Killer7 – im Klassik-Test (PS2)

3
2327
Zurück
Nächste

Meinung

Raphael Fiore meint: Ein blutüberströmtes Kunstwerk! Die simple und effektive ‘Wie-auf-Schienen-Laufen’-Steuerung lässt keine Orientierungsschwierigkeiten zu und das stete Aufleveln Eurer Mörder macht selbst ungeübte Ego-Shooter zu Profis. Zudem sagt mir die verstrickte, mit rücksichtslosen und ­rohen Dialogen übersähte Story in allen Belangen zu – eine originalgetreue Filmumsetzung würde Tarantino zur Ehre gereichen. Ebenso ­stimmig präsentieren sich die bombastischen Anime-Storysequenzen und die cineastische Kameraführung im Spiel. Auch die Liebe zum Detail verdient ein Extralob: Nach den einfallsreichen, fesselnden und teils ­nervenraubenden Endgegner-Scharmützeln verwirrt Euch schon einmal eine Hommage an Abspänne aus längst vergangenen Zeiten. Schließlich überzeugen das exquisite, coole Anti-Helden-Design und die absonderlichen Rätseleinlagen. ­Lediglich die langen Ladezeiten (auf der PS2 ein Atmosphäre-Killer) und der knackige Einstieg ­min­dern das Gore-Festival. Trotzdem: Wer sich auf das abgefahrene Experiment einlässt und sich von gängigen Videospielschemen trennt, erlebt leidenschaftliche Bildschirm-Poesie für Erwachsene.

Oliver Schultes meint: Seit meinem ersten Kontakt mit Killer 7 bin ich hin- und hergerissen: Einerseits faszinieren die innovativ-abgefahrene Präsentation und das obskure Mörder-Septett mit ihrer Eigenständigkeit beziehungsweise kunstvollem Design. Auf der anderen Seite macht einem Capcoms Killer-Kunstwerk das virtuelle Leben unnötig schwer. Der knallharte Einstieg ­sowie die uninspirierte Item-Sucherei bringen einen in der realen Welt ­regelmäßig an den Rand des Wahnsinns. Außerdem nervt das ‘Sich nicht bewegen können während man zielt oder nachlädt’ – dadurch endet Ihr nicht selten als blutiges Häufchen Elend. Warum die PS2-Fassung in ­puncto Technik (Ruckler, Farbarmut, Ladezeiten) dem Gamecube ­hinterherhinkt, weiß wohl nur der geisteskranke Mr. Smith.

Zurück
Nächste
3 Kommentare
neuste
älteste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Max Snake
9. Oktober 2023 19:03

Killer 7 war ursprünglich als Gamecube exklusiv gedacht. Doch wegen niedrigen Erfolge, kam es gleichzeitig für die Playstation 2.
Grad die Steuerung war für Sony’s Besitzer überfordert. Wer die Wahl hat, greift zur Nintendo’s wunder Würfel.

Killer 7 setzt in mir eine Kunst Erlebnis wie kein 2. Mal. Somit wurde mir das Interesse für interaktive Kunst Unterhaltung erweitert.

LaimNeeson
2. Mai 2023 16:45

War damals seiner Zeit voraus. Ich war damals auch noch nicht bereit dafür und hatte etwas komplett anderes erwartet. Heute sehe ich diesen “Exoten” doch mit anderen Augen.

Dirk von Riva
2. Mai 2023 16:40

Warum die PS2 hinterher hinkte? Zumindest nach der Meinung eines Redakteurs bei euch… na weil der Gamecube leistungsfähiger war und ist ^^