Infinity Nikki – im Test (PS5)

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Halten der regelmäßige Ausbau Eurer Fähigkeiten und das Kennenlernen neuer Mechaniken in den ersten Stunden noch vorbildlich bei Laune, lassen spätere Kapitel etwas nach. Einmal an alle Elemente gewöhnt, rückt eine redselige Handlung in den Fokus. Die hat durchaus ihre charmanten Momente, ist über weite Strecken aber allenfalls zweckdienlich und nimmt folglich schon mal unnötig das Tempo aus dem quirligen Abenteuer.

Ein furioses Abenteuer will ­Infinity Nikki aber auch gar nicht sein. Im Gegenteil: Neben der neu gefundenen spielerischen Freiheit setzt es vor allem auf jede Menge Gemütlichkeit. Auch dieser Aspekt erfindet sicher nichts neu – wie in Animal Crossing & Co. fangt Ihr Insekten, angelt nach Fischen oder striegelt zuckersüße Tiere. Daraus gewonnene Ressourcen investiert Ihr dann in das Schneidern frischer Kleider. Neben wichtigen Fähigkeiten-Outfits winkt ein unbändiger Wust an erspielbaren Klamotten, mit denen Ihr Nikki bis ins kleinste Detail nach Eurem Geschmack – oder den Anforderungen regelmäßiger Stylingduelle – einkleidet. Sämtliche Stoffe, Frisuren und Accessoires glänzen mit herausragendem Detailgrad und sind eine Wonne fürs Auge. Bringt Ihr einen grundlegenden Enthusiasmus für Mode mit, werdet Ihr sicher genauso viel Zeit in Nikkis Kleiderschrank verbringen wie auf ihrem eigentlichen Abenteuer. Etwas lästig gestaltet sich in dem Kontext allein eine wenig intuitive und – schlimmer noch – störrische Menüsteue­rung, die nicht jede Eingabe auf Anhieb registriert, und Freunde einer invertierten Y-Achse vermissen derzeit nach wie vor eine solche Option. Schade auch, dass die Bildrate selbst auf einer PS5 Pro auf lediglich 30 fps fixiert ist.

Bleibt noch ein letzter wichtiger Punkt zu klären: Als Free-to-Play-Spiel beinhaltet Infinity Nikki natürlich ein umfangreiches Sortiment an Mikrotransaktionen – mehr dazu im Anschluss. Undurchsichtige Menüs überfordern mit zig Währungen und Gacha-Möglichkeiten, aber keine Sorge: Im Test stellte sich das kostenpflichtige Angebot tatsächlich als rein kosmetisch und damit höchst optional heraus. Ihr fühlt Euch zu keinem Zeitpunkt gezwungen, Echtgeld zu investieren, unüberwindbare Fortschrittshürden werden Euch nicht in den Weg gestellt. Hier und da bremst zwar ein Styling-Test oder Rang-Check temporär aus, wenn Ihr zu flott durch die Hauptgeschichte huscht – das dürfte Euch bei normalem Spieltempo und gewissenhaftem Nachgehen von Nebenaufgaben aber kaum aufhalten.

Das Angebot an Mikrotransaktionen ist eingangs undurchsichtig und erschlagend – eben ein typisches Gacha-System, das Euch glücksbasierte Ziehungen aus vorgegebenen Kollektionen ermöglicht. Zum Zeitpunkt des Tests wurden drei ­Banner – sprich: themenbasierte Sortimente – angeboten. Ihr investiert Resonit- (für Standard-Banner) und Enthüllungs-Kristalle (für Event-Banner), um zufallsbedingt ausgewählte Teile der entsprechenden Kollektion zu erwerben. Garantiert wird dabei ein 4-Sterne-Item nach 10 sowie ein hochwertiges 5-Sterne-Item nach 20 Ziehungen. Besagte Währungen erwerbt Ihr – wie auch Stellariten zum direkten Kauf von Outfits und Ressourcen – im Echtgeld-Shop für bis zu 100 Euro. Da diese rein kosmetisch sind, gestalten sich die Mikrotransaktionen optional. Sie haben keinen nennenswerten Einfluss auf Euer Abenteuer.

 

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