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Als Pathfinder sollt Ihr neue bewohnbare Planeten erkunden, Außenposten gründen und Ressourcen erschließen, damit die Besiedlung der neuen Galaxie erfolgreich verläuft. Zunächst findet Ihr die vermisste Raumstation Nexus, die zum lebendigen Zentrum des Heleus-Clusters wird – mit Geschäften, der neuen Chefetage und jeder Menge Nebenaufträgen. Dort erhaltet Ihr auch ein Raumschiff, die Tempest – sie wird Eurer neues Zuhause. Via Galaxiekarte reist Ihr von System zu System, scannt auf Anomalien und findet Materialien – wirklich wichtig sind jedoch nur eine Handvoll Planeten, auf denen Ihr landen könnt. Die sind dafür sehr weitläufig und überzeugen mit grandiosen Kulissen: dampfender Dschungel mit fluoreszierenden Pilzen in violetter Abendstimmung oder tiefblaue Säureseen mit weißer Salzkruste und seltsamer, korallenartiger Flora; Wetter und Tageszeit sind leider statisch. Die Grafik ist grundsätzlich ordentlich bis richtig gut und bleibt dem gewohnten Mass Effect-Look treu.
Fehlerfrei ist Andromeda aber nicht: Neben serientypischen Charakter-”Teleports” in den Sequenzen gibt es ein, zwei Gebiete mit üblen Rucklern und langsamem Texturnachladen. Auch sagen Ryder und Kumpanen manchmal Sätze doppelt oder vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen. Gravierende, das Vorankommen behindernde Bugs sind bei unserem Durchspielen aber nicht aufgetreten. Die Visagen der meisten Haupt- und Nebencharaktere sind gelungen, auf ein paar Pfannkuchengesichter trifft man aber doch. Der Versuch, Lippensynchronität für alle Sprachen zu realisieren, verdient Lob, führt jedoch zu unnatürlich schnellen Mundbewegungen, die aber nach den ersten Spielstunden weniger stark auffallen.
Der Umfang des Spiels ist enorm, 100 Stunden Spielzeit keine Ausnahme. Denn auf den weitläufigen Planeten gibt es sehr viel zu tun. Die Lebensfeindlichkeit dieser Welten hat einen Auslöser: Es gibt sogenannte Gewölbe, stylishe Strukturen von einer fremden Spezies zum Terraforming entwickelt – die sind jedoch deaktiviert. Dank einer von Eurem Vater entwickelten KI könnt Ihr die Geräte aber zum Laufen bringen.
Doch Ihr seid nicht die einzigen, die an dieser Technik interessiert sind: Die erste fremde intelligente Spezies, auf die Ihr trefft, sind die Kett – knochige, nicht sehr freundliche Gesellen. Nach vergeigtem Erstkontakt lasst Ihr die Waffen sprechen. Die Kämpfe sind weniger übersichtlich als in Mass Effect 2&3, dafür dynamischer. Sich hinter Deckungen zu verbarrikadieren, ist kaum drin; mit dem neuen Jetpack könnt Ihr nun schnell ins Kampfgeschehen, aber auch schnell wieder heraus. Je nachdem, ob Ihr gerne direkt an vorderster Front steht oder lieber aus geschützter Position die Gegner wegsnipert, könnt Ihr Euren Charakter entwickeln. In Andromeda habt Ihr keine Klassenbeschränkungen, Ihr könnt alle Fähigkeiten – wie Sturmangriff, Betäubungsschuss oder Kryo-Strahl – wählen, egal ob Ihr auf Biotik, Kampf oder Tech setzt.
Investiert Ihr genug Punkte in einem Gebiet, schaltet Ihr Profile wie Frontkämpfer oder Soldat frei und erhaltet Boni. Ihr könnt zwar nur drei Fähigkeiten auf einmal ausrüsten, dafür vier verschiedene Sets davon konfigurieren, die Ihr im Kampf wechselt – praktisch. Das Jetpack erlaubt auch einige kleine Hüpfeinlagen: Die funktionieren ganz gut, sind manchmal aber auch nervig.








