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Auch das Waffendreieck wurde überarbeitet: Zwar sind nach wie vor beispielsweise Pfeil und Bogen die beste Waffe gegen fliegende Einheiten, sonst wurde das System aber ein Stück weit entschärft. Anstatt sich im Schadenswert niederzuschlagen, wirken sich Waffen-Affinitäten nun auf die Konterfähigkeit aus. Greift Ihr einen Axtträger mit dem Schwert an, wird der die Waffe fallen lassen und erst wieder Angriffe kontern, wenn er erneut an der Reihe war. Das macht das Waffendreieck nach wie vor zum wichtigen Taktik-Element, verringert aber auch die Wahrscheinlichkeit, Helden oder Schurken bereits mit einem einzigen Treffer über den Jordan zu schicken.
Und dazu kommen die Embleme: Die werden über die erwähnten Ringe ausgerüstet und können sich dann mit Euren Figuren verbinden und ihnen so spezielle Aktionen und Attacken gewähren: Mal schlagt Ihr besonders hart zu, mal teleportiert Ihr Euch quer über Karte, mal heilt Ihr Eure Truppen – gerade im Kampf gegen hartnäckige Bosse kann der kluge Emblem-Einsatz der Schlüssel zum Sieg sein. Mit der Zeit verbessert sich auch das Verhältnis zwischen Helden und Emblemen, mehr Werteboni und andere Verbesserungen sind der Lohn dafür.
Die Embleme lenken die Aufmerksamkeit auch auf eine andere Eigenschaft des neuen Fire Emblem: die Charakterdesigns. Denn als Helden vergangener Episoden machen sie sehr deutlich, was sich an der Designfront im Jahr 2023 geändert hat: Ein Großteil der neuen Charaktere und Kostüme scheint vor allem in Hinsicht auf Cosplayer gestaltet zu sein. Grell-mehrfarbige Frisuren, endlose Accessoires, ausladende Kleider im Sahnetorten-Look oder Catsuits und Sterne im Haar mögen gut auf eine Anime-Convention passen. Auf dem Fantasy-Schlachtfeld wirken die neuen Figuren gerade im Vergleich zu den zurückhaltenderen, dadurch aber auch überzeugenderen Helden von früher doch oft ziemlich deplatziert.
Allerdings könnt Ihr da auch teilweise selbst nachhelfen: Nach jeder Schlacht dürft Ihr in Eure Basis, das Somnium, zurückkehren, wo Eure Truppe in zivil ihren Alltagsgeschäften nachgeht. Haltet ein paar Schwätzchen, legt Trainingsrunden ein, investiert Geld in die Nationen von Elyos, füttert Euer Truppen-Maskottchen oder kauft ein: Ihr findet dort nicht nur Heilmittel und Waffen, sondern auch neue Outfits und Kostüme – vielleicht ist da eher etwas für Euren Geschmack dabei. Im Gegensatz zu den langen Sequenzen im Kloster Garreg Mach im direkten Vorgänger sind Eure Aufenthalte hier weit weniger ausführlich: Schnell rufen wieder das Abenteuer und die nächste spannende Schlacht.









Wäre interessant diese Statistik. Nehme mal an die meisten neuen Spieler werden auf normal und ohne perma-death spielen, weil sie sonst Pipi in den Augen haben 🙂 Aufgepasst, beim ersten Teil mit Einstellungen auf DS ist das Balancing besonders verhunzt. Mit 30x neu starten pro Map kommt das hin. Weiss nicht ob du dir das antun willst.
Gibt es eigentlich Statistiken, die aufzeigen, wie häufig die neueren Teile „klassisch“ gespielt werden?
Gehört zwar imo bei FE dazu, dass die Helden abtreten können, aber (ich spiele gerade noch einen 3DS-Teil) ich merke auch, wie frustrierend es ist, eine Karte zum 30ten Mal neu zu starten, weil ich halt doch wieder einen Fehler gemacht habe 😅
Die Storymissionen fand ich auf schwer nicht so wild, aber manche Sidequest ist extrem viel schwerer. Das Balancing stimmt in dem Punkt für mich tatsächlich nicht. Das hab ich vom Vorgänger nicht so krass in Erinnerung.
Spaß hatte ich trotz Unzulänglichkeiten bei Story und Charakteren zwar trotzdem genug, zumal es eben in vielen Punkten wieder fokussierter zugeht.
Als alter Fan muss ich leider sagen, dass seit man die Schwierigkeit einstellen kann, das Balancing im Eimer ist. Fire Emblem mit Einstellungen bzw. Kompromissen (kein Perma-Death) ist halt schon eine harte Nummer für Serien-Kenner. War diesmal guter Dinge, aber die letzte Map ist auf Hard/Classic die reinste Folter (mehr unfassbar mühsam als schwierig).
So musste ich tatsächlich abbrechen und hatte dermassen die Schnauze voll, das ich mir nicht mal die Endsequenz auf youtube angesehen habe. Schönen ironischen Dank wieder mal an die Casual-Fraktion.