Predator: Hunting Grounds – im Test (PS4)

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Das wäre aber alles verschmerzbar, wenn die Mehrspieler-Runden regelmäßig spannend und knapp wären. Das waren sie in unseren zahlreichen Testmatches aber selten. Als Soldaten müsst Ihr im Dschungel verschiedene Ziele erfüllen wie Boote sprengen oder einen Drogenboss töten und zum Schluss per Helikopter entkommen. Regelmäßig stellen sich Euch strohdumme KI-Schergen in den Weg, die vom Flankieren oder In-Deckung-Gehen noch nichts gehört haben und als dankbare Erfahrungspunkte-Lieferanten dienen.

Als potenzielle ständige Gefahr treibt unterdessen der Predator-Spieler sein Unwesen. Er sieht die Umgebung aus der Third-Person-Perspektive, kann sich auf den meisten Ästen in luftiger Höhe bewegen, sich tarnen, eine Wärmesicht nutzen und falls nötig Wildschweine verputzen, um Lebensenergie zurückzugewinnen. Als Waffen nutzt er seine Klauen und seine Schulterkanone, später kommen Netzwerfer, Bogen und andere Todbringer hinzu. Leider ist er aber nicht so mächtig wie im Film. Bleiben die Soldaten-Spieler zusammen, schmieren sie sich regelmäßig mit Schlamm ein, um ihre Wärmesignatur zu verbergen, achten sie auf Bewegungen in den Bäumen und haben sie genug Heilspritzen und Munition, dann reicht rohe Feuerkraft, um den außerirdischen Jäger in seine Schranken zu weisen. Im Gegensatz zu Evolve, in dem sich die verschiedenen Charakterklassen stark voneinander unterschieden, ist die Teamzusammenstellung in Hunting Grounds ­unwichtig – Späher, Sturmsoldat und Co. spielen sich sehr ähnlich. Es braucht einen sehr geschickten und geduldigen Predator-Zocker, der immer wieder für ­Störfeuer sorgt, nach Attacken schnell verschwindet und gezielt ein Auge auf Nachzügler hat, damit Spannung aufkommt.

Treffen all ­diese Faktoren zu, entwickeln sich durchaus adrenalingeladene Kämpfe, in denen man als Soldat ständig auf die charakteristischen Laute und stampfenden Schritte des Predators wartet, hektisch die Umgebung absucht und panisch Richtung Abholpunkt flüchtet. Zu häufig geht der Jäger jedoch vorzeitig zu Boden. Töten die Menschen ihn schnell genug, müssen sie den Leichnam noch mal vor anrückenden KI-Söldnern verteidigen. Brauchen sie zu lang, kann der Predator seine Selbstzerstörung einleiten. Wagemutige versuchen sich an der Entschärfung mittels Minispiel, in der Regel nehmt Ihr jedoch die Beine in die Hand und versucht, rechtzeitig aus dem Explosionsradius zu entkommen. So endeten die meisten unserer Spielrunden – mit einem Lachen und einem lauten Knall. Vielleicht symptomatisch für das ganze Spiel.

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