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Vor allem die Jagd nach ängstlichen Papier-Toads nimmt beim neuen Mario-Rollenspiel eine zentrale Rolle ein. Oft kommt Ihr nur weiter, wenn Ihr eine ausreichende Menge der flachen Hasenfüße eingefangen und beruhigt habt.
Denn gegen die vereinten Kräfte der Bowser-Horden brauchen auch drei Klempner Hilfe: Zum Glück ist da Toadette, die gemeinsam mit den Papier-Toads riesige Papercraft-Mechs baut, mit denen die drei Helden dann Bowsers Pappkameraden so richtig das Fürchten lehren. Zusätzlich zu den klassisch-rundenbasierten Kämpfen mit starkem Fingerfertigkeit-Fokus gilt es, jetzt auch Papercraft-Kämpfe zu meistern: Die großen Karton-Mechas steuern sich ein wenig wie Panzer: Haltet auf die Gegner zu, rammt sie, wenn sie gerade einen Angriff vorbereiten und springt in hohem Bogen drauf, wenn sie am Boden liegen – das bringt Abwechslung in den Rollenspiel-Alltag. Wobei “Alltag” bei Paper Jam Bros. nur selten gegeben ist, immer wieder überrascht das Spiel mit witzigen Einfällen, originellen Aufgabenstellungen oder einer neuen Mechanik im Kampf.
Dankenswerterweise hält sich Labertasche Glitzerstern dieses Mal mit Erklärungen mehr zurück als noch im direkten Vorgänger: Bestand Mario & Luigi: Dream Team Bros. gerade in den ersten Spielstunden darauf, Euch permanent an der Hand zu halten und jedes noch so kleine Detail im endlosen Redeschwall ausführlich zu erklären, traut Euch das neue Abenteuer wieder mehr zu. Natürlich wird auch hier noch viel geredet, aber oft könnt Ihr die lästigen Belehrungen auch ablehnen oder zumindest per schnellem Vorlauf abkürzen. Manchmal werdet Ihr sogar einfach an das Tutorial-Menü verwiesen – eine wahre Wohltat nach der Erklärungswut des Vorgängers.
Technisch gibt sich Paper Jam Bros. keine Blöße: Polygonszenarien werden gekonnt mit 2D-Sprites verknüpft. Selbst wenn die platten Figuren aus Paper Mario herumwuseln, wirkt alles wie aus einem Guss. Das ist vor allem den gelungenen Animationen anzurechnen: Die Sprite-Künstler bei AlphaDream leisteten ganze Arbeit und so bewegen sich Helden und Schurken mit einer beeindruckenden Geschmeidigkeit durch die bunte Welt. Schon allein das simple Laufen durch die technisch sehr sauberen Szenarien ist dadurch charmant.
Die gekonnt eingesetzten Rollenspiel-Elemente sorgen selbst 30 Jahre nach dem ersten Dragon Quest für Langzeit-Motivation – Leveln, bessere Ausrüstung kaufen und sich dann über die gesteigerte Performance im Kampf freuen – das macht auch im Jahr 2015 noch kolossal viel Spaß.









Sehr schönes Spiel – nach 16 Stunden ist das Kampfsystem jedoch schon ein wenig repitativ.Aber hier und da mal eine halbe Stunde reinspringen macht immer wieder Spaß.