Tropico 6 – im Test (PS4 / Xbox One)

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Seit über 18 Jahren hat die Marke Tropico einen festen Platz im Herzen von Aufbaustrategen weltweit. Konsoleros durften erstmals 2009 mit dem dritten Teil von ­Haemimont Games in die ­Rolle des Diktators El Presidente schlüpfen, für Tropico 6 nimmt das im hessischen Langen ansässige Studio Limbic Entertainment das Design-Ruder in die Hand.

Am motivierenden Grundprinzip der Reihe ändert sich dadurch wenig. Noch immer leitet Ihr die Geschicke des karibischen Insel­staats Tropico und setzt Euch mit den Herausforderungen vier verschiedener Zeitepochen auseinander. Plantagen anpflanzen, Fabriken hochziehen, Handelsrouten festlegen, Atomwaffentests für zahlungskräftige Supermächte durchführen, rebellierende Bürger einbuchten – das Kernprinzip ist gewohnt komplex und gespickt mit viel schwarzem Humor. Dies gilt speziell für die 15 kreativen Storymissionen, in denen es etwa darum geht, eine amerikanische Profi-Baseball-Mannschaft nach Tropico zu locken oder zur Zeit des Zweiten Weltkriegs am Rand eines brodelnden Vulkans Gold für die Achsenmächte zu schürfen.

Schaut man genauer hin, fallen zudem pfiffige spielerische Neuerungen auf. So besteht nahezu jedes Szenario ­mittlerweile aus mehreren Inseln, die Ihr mithilfe von Brücken, Tunneln und Transporthäfen logistisch sinnvoll miteinander vernetzen müsst. Die nötigen Technologien vorausgesetzt, richtet Ihr später zudem Bus- und U-Bahn-Linien für Pendler ein oder spannt Seilbahnen von A nach B, damit Touristen ­schneller dorthin gelangen, wo sie das ­meiste Geld abwerfen.

Eine weitere interessante Ergänzung sind die insgesamt 17 Weltwunder. Diese werden nicht vor Ort konstruiert, sondern im Rahmen kostspieliger Piraten- beziehungsweise Geheimdienst-Operationen zunächst ”geklaut” und dann nach Tropico verfrachtet. Gelingt ein solcher Coup, winken mächtige Boni. Die prunkvolle ­Hagia Sophia etwa garantiert, dass kein Bürger aufgrund fehlender Gesundheitsversorgung mehr das Zeitliche segnet. Witzig! Genau wie die flott geschriebenen Texte sowie die akzentlastige Sprachausgabe im Dialog mit anderen zwielichtigen Staatsmännern und -frauen. Als langweilig stellen sich dagegen die Animationen der individuell simulierten Tropicaner heraus. Hier hätte ein bisschen mehr Slapstick-Humor definitiv nicht geschadet. Und die Steuerung? Zugegeben, ganz so flott wie mit Maus und Tastatur navigiert Ihr auf Konsole nicht durch die Menüs. Nach Abschluss des Tutorials kommt man mit der Ringmenü-Mechanik jedoch erstaunlich gut zurecht.

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