Kosten über die Jahre.

Genau das glaube ich halt nicht. Pro Titel ist das Risiko vergleichsweise klein und Millionenseller sind ganz schnell ein finanzieller Erfolg, der sogar weitere Titel querfinanzieren kann. Man hat sich aber schon vor Jahren auf die vermeintlichen Umsatzbringer konzentriert. Das wird aber spätestens dann ein Problem, wenn mehrere solche Titel nicht zünden.

Natürlich wird nicht jeder kleine Titel ein Erfolg (siehe 2D Prince of Persia) aber für ein Skull and Bones hätte eine Armada kleiner Titel floppen können.

Remo
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Remo

Sehr Schade. Nachdem meine PS2-Disc den Geist aufgegeben hat, habe mir letztens das Original für die Xbox geholt, über Weihnachten mal wieder durchgespielt und mich wirklich auf das Remake gefreut. Aber gut, dann bleibt FarCry 3 halt das einzige Spiel von Ubisoft das ich mir in den letzten 14 Jahren von dieser Firma gekauft habe.

ghostdog83
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ghostdog83

Was bei Ubi schon länger fehlt sind die kleineren aber guten bis herausragenden Titel, die sie mal hatten

Die kleineren Nebenprojekte fehlen mir auch, die sich Ubisoft dank der sehr erfolgreichen großen Marken zwischendurch leisten konnte. Das Konstrukt funktioniert wohl leider nicht mehr aufgrund des Missmanagements, der hohen laufenden Kosten über die Jahre.

captain carot
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captain carot

Angeblich war das Sands of Time Remake ziemlich kaputt und man sah keine Möglichkeit, es zu retten. Weird, weil das Spiel eigentlich ziemlich gut gealtert ist und nicht viel mehr als ein paar QoL Verbesserungen bräuchte.

Was bei Ubi schon länger fehlt sind die kleineren aber guten bis herausragenden Titel, die sie mal hatten. Gleichzeitig machen andere Studios mittlerweile einfach die besseren Ubi-World-Titel.

ghostdog83
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ghostdog83

Vielleicht das nächste mal kleinen Brötchen Backen statt immer was großen auf kochen.

Davon werden die Aktionäre wohl nicht satt werden. Zudem hat das Unternehmen ca. 17.000 Mitarbeiter. Kleinere Brötchen bedeuten am Ende wohl auch weniger Jobs, die beim derzeitigen Kurs wohl auch gefährdet sind. Tja. Ubisoft ist in einer Krise.

Max Snake
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Max Snake

Vielleicht das nächste mal kleinen Brötchen Backen statt immer was großen auf kochen.
Wie ich Ubi Art vermisse.

senser
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senser

Das einzige was von denen noch bei mir landet ist Anno. Und das ist ja noch raus gekommen.

ghostdog83
I, MANIAC
ghostdog83

Ärgerlich, dass das Spiel nach der langen Entwicklungszeit doch noch eingestellt wurde.

Wenn Ubisoft auch nach ca. 18 Jahren weiterhin an Beyond Good & Evil 2 festhält und auch ein Skull and Bones das Licht der Welt erblickt, was durch die Entwicklungshölle gegangen sein soll, dann möchte ich gar nicht wissen, in welchem Zustand das PoP Remake gewesen sein muss, dass das eingestellt werden musste. Am Ende ist es vielleicht besser so.

Walldorf
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Walldorf

Ärgerlich, dass das Spiel nach der langen Entwicklungszeit doch noch eingestellt wurde. Sollte doch eigentlich im ersten Quartal 2026 erscheinen.

ghostdog83
I, MANIAC
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Man kann es auch übertreiben – die neue Strukturierung der Studios sprüht doch nur so vor Kreativität: Creative House 1 (Vantage Studios), Creative House 2, Creative House 3, Creative House 4, Creative House 5.

Tormentor75
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Tormentor75

„mit dem Ubisoft seine kreative (!) Führungsrolle stärken […] will“ … Kannst du dir nicht ausdenken. Ich hab gerade nix auf dem Schirm, was das Kreative (in den letzten Jahren) unterstreichen würde. Aber, BITTE, korrigiert mich. Vielleicht hab nur ich hier gerade Tomaten auf den Augen.

Das mit dem PoP SoT Remake finde ich allerdings sehr schade, auch wenn es „nur ein Remake“ ist. Mit dem Original hatte ich viel Spaß!

Bort1978
I, MANIAC
Bort1978

Ach menno. Schade. ☹️
Hängt wohl mit Milliardenverlusten zusammen. Die Ubi-Aktie befindet sich momentan im freien Fall.

KVmilbe
I, MANIAC
KVmilbe

Ubisoft fährt die Firma vor die Wand