Castlevania: Lords of Shadow – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Lords of Shadow markiert einen weiteren Versuch, die traditionsreiche Castlevania-Reihe erfolgreich in die dritte Dimension zu hieven. Bis dato verzauberten in erster Linie die 2D-Episoden mit kerniger RPG-Metzelaction, malerischen Bitmap-Grafiken und verträumten Kompositionen. Doch Konami führt die mit Silent Hill eingeschlagene Marschrichtung fort und reicht nach langen Jahren fernöstlicher Kontrolle das Belmont-Zepter an den spanischen Entwickler Mercury Steam weiter, der M!-Lesern noch durch den mittelprächtigen Horror-­Shooter Jericho im Gedächtnis ist.

Aus japanischen Kooperationen mit westlichen Studios entstanden selten werktreue Interpreta­tionen. Auch Lords of Shadow fegt ­Serientraditionen vom Tisch und erzählt eine Fantasy-Mär, welche die gewohnte Vampirthematik nur am Rande streift. In einer roten Rüstung und mit einem Kampfkreuz bewaffnet, begibt sich Ordensbruder Gabriel Belmont auf die Reise durch zwölf Kapitel, die in 50 meist lineare, sich selten verzweigende Abschnitte unterteilt sind. Kämpft, knobelt und klettert auf dem Weg zu den Schlössern der drei titel­gebenden Schattenlords, die Bruchstücke einer göttlichen Maske besitzen. Mit dem vollständigen Artefakt will Gabriel seine ermordete Gemahlin Marie zu neuem Leben erwecken.

In den umfangreicher werdenden Abschnitten werfen Euch die Entwickler alles entgegen, was in Tolkiens fantastischer Welt Rang und Namen hat. In den Ländereien von Lykanern, Vampiren und Nekro­manten besucht Ihr neben Wäldern und Ruinen auch Sümpfe mit giftigen Nebelschwaden, wo Euch Grabscher ­unter Wasser ans Leder wollen. Bomben werfende ­Kobolde entwaffnet Gabriel, er schleudert die Sprengkörper zurück oder öffnet damit neue Wege – mitunter erledigt Ihr Letzteres auch mit diversen Reittieren! Anderswo treten wir Skelettkriegern in den Hintern und zerschlagen die knochigen Überbleibsel mit Stampfattacken, ehe sie sich reparieren.

Die Vielfalt an Feinden ist beachtlich und nicht nur kosmetischer Natur. Vor allem, weil Mercury Steam Wiederholungen geschickt vermeidet: Jedes Szenario punktet mit neuem Look, ansprechenden Feinden, frischen Herausforderungen, Rätseln und simplen Geschicklichkeitspassagen. Diese sind kurzweilig miteinander verwoben und werden durch Zwischenbosse aufgelockert, darunter mechanische Kolosse, die sich in Design und Spiel­ablauf stark am PS2-Abenteuer Shadow of the Colossus orientieren. Wartet den geeigneten Moment ab, um das Ungetüm zu erklimmen und verletzliche Punkte zu bearbeiten.

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Max Snake
21. Mai 2026 18:00

Naja, der Feuerberg erinnert doch sehr an Der Herr der Ringe.

Tut mir leid, aber es sprüht kein Gothic Flair.

genpei tomate
21. Mai 2026 17:48

Der Boss im vereisten See fand ich an sich gelungen und klar, dass die Technik zu der Zeit sofort an SotC denken liess.
Und gegen riesigen, fliegenden Schlangen musste die Belmont Sippe regelmäßig antreten.
Ob SotC oder nicht: Warum hätten Mercury Steam bei der zur Verfügung stehenden Technik solche “Kolosse” nicht umsetzen sollen?

Zum Schluß gab es in LoS an sich genug “Castlevania” zu bestaunen und es ist jetzt nicht so, dass die 2D Folgen, zumindest die “klassischen”, immer kohärent bei der Thematik geblieben wären.
Sie waren auch ein Sammelsurium an Ideen und irgendwann, später im jeweiligen Spiel gab es verstärkt-er Blutsauger-Thematik ( Draculas Schloß war meistens in mehreren Abschnitte unterteilt), aber nicht durchgehend.

Max Snake
21. Mai 2026 17:40

Konnte vor gut 5 Jahren Lords of Shadow dank Gold of Game nachholen.

Ich fühle mich von Herrn Wilgruber Meinung angesprochen.

Bin großer Castlevania Fan, liebe die Soundtrack und die Ästhetik.

Mercury Steam´s 3D Abenteuer sieht einfach nach der Tolkien Universum, vorhersehbaren Story. Der Soundtrack klingt nach typischen Hollywood Mucke, hier fehlt des Charakter. Selbst diesen Shadow of Colossus wirkt lahm.

Was man positiv erwähnt kann ist die gelungen Kampfsystem, Abwechslung an Level und Gegner – Design.

Gutes Spiel, aber auch einigen Macken.

Zuletzt bearbeitet am 59 Minuten her von Max Snake
captain carot
21. Mai 2026 17:19

Das Problem, wenn man es denn so nennen will, das erste gute 3D Castlevania ist sehr wenig Castlevania.

Rudi Ratlos
21. Mai 2026 16:44

Bin überrascht, dass beide Tester mit dem Spiel recht hart ins Gericht gehen. Fand das seinerzeit richtig klasse, der Nachfolger fiel dann leider ziemlich ab.

genpei tomate
21. Mai 2026 15:56

Mhmm…wer weiß, ob der gute Ueda derjenige war, der bei Castlevania die Idee borgte, einen Boss zu be-klettern, um ihn klein zu kriegen? Bei Haunted Castle in der Arcade Version habe ich jedenfalls den ersten seiner Gattung gesehen, an den ich mich erinnern kann.
Und Goblins, Orks etc. waren in den 2D Folgen durchaus anzutreffen, wenngleich mit einigem an Interpretation ( bei Tolkien wird auch nicht ganz unterschieden zwischen den Beiden), ob es solche sein sollten, so dass ich die Kritik an den Settings von LoS nicht ganz so streng nehme.
Mir hat das Spiel von seiner Atmo her und dem Kampfsystem gut gefallen und gemessen an der damaligen Technik der X360 ( hab es dort durchgespielt) war es hervorragend.

Zuletzt bearbeitet am 2 Stunden her von genpei tomate