Dirge of Cerberus: Final Fantasy VII – im Klassik-Test (PS2)

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Was seine Genre-Ausrichtung angeht, lässt sich Japans Rollenspiel-Lieferant Nummer 1 neuerdings immer öfter auf Experimente ein: Die erfolgreiche Final Fantasy 7-Marke wird munter ausgeschlachtet und ­be­kommt neben Handy- bzw. Westen­taschen-Ablegern sogar ein Action-Spin­off präsentiert. Wesentlich konsequenter zeigt sich der Hersteller bei seiner Lokalisierungs-Politik. Anders als das unter Buena-Vista-Schirmherrschaft stehende Kingdom Hearts 2 leidet Dirge of Cerberus unter ­derselben Übersetzungsfaulheit wie Dragon Quest 8 und alle bisherigen Final Fantasy-Episoden: Man spricht nach wie vor englisch – nur untertitelt wird deutsch. Danke.

Dabei hätte es wirklich nicht weh getan, für die paar Zwischensequenzen einige patente Schwätzer ins Studio zerren – denn im restlichen Spiel sprechen eher die Waffen denn der Mund. Ex-Final Fantasy 7-Nebencharakter Vincent Valentine war schon zu seinen Zeiten als Datenstreiter ebenso wortkarg wie schlagkräftig, aber hier wird er endgültig zum Baller- und Haudrauf-Recken degradiert: Beim Kampf gegen die ehe­malige Shinra-Splittergruppe ‘Deep­ground’ zückt Vincent die namens­gebende ‘Cerberus’-Wumme – ein in seiner Grundform nicht allzu durchschlagendes Kaliber, das Ihr aber durch die Montage von Läufen, Aufsätzen und magischen Amuletten tüchtig aufrüs­ten dürft.

Um sich in schmierigen Gangsystemen, verfallenen Villen, Stadtruinen und Industriekomplexen zurechtzufinden, setzt Vincent auf eine mutige Kombi aus Adventure-typischer ­Verfolgerperspektive (für das Gelatsche) und ‘Über-die-Schulter-Ballerei’ ­(sobald die Waffe gezückt wird). Die bekannte Verwandlung ins klauen- wie muskelstarrende Untier wurde für US- und Europa-Version auf den Einsatz eines speziellen Objekts ­begrenzt – der aus dem Rollenspiel bekannte ‘Limit Break’ als Resultat von kassiertem bzw. ausgeteiltem Schaden fiel der Schere zum Opfer.

Aber ein bisschen Rollenspielbeiwerk gibt’s dennoch: Nicht nur, dass Ihr an Euren Bleispritzen rumschrauben dürft – zusätzlich gibt’s am Ende jedes Abschnitts einen warmen Erfahrungspunkte-Regen, den Ihr entweder für einen Stufenaufstieg ausgebt oder gegen Bares eintauscht.

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Max Snake
I, MANIAC
Max Snake

Auf der Preview noch erhofft, entpuppt sich als langweilige Schießbude.

Rudi Ratlos
I, MANIAC
Rudi Ratlos

Bin überrascht, dass das – im Zuge der ganzen FF VII-Remake-Geschichte – noch nicht wieder neu aufgelegt worden ist. Kommt aber vielleicht ja auch noch nach Teil 2 des Remakes (da Vincent dann wieder präsenter ist)