
Meinung
Lennard Willms meint: Eigentlich habe ich New Pokémon Snap nicht wirklich etwas vorzuwerfen: Als kurzweiliger Foto-Rail-Shooter macht das Spiel durchaus Laune – in den Strecken steckt viel Liebe zum Detail und die einzelnen Umgebungen sind schön abwechslungsreich gestaltet. Trotzdem hätte ich mich über mehr Mut zur Innovation gefreut: Frei bereisbare Open-(Schlauch)-Welten hätten dem Titel sicher gut zu Gesicht gestanden. So ist der neue Teil nicht viel mehr als ein Inhalts-Update des N64-Ur-Snaps. Wenn auch ein ziemlich kompetentes, zugegeben.









@Lennard Willms
Danke Dir für die Erklärung! So ganz kommen wir nicht zusammen, auch wenn ich Dich in Teilen durchaus verstehe. Ich denke dennoch, dass man dann den Vorwurf der Stagnation in den meisten Fällen dem Großteil an gängigen Serienfortsetzungen vorwerfen müsste. Hier habe ich nicht ganz verstanden, warum die Kritik eben spezifisch “Snap” betreffen soll. Das Gedankenspiel ist aber natürlich dennoch interessant.
Ansonsten bin ich aber stellenweise dennoch bei Dir: Klassische Spielkonzepte dürfen gerne klassisch bleiben, moderne Interpretationen sich hingegen gerne weiterentwickeln. Videospielekultur sollte vielfältig bleiben!
@Lennard Willms wurde es denn als Neuinterpretation vermarktet bzw. wollte es denn eine sein? Ich mein, es stimmt schon, Anfang der 2000er war Pokémon absolut einzigartig und viele Wege wurden vorbereitet oder auch erstmalig groß beschritten. Da wurde videospieltechnisch als auch kulturell einiges ins Rollen gebracht vonseiten Game Freak/Nintendo.
Berechtigung hat es durchaus, sich zu fragen: Na gut, schön ist es, aber gibt es irgendwas Neues?
Andererseits denke ich mir jedoch: Vom Primus nach mehr als zwanzig Jahren so ein Spiel endlich mal in der Neuzeit ankommen zu sehen, ist auch schon klasse. Das Konzept hätten sie ja auch ganz einfach versauern lassen können. Und selbst wenn es nichts “Außergewöhnliches” mehr sein möge: seinen Charme hat es durchaus und es ist ein schöner Zeitvertreib. Eher ein Entspannungstitel wie Animal Crossing (wobei letzteres natürlich mehr Potenzial und Möglichkeiten bietet).
Vielleicht pflegt Nintendo diesen Ableger in Zukunft etwas gründlicher; wie du schreibst, Luft nach oben wäre da. Ich fand es generell super, dieses Spiel in neuem Gewand zu erleben, da verzeihe ich Nintendo für’s Erste die Geradlinigkeit ;).
Da gibt es genug andere Titel, bei denen ich das störender empfinde.
Wobei ich es echt klasse finden würde, wenn man wirklich wie ein Forscher uneingeschränkt auf der ganzen Insel spazieren könnte. Das hätte für mich mehr das Gefühl einer unangetasteten Welt. Ohne Schienen.
Aber letztendlich ist das auch wieder nur Geschmackssache, wie viel oder wie wenig die Kritikpunkte wiegen. Meckern auf hohem Niveau, würde ich behaupten. Spaß hattest du, denke ich, ja trotzdem ?
@Max @ home Als ein solcher Rail-Shooter ist “New Pokémon Snap” ja auch durchaus kompetent und da will ich ihm sein Genre auch nicht zum Vorwurf machen. Beim Fabulieren über die “spielebare Naturdoku” am Schluss ging es mir eher darum, dass das Spiel zu wenig Neues wagt und sich so eben eher wie ein reines HD-Content-Update des Ur-Snaps anfühlt als wie eine wirkliche Neuinterpretation des Spielkonzepts. Es plätschert eben oft milde interessant vor sich hin. Da musste ich mir dann zwangsläufig überlegen, was man aus der Spielfantasie “Pokémon-Fotograf” noch so alles hätte rausholen können. Meine Gedanken sind da dann in Richtung Offene Welt gewandert – für die steht Pokémon ja eigentlich auch in seinen Hauptspielen. So war das eher als Denkanstoß gedacht.
Kleine Aktualisierung:
Am 4. August kommt ein kostenfreies Update mit drei neuen Regionen. 🙂
-> https://www.youtube.com/watch?v=ixIoWMn459c
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Zum Test: Schön geschrieben. Aber eines verstehe ich nicht so ganz: Warum wird hier ein Vertreter seiner Spieleserie für seine Genre-Zugehörigkeit kritisiert? Wird ein künftiges “THotD” in Zukunft auch dafür gerüffelt, kein 1st-Person-Shooter zu sein? Oder ein neues “Gradius”, weil es ja genauso gut auch eine cineastische 3D-Weltraumballerei hätte sein können?
Ich finde es schön, wenn sich ein klassisches Spielkonzept auch in heutigen Zeiten treu bleibt. Gerade, weil sich Videospiele von heute immer mehr anpassen und so allerhöchste Gefahr laufen, an Individualität und Charisma zu verlieren.