
Seite 3
Wie Ihr Euch auch entscheidet: Vorher gilt es, die Umgebung und Fähigkeiten zu nutzen, um die Big Daddys auszuschalten. Kein ein- faches Unterfangen, denn die gepanzerten Riesen sind zäh, wendig und aggressiv. Solltet Ihr trotz aller Wehrmöglichkeiten das Zeitliche segnen, erwacht Ihr in einer nahe- gelegenen Vita-Chamber zu neuem Leben. Zwar startet Ihr mit dem Munitionsstand zum Zeitpunkt Eures Ablebens, Gegner sind dafür aber genauso angeschlagen, wie Ihr sie zurückgelassen habt. Da Munition meist knapp ist, seid Ihr entweder auf Eure Plasmid-Fertigkeiten ange- wiesen oder Ihr stellt selbst neue Projektile an U-Invent-Stationen her. Dazu verwendet Ihr Bauteile, die Ihr beim Durchsuchen von Schränken, Safes oder Leichen findet. Hackt Ihr Euch in die Bastel-Automaten, benötigt Ihr weniger Rohstoffe.
Das Hacken spielt in BioShock eine wichtige Rolle: Um beispielsweise das Sicherheitssystem zu manipulieren, greift Ihr auf automatische Hacking-Tools zurück oder absolviert eine Knobelaufgabe: Wie im Puzzle-Klassiker Pipe Dream ordnet Ihr Rohrstücke innerhalb eines Zeitlimits so an, dass eine Flüssigkeit vom Start zum Ziel fließen kann. Hindernisse erschweren gelegentlich die Grübelarbeit, wohingegen diverse Plasmide diesen Vorgang vereinfachen können. Etwas schade finden wir allerdings, dass in den zahlreichen Hack- Einsätzen stets das gleiche Minispiel zum Einsatz kommt. Hier hätten wir uns beispielsweise für Verkaufsautomaten und Kameras unterschiedliche Aufgaben gewünscht.
Apropos Kamera: Ihr habt ebenfalls eine im Gepäck. Sie kommt bei diversen Aufgaben zum Einsatz, gelungene Schnappschüsse verschaffen Euch Vorteile.
Audiovisuell ist “BioShock” ebenso originell wie fesselnd. Einzelne Texturen sind zwar beim genauen Hinsehen nicht auf dem neuesten Stand und wirken etwas matschig, das stimmungsvolle und unverbrauchte Art-Design kompensiert dieses kleine Manko aber locker. Kraftvolles Orange oder Rosa setzt im vorherrschenden Dunkelgrün des Meerwassers intensive Akzente. In Kombination mit dem heruntergekommenen Interieur der einzelnen Stadtbereiche, die einst durch elegante Art-Decó-Formen und stilsicheres Mobiliar bestachen, entfaltet sich eine verstörende Wirkung. Verstärkt wird diese durch eine hervorragende Klanguntermalung. Über eine Surround-Anlage ortet Ihr stampfende Big Daddys oder leise surrende Überwachungskameras.
Take 2 hat sich bei der Lokalisierung viel Mühe gemacht. Vor allem die deutsche Sprachausgabe setzt Maẞstäbe: Splicer fluchen und jammern, Little Sisters trällern fröhlich oder weinen bitterlich, selbst verrauschte Tonbandaufnahmen strotzen vor Ausdrucksstärke – professionelle Sprecher lohnen sich eben doch. Gekrönt wird dieser audiovisuelle Leckerbissen durch einige heftige und clever platzierte Schockmomente. Wir empfehlen übrigens den mittleren Schwierigkeitsgrad, denn auf ‘leicht’ hauchen die Big Daddys bereits nach wenigen Schrotladungen ihr Leben aus und die bedrohliche Atmosphäre leidet immens. Die minimalen Schnitte der deutschen Version fallen atmosphärisch wie spielerisch nicht ins Gewicht: Noch immer rennen brennende Gegner schreiend umher, lediglich auf das Herumschleudern von Leichen müsst Ihr verzichten.









Der Test hier hat mich mal wieder daran erinnert mir endlich mal die Trilogie im eshop zu kaufen. Ist da ja fast jeden Monat fuern 10er im Sale.
Bin da ein wenig bei Mathias‘ Einschätzung, das Spiel war atmosphärisch top, aber imo spielerisch maximal gehobener Standard, zumal gegenüber den ersten Previews ja einige Elemente gestrichen wurden. Die Kämpfe fühlten sich auf Dauer recht gleichförmig an.
Grade im Vergleich zu den anderen Ego-Shootern dieser Zeit waren die über 90 % mehr als gerechtfertigt – und das gilt selbst heute noch.
Nicht nur, dass man hier eine perfekte deutsche Synchro hatte (wirklich, hört euch mal die Sprachausgabe von Halo 1-3 an – ein einziges Trauerspiel), auch waren Setting und Waffen/”Magie”-Kombination absolut unverbraucht und frisch.
Dass die Hintergrundgeschichte zudem mal eben das literarisch einflussreichste Werk der amerikanischen Rechten (“Atlas Shrugged”) komplett zerschreddet setzt dem Ganzen ein intellektuelles Denkmal für alle Zeiten und zeigt, zu welcher kulturellen Auseinandersetzung Spiele fähig sind.
Ich hab damals auf der Games Convention 2007 Oliver und Matthias am Maniac-Stand gefragt welche Wertung das Spiel bekommen wird in der nächsten Ausgabe. Ich glaube Matthias empfand die Wertung von 94% als zu hoch. 😉
Habe damals einen User-Test für die gamesTM geschrieben, der auch abgedruckt wurde (87% war meine Wertung). Der Big Daddy aus der Collector’s Edition steht immer noch in meinem Elternhaus. Einziger Wermutstropfen war, dass ich nur die gekürzte deutsche Fassung hatte. Im Original fließt ein wenig mehr Blut.
Big Daddy, einer der coolsten Gegner bis heute! Top-Spiele seinerzeit die ersten 2 Teile
Bin ja mal gespannt, ob das neue Spiel “Judas” vom Bioshock-Erfinder ähnlich großartig wird wie diese Perle. Der erste Trailer sah jedenfalls recht vielversprechend aus 🙂
War für mich der 1.Egoshooter der eine richtige Welt zum Eintauchen und Story mit Tiefgang zu bieten hatte,anstatt nur von A nach B zu ballern.Warum habe ich eigentlich nie Teil 2 gezockt?
Was für ein Hammer Spiel. Hat mich damals mit seiner Gourmet Grafik echt umgehauen.
In VR wäre das ein Traum!
Eines meiner Lieblingsspiele und für mich auch der beste Teil der Serie.