Tomb Raider: Legend – im Klassik-Test (PS2 / Xbox)

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Meinung

Ulrich Steppberger meint: Das Comeback ist gelungen: Als bekannt wurde, dass die Abenteuer der Grabräuberin nicht mehr länger von ihren Erfindern bei Core Design zu Grabe getragen werden, sondern die fähige Crystal-Dynamics-Truppe ab sofort für Lara zuständig ist, wuchs die Hoffnung auf ein feines neues Abenteuer – Tomb Raider: Legend erfüllt die meisten meiner Erwartungen. Die Kletterpassagen machen so viel Spaß wie seinerzeit bei Ms. Crofts allererstem Einsatz, während die (erfreulicherweise nicht ganz so häufigen) Ballereinlagen zwar niemanden umwerfen, aber auch nicht stören. Die hübschen Umgebungen gefallen mit ansprechendem Design und ordentlichen Rätseln, bei denen die neuen Utensilien intelligent ­eingesetzt werden. Obwohl die PS2-Fassung gelegentlich ins Schnaufen kommt, spielt sich das Abenteuer auch auf der betagten Hardware einwandfrei, Grafikfreunde gönnen sich aber eher eine der Xbox-Fassungen. Wirklich gestört hat mich eigentlich nichts, allerdings bin ich vom geringen Umfang enttäuscht: Leider findet der Forscherspaß viel zu schnell ein (für mich etwas unbefriedigendes) Finale – da trösten die zu sammelnden Extras nur bedingt.

Janina Wintermayr meint: Der Studiowechsel war die richtige Entscheidung: Mit Tomb Raider haben Crystal Dynamics endgültig bewiesen, dass sie nicht nur blauhäutigen und weißhaarigen Vampiren zu formidablen digitalen Leben verhelfen können. Die neue Heimat sieht man Legend dann auch gleich an: ­Eingängige Rätsel, seichte Kämpfe und unkomplizierte Handhabung ­zeigen die Parallelen zur Vampir-Mär Legacy of Kain auf. Allerdings hätte Ms. Crofts neuem Abenteuer ein bisschen mehr Anspruch und ­Feintuning nicht geschadet. Die Motorradsequenzen wirken sehr un­inspiriert und die Quick-Time-Events dürften ruhig einen Tick schwieriger ausfallen. Ansonsten kann ich Tomb Raider Legend allen Action-­Adventure-Spielern empfehlen.

Oliver Schultes meint: Auf dem richtigen Weg, aber bei weitem nicht perfekt: Tomb Raider Legend ist kein schlechtes Spiel, das möchte ich meinem ­Kritik-Kanon voranstellen. Die Rückbesinnung auf mehr Rätselei und Kletterei ­begrüße ich ausdrücklich. Aber was bitteschön haben öde, weil null ­anspruchsvolle Ballereien und lachhafte Motorradfahr­sequenzen darin zu suchen? Die Gegner-KI beschränkt sich auf ‘Ich bleib hier stehen, bis mich jemand über den Haufen ballert’ und die Steuerung des Zweirads verdient sich das Prädikat ‘So fährt es sich mit drei ­Promille’. Außerdem fehlt es mir bei einigen Schiebe- und Schalter-Puzzles an Designer-Esprit: Drei Kugeln suchen und auf drei Schalter rollen ist anno 2006 nicht ­mehr besonders kreativ. Das geht im nächsten Teil besser!

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Walldorf
16. September 2023 22:29

Hab damals die PS2-Version aus der Videothek ausgeliehen und an einem Wochenende durchgespielt.

captain carot
13. September 2023 15:54

Ich mag die Ausrichtung der Trilogie wesentlich lieber als die der Nachfolge-Trilogie.

Wobei ich Anniversary unterm Strich besser finde als Legend.

Kratos
13. September 2023 15:45

Hab ich geliebt…