New Pokémon Snap – im Test (Switch)

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Wir schreiben das Jahr 2000 und der Pokémon-Hype befindet sich auf seinem Höhepunkt: Die Rote und Blaue Edition setzt für Nintendo nach wie vor Millionen um und beschert dem alternden Game Boy einen zweiten Frühling. Doch während im deutschen Karstadt die Spielzeugregale vor Plüsch-Pikachus und Sammelkarten nur so überquellen und Ash und seine Freunde auf RTL II in ihre zweite Staffel starten, plant man in Japan bereits den nächsten Coup: Was wäre, wenn enthusiastische Poké-Fans ihre Lieblingsmonster nicht nur als 2D-Sprites auf einem unbeleuchteten Game-Boy-Display fangen dürften, sondern sie auch dreidimensional in ihrer natürlichen Umgebung beobachten könnten?

Ein 3D-Pokémon ist zu Beginn des neuen Milleniums der Traum eines jeden Zehnjährigen und auch wenn die N64-Fotosafari ­Pokémon Snap diesen Traum nicht ganz erfüllen ­konnte – schließlich fängt man die ­Taschenmonster ja nur mit der Kamera ein, statt mit Pokébällen –, kommt sie trotzdem ziemlich nah ran.

20 Jahre später will es ­Nintendo nun noch einmal wissen und spendiert dem Kamera-Spaß mit New Pokémon Snap einen Nachfolger. Doch braucht es den in Zeiten ”echter” 3D-Ableger wirklich? Wie viel Innovation steckt im neuen Knips-Marathon, wenn das Novum lebensechter Mini-Monster wegfällt?

Nicht wirklich viel, um das an dieser Stelle schon einmal vorweg zunehmen. Oft fühlt sich New Pokémon Snap nämlich eher wie ein simples Upgrade des N64-­Originals an, statt wie ein eigenständiges Spiel. Wie im Erstling geht Ihr auch im neuen Teil als junger Kamera-Aficionado im Auftrag eines Pokémon-Professors auf die Pirsch, um jedes Taschenmonster abzulichten, das Euch vor die Linse kommt. An Bord eines Amphibienfahrzeugs fahrt Ihr im Rail-Shooter-Stil festgelegte Wege ab und erkundet 24 liebevoll designte Strecken: Vom traumhaften Sandstrand bis zur unwirtlichen Wüste – jede hält ihre eigenen Pokémon, Geheimnisse und alternativen Routen bereit.

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Max @ home
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Lennard WillmsLennard Willms

Danke Dir für die Erklärung! So ganz kommen wir nicht zusammen, auch wenn ich Dich in Teilen durchaus verstehe. Ich denke dennoch, dass man dann den Vorwurf der Stagnation in den meisten Fällen dem Großteil an gängigen Serienfortsetzungen vorwerfen müsste. Hier habe ich nicht ganz verstanden, warum die Kritik eben spezifisch “Snap” betreffen soll. Das Gedankenspiel ist aber natürlich dennoch interessant.

Ansonsten bin ich aber stellenweise dennoch bei Dir: Klassische Spielkonzepte dürfen gerne klassisch bleiben, moderne Interpretationen sich hingegen gerne weiterentwickeln. Videospielekultur sollte vielfältig bleiben!

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Lennard WillmsLennard Willms wurde es denn als Neuinterpretation vermarktet bzw. wollte es denn eine sein? Ich mein, es stimmt schon, Anfang der 2000er war Pokémon absolut einzigartig und viele Wege wurden vorbereitet oder auch erstmalig groß beschritten. Da wurde videospieltechnisch als auch kulturell einiges ins Rollen gebracht vonseiten Game Freak/Nintendo.
Berechtigung hat es durchaus, sich zu fragen: Na gut, schön ist es, aber gibt es irgendwas Neues?

Andererseits denke ich mir jedoch: Vom Primus nach mehr als zwanzig Jahren so ein Spiel endlich mal in der Neuzeit ankommen zu sehen, ist auch schon klasse. Das Konzept hätten sie ja auch ganz einfach versauern lassen können. Und selbst wenn es nichts “Außergewöhnliches” mehr sein möge: seinen Charme hat es durchaus und es ist ein schöner Zeitvertreib. Eher ein Entspannungstitel wie Animal Crossing (wobei letzteres natürlich mehr Potenzial und Möglichkeiten bietet).

Vielleicht pflegt Nintendo diesen Ableger in Zukunft etwas gründlicher; wie du schreibst, Luft nach oben wäre da. Ich fand es generell super, dieses Spiel in neuem Gewand zu erleben, da verzeihe ich Nintendo für’s Erste die Geradlinigkeit ;).
Da gibt es genug andere Titel, bei denen ich das störender empfinde.

Wobei ich es echt klasse finden würde, wenn man wirklich wie ein Forscher uneingeschränkt auf der ganzen Insel spazieren könnte. Das hätte für mich mehr das Gefühl einer unangetasteten Welt. Ohne Schienen.

Aber letztendlich ist das auch wieder nur Geschmackssache, wie viel oder wie wenig die Kritikpunkte wiegen. Meckern auf hohem Niveau, würde ich behaupten. Spaß hattest du, denke ich, ja trotzdem 😁

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Kleine Aktualisierung:
Am 4. August kommt ein kostenfreies Update mit drei neuen Regionen. 🙂

-> https://www.youtube.com/watch?v=ixIoWMn459c

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Zum Test: Schön geschrieben. Aber eines verstehe ich nicht so ganz: Warum wird hier ein Vertreter seiner Spieleserie für seine Genre-Zugehörigkeit kritisiert? Wird ein künftiges “THotD” in Zukunft auch dafür gerüffelt, kein 1st-Person-Shooter zu sein? Oder ein neues “Gradius”, weil es ja genauso gut auch eine cineastische 3D-Weltraumballerei hätte sein können?

Ich finde es schön, wenn sich ein klassisches Spielkonzept auch in heutigen Zeiten treu bleibt. Gerade, weil sich Videospiele von heute immer mehr anpassen und so allerhöchste Gefahr laufen, an Individualität und Charisma zu verlieren.