Babylon’s Fall – im Test (PS5)

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Sprechen wir es ruhig aus: Babylon’s Fall ist der Tiefpunkt im Schaffen des japanischen Studios Platinum­Games. Und nach ­Avengers ist es der nächste gescheiterte Versuch für Square Enix, im Live-Service-Segment Fuß zu fassen. Für 70 Euro erhaltet Ihr die PS5-Version des Online-Action-Rollenspiels, für happige 40 mehr gibt es in der Digital-Deluxe-Version zusätzlich kosmetischen Schnickschnack. Die Echtgeld-Währung heißt hier Garaz, 300 kosten 2,99 Euro, das teuerste Paket mit 10.000 Garaz 89,99 Euro. Es gibt einen kostenpflichtigen Premium-Kampfpass. Premium-Währung investiert Ihr in Kosmetik wie Ausrüstung oder Gesten, für XP-Booster benötigt Ihr hingegen eine erspielbare Währung. Wie offensiv mit Babylon’s Fall Geld verdient werden soll, zeigt ein Beispiel: Im Start-Hub gibt es einen Händler. Erst der dritte Reiter im Shop führt Euch zu Verbrauchsgegenständen, davor: Garaz-Kauf und Kampfpass-Werbung. Und womit rechtfertigt Babylon’s Fall all das? Mit einem Online-Grindfest von der Stange für bis zu vier Spieler, wobei Ihr selbst als Einzelkämpfer ein PlayStation-Plus-Abo benötigt und ein Square-Enix-Konto anlegen müsst.

Von Eurem Hub aus wählt Ihr Quests und metzelt Euch auf ­Beutejagd durch rund halbstündige Dungeons. Eine Waffe pro Hand, über den mysteriösen ­”Gideon-Sarg” auf Eurem Rücken steuert Ihr per Schultertaste zwei weitere Waffen, solange Ihr die erforderliche Energieleiste mit Standardangriffen gefüllt ­haltet. Loot ist selten, grafische Abwechslung auch. Dafür setzt Euch das Spiel nicht enden wollende Gegnerwellen vor die Nase. Hier wäre nun der rechte Moment für diesen Test, an dem ich schreiben möchte, dass PlatinumGames bei den Kämpfen sämtliche Register zieht und Bayonetta oder NieR: Automata in den Staub tritt. Schreibe ich aber nicht. Denn Platinum liefert nicht. Vereinzelt blitzt die gewohnte Finesse von einst schon durch, insgesamt ist aber auch das Kampfsystem von Babylon’s Fall ideenlos und unflexibel. Mehr als endloses Gehacke an endlosen Lebensleisten immer gleicher Gegnertypen und einem gelegentlichen Ausweich-Dash wird nicht geboten. Die ­Bosse sind aber ganz gut. Das Gegenteil davon ist die Präsentation: Der ölgemäldeartige Stil wird weder durchgehalten noch funktio­niert die Idee an sich. Babylon’s Fall sieht aus wie ein frühes PS3-Spiel mit verwaschenen Texturen und ungelenken Animationen, auch die englischen Sprecher bereiten keine Freude.

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Maverick
5. April 2022 6:40

@Steffen Hatte mich sowieso die ganze Zeit gefragt was er macht, also brauch man auf ein neues Nier erstmal nicht spekulieren. Danke für die Info.

Le_Fuldo_X
5. April 2022 1:54

Ich brauch mir das antun!

Soviele negative Stimmen machen mich ‘neugieriger’.

Wenn ich noch genügend Platz auf meiner PS5 habe, zieh ich es auf jeden Fall.

Bestenfalls wertet es meine Playlist einfach nur auf.

🙂

4. April 2022 23:46

Ja, die fand ich auch ziemlich ernüchternd. Hab das Spiel dann aber mal sehr günstig bekommen und hab’s dann halt durchgezogen. Gibt natürlich deutlich bessere Vertreter, ich mochte es aber irgendwie trotzdem.

Spacemoonkey
4. April 2022 22:52

mir hatte die demo irgendwie gereicht 🙂

4. April 2022 22:46

Ich fand Balan Wonderworld gar nicht so schlecht. Hab’s sogar durchgespielt.

Spacemoonkey
4. April 2022 22:34

also ich find balan ja ziemlich überbewertet. niemals ist das ganze 15 punkte besser als babylon’s fall

SonicFanNerd
4. April 2022 21:47

Mir fällt echt nicht ein, was ich da groß zu sagen kann, außer vielleicht:
Danke für den Test und die Warnung.

Wenn man die Spiele einbezieht, die ghostdog genannt hat, scheint SE jedenfalls experimentierfreudig … das kann man ihnen ja lassen …

Lincoln_Hawk
4. April 2022 21:09

30…aua ha

Steffen Heller
Redakteur
4. April 2022 20:09

Yoko Taro dürfte zuletzt hauptsächlich mit der Voice of Cards-Serie beschäftigt gewesen sein.

Maverick
4. April 2022 19:58

Ich hoffe mal nicht dass yoko taro dran beteiligt war.
Davon abgesehen wäre es doch mal wieder an der zeit für ein neues Nier.

Max Snake
4. April 2022 19:28

Liebe Platinum Games, überlege bitte diese Life A Service zu lassen, denn Babylon’s Fall ist ein Schuss ins Ofen gelandet. Danke.

ghostdog83
4. April 2022 18:14

Square Enix hat sich in den letzten Jahren so einige Ausrutscher geleistet (M!-Wertungen):
The Quiet Man: 40 Prozent
Left Alive: 48 Prozent
Balan Wonderworld: 44 Prozent
Babylon’s Fall: 30 Prozent

edit:

Klingt erschütternd schäbig – da kann ich die recht ordentliche Famitsu-Wertung nicht wirklich nachvollziehen ?

Für mich nicht nachvollziehbar, wie man im Jahr 2022 noch darüber überrascht sein kann, was bei der Famitsu an Wertungen vergeben werden – die Famitsu hat sich über die Jahre einen im Westen wenig schmeichelhaften Ruf erarbeitet, was großzügige Wertungen anbelangt (Balan Wonderworld (PS5, Xbox Series, PS4, Xbox One, Switch) – 7/7/9/7 [30/40]; Left Alive (PS4) – 8/8/7/8 [31/40]))

ChrisKong
4. April 2022 17:59

Im ersten Abschnitt des Tests steht schon alles drin, was ich wissen muss. Danke!

ghostdog83
4. April 2022 17:45

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Steffen Heller
Redakteur
4. April 2022 17:38

Mein großer Respekt gilt Michael, der sich trotz verdammt mieser Vorzeichen nicht weggeduckt und diesen Test voller Euphorie übernommen hat.

Muten-Roshi
4. April 2022 17:33

Echt schade.
Und es ist ja bei weitem nicht nur die M! die sagt das es schlecht ist.
Da scheinen sich Alle einig zu sein.
Dabei hat Platinum ja noch nie ein schlechtes Kampfsystem abgeliefert.
Tja …

Rudi Ratlos
4. April 2022 16:08

Klingt erschütternd schäbig – da kann ich die recht ordentliche Famitsu-Wertung nicht wirklich nachvollziehen ?

Spacemoonkey
4. April 2022 15:06

hatte mich nach dem ersten gameplaytrailer eigentlich drauf gefreut aber irgendwie ging das spiel dann in eine ganz andere richtung