Murdered: Soul Suspect – im Test (PS3)

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Nur weil man stirbt, ist noch lange nicht alles vorbei: Das stellt der verblichene Cop Ronan O’Connor fest, denn er muss die IdentitĂ€t seines Killers klĂ€ren, um das StĂ€dtchen Salem hinter sich lassen zu können und mit seiner Liebsten vereint zu werden. Dabei greift Ihr ihm unter die Arme, denn alleine kommt er nicht voran: Interaktion mit der echten Welt ist ohne physische PrĂ€senz eben schwierig.

Anfangs dĂŒrft Ihr nur Indizien in der Umgebung betrachten und versuchen, indirekt Einfluss zu nehmen: Nehmt die Körper von Lebenden in Besitz und lauscht ihren Gedanken. Manchmal könnt Ihr auch durch ihre Augen blicken oder sie mittels der richtigen Erinnerung veranlassen, zu Euren Gunsten aktiv zu werden. Bald trefft Ihr zum GlĂŒck das junge Medium Joy, das Euch wahrnehmen kann: Mit ihr zusammen lĂ€sst es sich besser ermitteln, allerdings liegt es an nun Euch, sie unbemerkt zu den SchauplĂ€tzen zu schleusen, indem Ihr mit Euren GeisterkrĂ€ften andere Menschen ablenkt.

Murdered erinnert vor allem an den Ermittler-Aspekt von L.A. Noire und nimmt Euch gerne an die Hand: Das Abenteuer lĂ€uft weitgehend linear ab, nur manchmal bleibt Ihr kurzzeitig hĂ€ngen, weil das entscheidende Indiz ĂŒbersehen wurde. Hin und wieder sollen Beweise kombiniert werden, doch da bei Fehlern keine Konsequenzen drohen, tut es zur Not auch simples Durchprobieren. Ein Hauch von Action kommt lediglich bei den aufgesetzt wirkenden, schnell monoton werdenden Schleich-Einlagen ins Spiel, wenn feindselige DĂ€monen durch die Gegend patrouillieren. Da Ihr keine Waffen habt, mĂŒssen sie durch unbemerkte AnnĂ€herung bezwungen werden, sonst haucht Ihr Euer ”Leben” aus.

Spielerisch scheut Murdered frische Ideen fast wie der Teufel das Weihwasser, grafisch wird bedingt durch die nĂŒchtern inszenierten SchauplĂ€tze lediglich solide, wenig abwechslungsreiche Hausmannskost geboten. Deshalb mĂŒssen Story und Charaktere fĂŒr Motivation sorgen: Das gelingt weitgehend, denn die Partnerschaft von Ronan und Joy ist gelungen in Szene gesetzt. Die Handlung wartet mit genĂŒgend Schockmomenten und nicht offensichtlichen Überraschungen auf, um ĂŒber die (nicht allzu lange) Spielzeit keine DurchhĂ€nger zu produzieren – viel mehr schafft sie aber auch nicht.

Ulrich Steppberger meint: Ärgern musste ich mich ĂŒber Murdered nicht, doch ein Gedanke kam mir immer wieder: In der Figur Ronan O’Connor steckt ebenso Potenzial wie in der unterm Strich gelungenen Story – wieso wird das alles dermaßen unambitioniert abgefrĂŒhstĂŒckt? Dass die Technik gerade auf Next-Gen-Hardware bieder ausfĂ€llt, ist schade, aber verkraftbar. Schwerer wiegt der Verzicht auf jeglichen Einfallsreichtum im Spieldesign. Das Abklappern der verschiedenen LokalitĂ€ten folgt stets der gleichen simplen Masche: Alles anschauen, Hinweise sammeln, simple Schlussfolgerungen ziehen und wieder von vorn – wenig aufregend, außer wenn die pingelige Steuerung nervt. Auf die Stealth-Abschnitte könnte ich zudem gut verzichten, echten Mehrwert bringen sie dem Detektiv-Abenteuer jedenfalls nicht.

  • Schwerpunkt auf Abklappern der Tatorte nach Hinweisen
  • Stealth-Einlagen etwas hakelig
  • jede Menge Hintergrundinfos als Sammelmaterial versteckt

AtmosphÀrisches Mystery-­Abenteuer, dessen Story gut genug ist, dass man die simpel gestrickte Indiziensammelei hinnehmen kann.

Singleplayer67
Multiplayer
Grafik
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ischbitz1
2. Februar 2015 13:51

Ich habs vor kurzem im PSN fĂŒr ca. 18,- gekauft. Mit dem Test stimme ich ĂŒberein, aber ich hatte meinen Spaß damit.

Sauerland ist Schauerland
18. Juli 2014 18:51

Du bist total der Fanboy. Ich finde die zweite Meinung sehr treffend, scheint ein cooler Typ zu sein. 😉

Sauerland ist Schauerland
18. Juli 2014 11:29

Ich fand die Story weder sehr spannend, noch spielerisch sehr abwechslungsreich. Mir war es auch zu linear, zu leicht und zu kurz fĂŒr einen Retail Titel. Die 5-7 Stunden Spielzeit kann man sich auch getrost bei youtube angucken. Der Widerspielwert ist gleich null. L.A. Noire war da in jeder Beziehung um Welten besser. Von daher finde ich US Wertung noch sehr gnĂ€dig und eigentlich etwas zu hoch. Ich finde es auch nicht wirklich schlimm, dass das Spiel keinen Nachfolger mehr erfahren wird.

17. Juli 2014 17:50

fĂŒr mich ne kleine perle, endlich mal kein krach, brumm, beng… es war völlig entspannt zu spielen, die Geschichte ist auch eine und der abspann flimmerte zum richtigen Zeitpunkt… nicht zuviel und nicht zu wenig… nach dem Action Einheitsbrei mit dem wir seit fast nen Jahrzehnt abgespeist werden, hat sich das fĂŒr mich angefĂŒhlt wie ne echte Offenbarung…die Kritikpunkte vom Herrn Steppberger sind berechtigt, aber mir persönlich ist nen 60ziger spiel mit Story zig mal lieber als nen 90er titel der mich fĂŒr dumm verkaufen will…

Boushh
17. Juli 2014 17:47

Ich hatte meinen Spass mit dem Spiel, auch wenn es nicht der erhoffte Burner geworden ist. Die Wertung geht absolut in Ordnung, als ich es ein paar Tage vor dem offiziellen Release durchgezockt hatte, habe ich es fĂŒr mich mit einer 7/10 bewertet.

Max Snake
17. Juli 2014 14:56

Ich habe eigentlich gefreut mal was erfrischendes zu spielen, aber das war wohl nicht schade. Ich werde es irgend wann mal ausleihen.