Far Cry 2 – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Habt Ihr ”Beowulf” oder ­”Final Fantasy: Die Mächte in Dir” gesehen? Blieb nicht trotz der technischen Brillanz das dumpfe Gefühl, dass mit den imitierten Menschen etwas nicht stimmt? Dieses Empfinden bezeichnet die ­Robotik als ’Uncanny ­Valley’-Effekt, und der stellt auch für die Filmindustrie ein Problem dar. Wann immer reale Menschen mit dem Computer nachgeahmt werden, tritt er auf. Ab einem bestimmten Grad an ­Realitätsnähe wird beim Publikum weniger die Ähnlichkeit zu echten Menschen anerkannt, vielmehr stört es sich an verbliebenen Fehlern und Ungereimtheiten. Emotionale Anteilnahme an den Akteuren wird verhindert. Bei Comic-Charakteren wie in ”Toy Story” hingegen tritt das Problem paradoxerweise nicht auf. Durch das Uncanny Valley (zu Deutsch: unheimliches Tal) sind wir während der unzähligen Spielstunden häufig gefahren.

Zahlreiche Videos ­haben in den letzten ­Monaten gezeigt, wozu ­Ubisofts ­Dunia-Engine fähig ist. Die Weitsicht in der afrikanischen ­Savanne ist ­enorm, die wechselnden Wind- und Wetterverhältnisse sorgen für sensationelle Lichtspiele und Flammen verzehren Bananensträucher, Steppengras sowie Akazien gleicher­maßen gierig. Für ihre technische Errungenschaft und die Liebe zum gestalterischen Detail gebührt den Programmierern von Ubisoft Montreal großes Lob. Jede Menge Ehrgeiz, Schweiß und Herzblut sind in die riesige Spielwelt geflossen. Was dem Spiel trotz größter ­Anstrengung jedoch fehlt, ist eine Seele.
Sandkasten in der Wüste

Um das zu verdeutlichen, ziehen wir Grand Theft Auto IV zum Vergleich heran, denn der Spielablauf in Far Cry 2 ähnelt der Gangster-Ballade: Im Zentrum der zweigeteilten Spielwelt liegt jeweils ein Dorf, wo Ihr Aufträge der APR oder UFLL annehmt. Die beiden Fraktionen bekämpfen sich nach dem Fall der Regierung und bezahlen Euch dafür, gegnerische Produktionsanlagen, Rundfunksender und Vorräte zu sabotieren oder unliebsame Rädelsführer auszuschalten. Trefft Ihr andere Söldner und Widerstandskämpfer, werdet Ihr mit einem Knopfdruck beste Freunde. Fortan schlagen sie Vorgehensweisen vor, mitunter rettet Ihr Euch aus der Bredouille.

Ballert Ihr nicht gerade missionsrelevante Gegner ab, streunt Ihr per pedes oder motorisiert durch die frei begehbare Spielwelt. Oder Ihr arbeitet für den Waffenhändler, der an mehreren Orten Filialen ­unterhält. Vernichtet ­Lieferungen der Konkurrenz und er bietet frische Waffen feil. Weitere Mordaufträge gibt es an ­Telefonmasten, wo Ihr Euch in die Leitungen hackt. Zu guter Letzt dealt Ihr im Auftrag des örtlichen Pfarrers mit gefälschten Papieren, um an dringend benötigte Malaria-­Medikamente zu gelangen. Tut Ihr das nicht, fällt Euer Alter Ego nach ein paar Krankheitsschüben tot um.

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captain carot
I, MANIAC
captain carot

Bis auf den Namen hat Far Cry halt auch absolut nix mit den Fortsetzungen gemein. Ich war schon kein Fan von der damaligen Konsolenfassung des Erstlings. Die wirkte in einigen Punkten schon sehr abgespeckt.

Far Cry 2 hat, wie eigentlich auch AC1, eine Reihe guter Ansätze aus denen es nicht wirklich was macht. Aber vor allem auch nicht wirklich was mit dem ‚Vorgänger‘ gemein

Whitebeard91
I, MANIAC
Whitebeard91

Sehe ich genau so. Teil 2 war echt schwach. Schon überraschend, wie viel besser Teil 1 war. Teil 3 bleibt für mich der Beste. 5 und 6 habe ich gar nicht mehr gespielt und Teil 7 soll schon dieses Jahr erscheinen

Rudi Ratlos
I, MANIAC
Rudi Ratlos

Schlechtester Teil der Reihe und leider absolut generisch. Das hat auch die (damals) feine Technik nicht rausgerissen. Der Nachfolger war (vielleicht auch wegen dieser Enttäuschung) dann umso besser.

genpei tomate
I, MANIAC
genpei tomate

Bezweifelt auch keiner, but…can it run Crysis lief auf mein altes Dualcore-dingens mit ebenfalls Radeon Karte trotz mid-Settings am Limit und hatte das Gefühl, die Kiste fliegt mir gleich um die Ohren.
Ich war aber nie der reine “Tech” Spieler auf Pc und hab damals meistens Freunde zum Konfigurieren heran gezogen. Es war eine tolle Zeit für mich, mit dem Wieder-entdecken von FpShooters, die ich seit N64 Tagen nicht mehr angefasst hatte und ab Ende der X360 Ära hatte sich das bis heute wieder erledigt, das Genre packt mich nämlich, bis auf Doom , gar nicht mehr.

captain carot
I, MANIAC
captain carot

Klugscheißer Mode: Far Cry 1 nutzt nur einen Core und Crysis nur zwei.

Ich fand das Gejammer wegen des Hardware Anspruchs immer ein bisschen albern. Far Cry hab ich damals zuerst mit Geforce 4 Ti 4200 AGP8x gespielt (hieß wirklich so) und das sah schon top aus. Klar, später mit Geforce GTX 6800 noch besser.

Crysis damals ‚nur‘ mit medium bis very high Mix auf Radeon HD 3850 mit günstigem Dual Core. Wenn man nicht alles unbedingt auf Rechtsanschlag haben musstegingen die Crytek Sachen gut und sahen trotzdem top aus.

genpei tomate
I, MANIAC
genpei tomate

Hab Rayman auf der Wiiu für mich wieder entdeckt, nachdem ich die Serie zwar seit Jaguar Zeiten kannte ( besaß ich sogar) sie aber nie einen großen Stellenwert in meiner Zocker-Vita eingenommen hat.
Das U Teil war spaßig, es mit meinem Sohn zu zweit zu spielen, als er noch klein war, aber Solo reizt es mich nicht.
Rayman muss also für die Reputation der Ubi-Formel als Gegengewicht her halten, aber Fans können auf neue Folgen anscheinend lange warten.

Die besten Far Cry Folgen kamen von Crytek, aber dafür musste ich damals meinen Pc so was von mächtig tunen “Bohaa! Quadcore!!” ! 😉

captain carot
I, MANIAC
captain carot

Rayman Origins/Legends? 😜

AC war anfangs noch relativ linear, trotz offener Gebiete. Richtig OW war es nicht. Und IMO ist das auch nicht mal unbedingt das Problem. Ubisoft hat damals zumindest angefangen, eher nach Baukasten vorzugehen und das in einer Art, wo man dazu neigt, immer das gleiche Vorgehen anzuwenden. Anders als etwa bei Zelda, wo die gegnerischen Stützpunkte eigentlich zum Experimentieren einladen nutzt man bei Ubiworlds eigentlich ganz schnell Schema F, weil das halt funktioniert.

Dazu kam dann immer mehr ‚musst du machen‘ Füllstoff, weil man irgendwie genötigt ist, wirklich jeden Kack aufzurüsten. Far Cry 2 kann man dabei vielleicht als Vorläufer des Ubi-Baukastens sehen.

genpei tomate
I, MANIAC
genpei tomate

“als weniger Inhalt mit mehr Abwechslung.”
Sollte sich jeder Entwickler auf die Fahne schreiben, dann hätten wir weniger das Problem, dass die grafisch/technischen Möglichkeiten einer Engine diktieren, wie viel “Inhalt” ein Spiel aufzuweisen hat.
Sorry an die Ubi Fans da draußen, aber ich habe nun mal alle ersten Far Cry Spiele, Ass Creeds, Wasch Dogs und wie sie alle heißen gespielt und selbst obskures Zeug wie Red Steel 1 und 2, Zombi U etc. in der jeweiligen Kiste zum rotieren gebracht:
Nicht, dass ich der Firma keinen Hang zur Vielfalt absprechen würde, aber Gameplay Designer haben sie dort keine eingestellt, die mich je so richtig begeistert hätten.

Kikko-Man
I, MANIAC
Kikko-Man

Bis heute habe ich nicht verstanden, wie Ubisoft mit der P360-Genration in diese “bigger is better”-Falle getappt sind, aus der sie nie wieder rausgekommen sind. Wenn Engine und Szenario stehen, ist es vielleicht einfach kosten- und zeiteffizienter sehr viel Fuellmaterial zu kreieren, als weniger Inhalt mit mehr Abwechslung.

ghostdog83
I, MANIAC
ghostdog83

Zahlreiche Videos ­haben in den letzten ­Monaten gezeigt, wozu ­Ubisofts ­Dunia-Engine fähig ist.

Darin dürfte das Problem liegen, weshalb das Spiel damals wie heute eine ziemliche Enttäuschung für mich war und ist – selten wie hier habe ich ein so repetitives Spiel erleben dürften, wo die anfängliche Begeisterung zu einem gefühlt endlosen Müßiggang wurde.

Ähnlich wie bei Assassin’s Creed scheint bei der Entwicklung ein Großteil der Zeit in die Engine und deren Möglichkeiten geflossen zu sein, was sich am Ende am spielerischen Inhalt wiederspielt, der sehr zu wünschen übrig lässt. Die Art und Weise, wie die Missionen und die Spielwelt aufgebaut sind, wirkt beliebig, folgt einem fast immer gleichen Schema – was sich nur dadurch eingrenzen lässt, den Titel häppchenweise zu konsumieren. Spielt man zudem einen der Nachfolger, fallen die Schwächen im Spieldesign noch umso größer auf – den selbst diese Titel haben trotz ihres weitaus größeren Fundus an spielerischen Möglichkeiten mit dem Problem zu kämpfen, im späteren Spielverlauf zu ermüden.

Insgesamt ein niedriger 70er Titel für mich, der trotz der Kritik (zu nennen wäre u. a. noch die fehlende Möglichkeit, Gegner zu markieren, was bereits in Far Cry möglich war) seinen Platz hat, die Grundlage für die späteren Nachfolger gelegt zu haben, verbunden mit dem Versuch, ein realistisches Szenario zu erschaffen.