Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread

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#1707398
ChrisKongChrisKong
Teilnehmer

The Rambler

Ach du grüne Neune sag ich nur. Klar, die Warnhinweise findet man auf der Verpackung, etwa Vergleiche mit Lynch, usw. In 99 Prozent aller Fälle deutet das schon auf Schrott hin. Aber so übel wie hier wars schon lange nicht mehr. Ich weiss gar nicht, was ich die grauenerregendere Erkenntnis finde, dass jemand sowas finanziert oder dass ich nicht komplett weggepennt bin. Nahe dran war ich zwar. Auf der Bluray findet man noch den Kurzfilm gleichen Namens, in den ich kurz hineingeschaut habe. Da spielt der Regisseur des Films die Rolle, die im Film von Dermot Mulroney verkörpert wird, eben den Rambler (zu deutsch Wanderer). Also wenn das die Basis für die Finanzierung des Films gewesen ist, dann gute Nacht.
Soundtechnisch klaut der Macher fröhlich bei Lynch, namentlich Mulholland Drive und Lost Highway. Nicht, dass das Vergleiche zu genannten Werken erlauben würde. Atmosphäre heisst für mich auch nicht, dass Mulroney sich minutenlang ins Gesicht kotzen lässt, irgendwelche Weiber, die permanent rumkreischen oder sich in irgendwelches Untoten-Gesindel verwandeln. Die halbe Zeit meint man sowieso in einer Ray Ban Dauerwerbesendung gefangen zu sein. Die Sonnenbrille zieht der Rambler nämlich kaum je ab, sogar beim ersten Boxkampf lässt er sie auf Anraten auf, weil er damit cooler aussieht… Oh sry, falls ich grad die beste Stelle gespoilert habe. Der rote Faden des Films ist die Beliebigkeit, in der die Szenen aneinandergereiht werden. Nicht dass da jemand was zu verstehen glaubt. Damit es am Ende noch sowas wie einen Aha-Effekt gibt, darf die Hauptfigur kurz den Twist schlechthin offenbaren. Das geschieht so fad und lustlos wie der Rest des Films und hat auch keinerlei Bewandtnis oder würde den ganzen vorhergehenden Mist irgendwie erklären. Mir ist immer noch nicht klar, wie man dafür Geldgeber findet. Hat der Regisseur denen auch minutenlang ins Gesicht gekotzt? Man weiss es nicht. Fakt ist, dass ich mittlerweile soweit bin, mich für Gesichtskotze zu entscheiden anstatt dieses Machwerks. Als Beteiligter an dem Film würde ich meinen Namen schwärzen lassen in den Credits. Das ist nämlich eine sehr schlechte Visitenkarte. Wären Teile des Films, namentlich das Schauspiel, nicht so dilettantisch, könnte man vielleicht noch von Kunst sprechen. Aber das hier kann definitiv weg. Dass dieser Schund auch noch auf Festivals wie Sitges für einen Preis nominiert wurde…