
Meinung
Georg Engelhardt meint: Von Bloodborne und einer Nioh-Demo mal abgesehen fielen meine bisherigen Erfahrungen mit vergleichbaren Soulslikes überschaubar aus. Denn im Gegensatz zu Olli erschließt sich mir die Faszination rund um diese Form der Selbstgeißelung nicht. Allein der erste Bosskampf hat mich gut zweieinhalb Stunden Lebenszeit gekostet. Zugegeben: Ist die Mechanik mit dem Parieren erst einmal in Fleisch und Blut übergegangen, stellt sich ein extrem befriedigendes Gefühl ein. Doch wenn die Schwierigkeit dermaßen schwankt, motiviert mich das nicht gerade zum Weiterspielen. Zumal sich Wo Long in grafischer Hinsicht nicht wirklich als Hingucker erweist und die Kulissen trotz chinesischem Mythologiesetting insgesamt kein zusammenhängendes Bild abgeben.
Oliver Schultes meint: Im Prinzip bekommt Ihr hier einen Nioh-Nachfolger, der sich spielmechanisch bei Sekiro: Shadows Die Twice bedient. Leider erreicht Wo Long nicht die Qualitäten der Vorbilder: Die Parieren-Mechanik (aus Sekiro) ist zu simpel-eindimensional und erweist sich – einmal gelernt – als übermächtig. Wer den ersten happigen Boss übersteht, spürt später nur noch selten Nervenkitzel – und der ist nun mal eine Soulslike-Hauptzutat. Zudem werdet Ihr wie in Nioh mit Beute zugeschüttet – irgendwann war mir der Loot einfach egal. Davon abgesehen ist Wo Long kompetent gemacht: Die Kontrollen flutschen, die Levels sind schön verwinkelt und einige Bosse gehören zu den besten Designs, die ich seit Langem gesehen habe. Wer mit ”Soulsborne” etwas anfangen kann, erhält hier ordentlichen Nachschub!









@joia
Ich kenne die Geschichte vom Bürgerkrieg und das Schicksal der einzelnen Warlords “ziemlich gut” u.a. von der Strategiereihe “Nobunagas Ambition”.Somit fehlt für mich der Überraschungsmoment und mit den ganzen Onikram garniert,war so gar nicht meins.Nioh 1 fand ich dagegen klasse,das Ganze so am Rande als Ausländer zu erleben.Und es hatte eine angenehme Länge von 40h.
Mag Wo Long auch ganz gerne, aber nach so circa 7 Leveln war bei mir bisschen die Motivation weg. Dann wurde es mit dem Loot und den Kämpfen eher unspannend, wenn man das System mal drin hat. Würde es aber für die Bosse aber vielleicht nochmal irgendwann anpacken. Ist auch bisschen das Problem, dass es dieses Jahr echt viele gute Spiele und Alternativen gibt.
Bei den Soulstiteln spiel ich gerade lieber “The Last Hero of Nostalgaia” , weil einfach überraschender.
Hab ich mir mal gerade gegönnt. Ich blicke zwar noch nicht so recht durch, aber das schnelle Kampfsystem und das man im Vergleich zu Nioh springen kann, macht schon mal Bock.
@belborn – geht es um nioh2? ja, das hat mir tatsächlich gut gefallen, sogar einen tick besser als nioh. und es kommt nach wie vor keine langeweile auf, auch wenn mich die lootmenge zeitweise überwältigt. es ist einfach die stimmung des spiels und die rolle des protagonisten. wo long besitzt für mich was das angeht einfach keine tiefe. aber wie du sagst – geschmäcker sind verschieden 😉
Ehrlich,der Potpourri aus jap Okkultismus und Bürgerkrieg Ende des 15.Jahrhundert hat dir gefallen?Ich fand das anstrengend,deplaziert und in die Länge gezogen.Aber Geschmäcker sind verschieden.
Das Spiel ist kurzweilig und gut – aber wenn mich richtig die Lust packt, dann bleibt Nioh2 die erste Wahl. Persönlich fehlt mir allein die Tiefe der Story, wie ich sie bei Nioh2 habe. Der Rest stimmt – auch, was im Test auffällt kann ich nachvollziehen. Sekiro finde ich im Vergleich zu Nioh/Nioh2 und Wo Long viel trockener bzw. “steifer” – bin damit nie wirklich warm geworden.