Chronos: Before the Ashes – im Test (PS4)

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Ihr liebt den herausfordernden Geschmack von Dark Souls, wünschtet aber, es wäre nicht ganz so gnadenlos? Dann probiert jetzt ­Chronos: Before the Ashes – echter ”Souls”-Geschmack, weniger Zucker… äh… Frust. Nein, im Ernst: Wenn man es runterbricht, ist Gunfire Games’ Action-RPG genau das: ein Soulslite. Als namenloser Drachentöter metzelt, blockt und rollt Ihr Euch in Third-Person-Sicht durch eine feindlich gesinnte Welt voller mythischer Monster und Gefahren. Meistens jedenfalls, denn die Geschichte des Spiels ist nur auf den ersten Blick die erwartbare mittelalterliche Fantasy-Kost. Ihr startet das Spiel im Inneren einer unheimlichen Forschungseinrichtung, in der in den 1960ern finstere Experimente durchgeführt wurden, die das Tor zu einer anderen Welt aufstießen. Diejenigen unter Euch, die Gunfire Games’ Koop-Shooter Remnant: From the Ashes gespielt haben, erkennen hier vielleicht einiges wieder, denn ­Chronos ist quasi der ­geistige Vorgänger zu Remnant. Es spielt in derselben Welt und erschien ursprünglich bereits 2016 als VR-Erfahrung exklusiv für die Oculus Rift. Für den jetzigen Re-Release strich man die VR-Kompatibilität und ergänzte den Untertitel Before the Ashes, um die Verbindung zu Remnant zu betonen – die beschränkt sich aber auf ein paar vertraute Gegner und Orte.

Nachdem Ihr die zwielichtige Station erkundet habt, verschlägt es Euren jungen Helden bald selbst in die düstere Parallelwelt, die hier geöffnet wurde. ”Jung” ist dabei das richtige Stichwort, denn Euer Alter ist die große Besonderheit von Chronos. Ihr startet das Spiel als Teenager von gerade mal 18 Jahren. Sterbt Ihr jedoch, so wird Eure Figur älter. Ein Tod raubt Euch ein Jahr Eures digitalen Lebens. Doch wo der Tod in Dark Souls einer Bestrafung gleicht, die hart erkämpfte Erfahrungspunkte kostet, erscheint er in Chronos fast schon wie eine Belohnung. Denn alle 10 Jahre schaltet Ihr neue Boni frei, die Euch das Spiel erleichtern. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Chronos deswegen leicht wäre! Selbst mit Lebens- oder Agilitätsbonus sind Gegner und Bosse immer noch knifflig und erfordern taktisches Ausweichen und Parieren. From-Software-Veteranen kommen hier kaum an ihre Grenzen, aber für jemanden, der gerade erstes Blut im ”Souls”-Genre leckt oder die Reihe bisher frustriert in die Ecke geschmissen hat, könnte Chronos genau die richtige Einstiegsdroge sein. Genug Charme hat das Spiel dafür auf jeden Fall. Die Geschichte um die finstere Parallelwelt lässt am Ende einiges offen, ist aber angenehm gruselig, das Gegnerdesign abwechslungsreich und der Score ausreichend episch. ”Chronos fühlt sich vertraut an, macht aber genügend anders, damit aus dem Spiel mehr wird, als nur ein weiterer Dark Souls-Klon.

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