Thief: Deadly Shadows – im Klassik-Test (Xbox)

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Meinung

Max Wildgruber meint: Garrett hat mein Herz gestohlen! Die Meckerei vorneweg: Thief: Deadly Shadows kann Sam Fisher nicht das Wasser reichen. Obwohl die Lichteffekte an manchen Stellen fast beangstigend lebensnah wirken und sinnvoll mit dem Spielprinzip verwoben sind, kommt der Gesamteindruck der Grafik nicht über sehr gutes Mittelmaß hinaus. Zu stark ruckelt die Optik, wenn mehr als zwei Figuren dargestellt werden, zu lang sind die Ladepausen zwischen den in Einzelbereiche unterteilten Spielarealen, zu staksig wirken die Animationen der Standardfiguren. Außerdem besitzt Herr Fisher ein ausgefeilteres Spektrum an akrobatischen Bewegungsmustern – Garrett kann nur hüpfen, rennen und gebückt schleichen. Auch die Gegner-Kl lässt zu oft das Skript erkennen und ist vorhersehbar. Abgesehen davon fesselt mich Garretts Xbox-Auftritt mit absolut stimmigem Mittelalter-Ambiente. Das Diebesleben in der verwinkelten Stadt bietet mir extrem viele Möglich keiten, meine sinistren Gelüste auszuleben. Die hervorragend erzählte Story konnte überdies von Meisterschriftsteller Umberto Eco persönlich verfasst worden sein.

Thorsten Küchler meint: Diebisches Spielvergnügen mit Macken: Als alter Thief-Anhänger konnte ich die Xbox-Rückkehr von Garrett kaum erwarten. Schade bloß, dass Ion Storm wie schon beim Firmenkollegen Deus Ex: Invisible War einige unnötige Schnitzer unterlaufen. Besonders die an sich ordentliche Wächter-Intelligenz sorgt für Stirnrunzeln: Mal überrascht der CPU-Trupp durch clevere Taktiken, mal bleiben Verfolger in Türrahmen hangenletzere Momente kratzen empfindlich an der Atmosphäre. Und auch in puncto Präsentation besitzt der Kleptomanen-Trip seine Stärken wie Schwachen: Während die Schatten-Darstellung entzückt, wirken diverse Details (wie etwa Wasseroberflächen oder Pflanzen) arg hingeschludert – der maue Soundtrack hätte ebenfalls mehr Hingabe vertragen. Warum der Digi-Raubzug dennoch fesselt? Ganz einfach: Herrlich spannende Missionen, millimetergenaue Kontrollen sowie die optionale Verfolger-Perspektive heben die Langfinger-Simulation weit aus dem Genre-Einerlei heraus. Mit dem Stealth-Meister Splinter Cell kann der stimmige Mittelalter Schleicher jedoch in keiner Disziplin mithalten.

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ghostdog83
19. September 2022 21:22

Ich habe es damals am PC gespielt und bin sehr angetan gewesen.

Das leidige Problem mit der Bildrate blieb mir so auch erspart – zu dem Zeitpunkt habe ich bei Multi-Titeln der jeweiligen PC-Version den Vorzug gegeben.

Kikko-Man
19. September 2022 20:50

Dann doch eher umgekehr: Splinter Cell ist Thief in der Neuzeit. Das erste Thief ist ja von 1998.

Lincoln_Hawk
19. September 2022 19:12

Auf jeden Fall ein gutes schleichspiel eine schöne dichte Atmosphäre

tetsuo01
19. September 2022 16:18

, es gab ja nur noch eines von square. Das war recht mau. Hab ich nie durchgespielt…

Dirk von Riva
19. September 2022 15:32

Irgendwie auch kein Vergleich zu den PS3/4 Thiefs

tetsuo01
19. September 2022 14:16

Im grunde war es splinter cell im mittelalter. Ich liebe fast alles an dem spiel. Grafik, gameplay, leveldesign…alles top.

18. September 2022 18:00

Das Setting finde ich schon irgendwie ganz stimmig, trotzdem bin ich mit dem Spiel nie richtig warm geworden. Wenn schon schleichen auf Xbox, dann lieber Splinter Cell.