Was haben wir uns nicht schon über Videospiele aufgeregt: Schlechtes Spieldesign, schlimme Joypad-Belegungen und grottige Grafiken ließen schon das ein oder andere Mal den Controller durch den Raum fliegen und auf die Entwickler schimpfen. Das diese Kritik nicht unbedingt immer ernst zu nehmen ist, steht außer Frage. Doch wie sollte Kritik an Spielen eigentlich formuliert werden? Gibt es Grenzen und wenn ja, wo liegen diese? Ich möchte da mal genauer hinschauen.
Vermutlich ist keinem die Diskussion um Mass Effect 3 entgangen. Viele Spieler waren enttäuscht ob des Endes der Weltraum-Saga und fordern nun sogar lautstark ein alternatives Finale. Diese Empörung ist von einer ganz eigenen Qualität, denn diesmal wird der kreative Prozess der Entwickler in Frage gestellt. Weder Steuerung noch Soundkulisse erfahren eine Abfuhr, sondern die Ideen, welche zur Gestaltung der Story führten. Darf Kreativität und Ideenreichtum überhaupt kritisiert werden?
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Generell steht es natürlich außer Frage, ein Spiel als solches auseinander zu dividieren und seine einzelnen Aspekte genau zu betrachten. Sonst gäbe es keine Fachpresse und somit auch keine Previews und Rezensionen. Eine eigene Meinung mündiger Spieler wäre ebenfalls kein Thema. Das soll natürlich alles sein: Unterhaltung, welcher Art auch immer, muss sich wie alle anderen Aspekte des Lebens immer wieder einer Hinterfragung seitens der Konsumenten oder Interessenten stellen. Das trägt zu einer Transparenz des oder der Produkte bei und hilft bei einer Einordnung. Videospielen ergeht es dabei nicht anders. Ein Spiel wird auf seine Qualitäten hin getestet, aber auch dessen Schwächen kommen bei einer intensiven Auseinandersetzung mit den Inhalten zur Sprache. Dazu gibt es in jedem Genre in der Regel eine Konkurrenz. Und selbstverständlich muss ein Game im Hinblick auf ihm ähnliche Software eine Abgrenzung erfahren. Dies geschieht durch einen entsprechenden Text, in welchem auf das Pro und Contra eingegangen wird, und am Ende summieren sich alle diese Faktoren in einer Wertung auf. Der individuelle Geschmack spielt hierbei nur eine untergeordnete Rolle, es geht um eine möglichst objektive Einordnung in bestehende Strukturen.









[url=http://www.computerbase.de/artikel/spiele/2012/kolumne-das-ende-von-mass-effect-3/]Durchaus interessante Kolumne zu ME3 auf computerbase[/url]Zitat:””In dieser längst nicht perfekten, aber wegweisenden konzeptionellen Vorgehensweise ist die wahre Qualität von „Mass Effect“, aber zugleich auch der Ursprung für die aktuelle Debatte um das Ende zu finden: Für viele Spieler ist es schwer zu ertragen, dass das, was so gekonnt Stück für Stück aufgebaut wurde und über Jahre begleitet hat, vergleichsweise konventionell abgefrühstückt und dann ad acta gelegt wird. Der gegenwärtige Sturm ist also trotz mancher Auswüchse weniger ein Zeichen der Ab- als vielmehr ein Zeichen ausgesprochener Zuneigung, was eindrücklich belegt, wie umfassend die ME-Trilogie trotz aller berechtigten Diskussion doch überzeugt hat.””Auch eine Sichtweise, wird von meinem Standpunkt aus zwar nicht dem Kern der Sache gerecht, verdient aber Betrachtung.
Mein Geld hättest Du für Dein Neuverfilmungs-Projekt. ;-)Das Kickstarter-Beispiel ist wirklich interessant, denn eigentlich hatte ich es bisher immer nur wie eine Art laaaaange Vorbestellung gesehen, aber eigentlich sind die Backers dann ja der Publisher, hmm. Ein gutes Beispiel ist hier übrigens auch die [url=http://www.magicalgamefactory.com/]Magical Game Factory[/url] der Pier Solar Macher Water Melon Games. Dort habe ich wirklich als Investor Einfluß auf die Entwicklung des Spiels.Ansonsten würde ich bei Spielen immer zwischen der kreativen Ebene und der handwerklichen trennen. Als handwerklich sehe ich z.B. die Programm-Ebene (auch wenn man hier natürlich, wie jeder Handwerker, kreativ sein kann). Wenn ein Spiel vor Bugs strotzt sollte es nachgebessert werden, bzw. gar nicht erst ausgeliefert. Hier kann ich sehr wohl eine Ausbesserung fordern. Auch die DLC-Politik fällt für mich hierunter. Wenn ich mich dadurch ausgenommen fühle, sollte ich hier Forderungen an den Publisher stellen dürfen.Aber die künstlerischen Anteile (Story, Art Design, etc.) neu einzufordern halte ich für falsch. Ich bekomme im Kino ja auch nicht mein Geld zurück, wenn mir der Film nicht gefallen hat. Dafür informiere ich mich ja vorher darüber.
Sascha schreibt eine gewisse Fairness gegenüber dem Spiel sollte gewahrt bleiben. Das sehe ich auch so, denn ich empfinde das Spiele in solchen Diskussionen auch als Platzhalter für die Mitarbeiter die daran mitgewirkt haben. Und Änderungen zu fordern ist zwar grotesk aber legitim. Ich empfinde das allerdings auch als völlig überzogen. Gamer kommen mir als Gattung gesehen immer überspannter vor. Trotz alledem ist es doch interessant zu sehen was EA mit diesem Schlamassel anfängt. Eigentlich können sie nur verlieren, egal wie sie sich entscheiden. Gehen sie drauf ein verlieren sie Ihr Gesicht (ist aber eh nur noch ne Fratze), oder sie lassen alles beim alten und verlieren dadurch Kunden wegen Unzufriedenheit. Ich tippe aber darauf das sie sich undurchsichtig mit DLC’s und PR Gelaber herauswinden.Den Gegenentwurf dazu gibt es jetzt auch. Das andere überstrapazierte Thema dieser Wochen. KickstarterDas sind jetzt wirklich mal Auftragsarbeiten. Und natürlich sind das Double Fine Adventure und Wasteland 2 erst einmal Projekte wo die Fans eh scharf drauf sind. Aber was wird passieren wenn da mal was nicht passt? Die müssten dann wirklich Sachen ändern. Ob das Spieler zufrieden stellt? Wir werden sehen. Wenn ich Einfluss auf Projekte nehmen wollte, hätte ich mir einen Job in der Spielebranche gesucht. So kaufe ich Spiele oder eben nicht.Ich sammle übrigens noch Spenden für eine Neuverfilmung der letzten drei Star Wars Filme, mit denen war ich nämlich sehr unzufrieden 😉
@moshshockeralso die künslerische katze im sack kauf eich nicht wenn ich mir mass effect 3 kaufe. ich kenn die vorgänger, ich weiss welche spielmechaniken mich erwarten und eben aus diesem grund bin ich dann vom ende so enttäuscht! es wurde mir in den vor
@Funatic:verstehe das nicht falsch, ich mag die differenzierte Auseinandersetzung mit dir und den anderen hier, aber ich muss dir in dem oben genannten Punkt widersprechen!Es ist genau so Kunst, und du kaufst immer die Katze im Sack! Du kannst dann danach
@doncurrywurstdas mein vergleich von ehute morgen ein wenig hinkt sehe ich ein. das kommt davon wenn man noch vor dem frühstück meint seine meinung kundtun zu müssen! 🙂 die kernaussage aber bleibt: entwickler sind weniger freischaffende künstler als bez
[quote=Funatic]1. entwickler machen keine spiele damit wir spass haben sondern damit sie geld verdienen! oder glaubst du das der autoverkäufer um die ecke nur dazu da ist das du spass am fahren hast?[/quote]Der Vergleich hinkt in der Hinsicht, dass wenn es um das Produkt geht, der Autoverkäufer wahrscheinlich schnell Leine ziehen würde und die Entwickler hinter dem Produkt stehen. Daher stecken die auch Herzblut in ihr Werk.[quote=Funatic]wenn ein künstler ein bild malt das mir nicht gefällt oder eine performance abliefert die ich nicht verstehe dann ist das mein problem und ich habe kein recht ihn aufzufordern etwas daran zu ändern.wenn ich aber einen maler bezahle damit er meine wohnung streicht […]das mir als kunde zusagt.[/quote]Nach deinem Vergleich hättest du das Spiel in Auftrag gegeben. Nehmen wir einen der passt:Du und ein paar Freunde gehen regelmäßig bei einem Künstler einkaufen. Möbel, Bilder, etc. Ihr findet seine Sachen richtig klasse. Nachdem ihr ihn eine Zeit lang unterstützt hat, stellt er seinen Stil um, der euch nicht mehr gefällt. Ergo kauft ihr nicht mehr bei ihm ein.Zum Thema Totalausfälle: Selbst wenn du hier noch 100 weitere Titel aufzähle würdest, im %tualen Anteil zu den erschienenen Games, ist das nichts im Vergleich zu den Gurken die damals rausgekommen sind.[quote=Funatic]der grundtenor deines artikels ist ja das wir fast schon dankbar sein müssen das sich überhaupt jemand die mühe macht und spiele entwickelt! hallo? damit werden jährlich milliarden an umsatz gemacht und das ich gut unterhalten werde wenn ich 60 euro ausgeben ist denen ihr job![/quote]Du nimmst Videospiel als selbstverständlich hin?Autsch!Ich sehe das genau so wie Sascha, es ist mein Hobby, ich bin verdammt glücklich darüber, dass sich da draussen Leute die Mühe machen und Games Produzieren. 😀
Sagen wir mal so, Entwickler sind sicherlich mitunter Künstler, und der Handwerker-vergleich passt nicht recht, da man etwas in Auftrag gibt und die Konditionen vorher klar sind. Hinter einem Endprodukt wie Mass Effect 3 stehen eine Menge Art-Designer, Modellierer, Story-writer…also viele kreative Köpfe, die in einem bestimmten Rahmen künstlerisch tätig sind.Diese Kreativität kann allerding von der Unternehmensführung unterminiert werden, in dem fragwürdige Entscheidungen getroffen werden, denn neben den Künstlern gibt es nunmal auch die Geschäftsebene und wie moshschocker bereits schreib, mit den 90ern hat das nichts mehr zu tun.Das ist ein industrieller Moloch, der eben diese Kreativköpfe nach Bedaft einstellt und nach Fertigstellung wieder ausspuckt. Eine AAA-Produktion beginnt nicht mit einem Kreativkonzept und einer künstlerischen Zielsetzung, sondern mit Verhandlungen über die potentielle Wirtschaftlichkeit eines groben Konzeptes mit Leuten, deren einziges kreatives Schaffen es ist, sich zu überlegen, wie man die neuen Entwicklungstools und “”Zeitarbeitsprogrammierer”” am Ende des Jahres abschreibt, damit die Bilanz besser aussieht und ahnungslose Fratzen wie Kotick und Co. sich an ihren Gehaltsschecks aufgeilen, nur um im nächsten Geschäftsjahr mit noch sinnentleerteren Ideen anzukommen, wie man noch ‘nen Dollar mehr aus den Konsumenten quetschen kann….puh, langer-zorniger Satz.^^Ich denke Mass Effect 3 oder viele andere Spiele, die der Endkunde vorgesetzt bekommen hat, unterscheidet sich nicht unwesentlich von dem, was die Kreativen hinter diesem Spiel gerne den Fans geschenkt hätten.Die Kust ist noch da und steht über dieser Kritik, sie liegt jedoch an der Kette nimmersatter Publisher und Entwickler, die mit jedem weitern Spiel das Konzept der Gwinnmaximierung weiter ausdehnen.Die romantische Verklärtheit gegenüber einer Industrie, die Milliarden umsetzt ist da schon reichlich deplaziert.P.s.: Ich finde den Artikel trotzdem gut, denn er trägt noch den Keim des alten Idealismus. 🙂
@moshschockerich finde dein denkansatz ist falsch!wenn ein künstler ein bild malt das mir nicht gefällt oder eine performance abliefert die ich nicht verstehe dann ist das mein problem und ich habe kein recht ihn aufzufordern etwas daran zu ändern.wenn ic
Siehe oben. Kunst/Kommerz. Du schreibst selbst von Kommerzialisierung.
Leute,alles was er sagen wollte ist doch im endeffekt “”MOMENT MAL! GEHT DAS NICHT IRGENDWO EINEN SCHRITT ZUWEIT!””Der Künstler macht seine Kunst! Entweder sie gefällt, oder eben nicht, aber mit Zwang darauf einwirken zu wollen zeugt von Respekt der Kunst gegenüber!JEDER, der schon mal kreativ tätig war wird das bestätigen! Ein kack Ende hinzuklatschen um dann mit nem DLC abzuzocken steht auf einem anderen Blatt welches ich ebenfalls nicht gut finde!Ich finde den Artikel sehr gut und ich denke, wir Gamer sollten die MOTZFAHNE manchmal echt mal wieder runternehmen! Mit der Gamerszene aus den 90ern hat das manchmal nicht mehr viel zu tun! (Das bringt wohl die Kommerzialisierung mit sich)
Ich bin da eher bei Funatic.Ich sage es ja nur ungern aber wenn Bioware von Anfang an DLCs für ihr ME-Ende eingeplant haben (von dem ich persönlich ausgehe), ist das ganze Gerede über kreatives Wirken seitens der Entwickler vollkommen unabgebracht. Zumindest so lange die DLCs kosten.Ich denke man sollte sowieso die Diskussionen über das ME-Ende erstmal hinten anstellen und abwarten was sich da noch wirklich tut.Nebenbei wird es bei keine anderen Game so interessant sein die DLC-Entwicklung zu verfolgen, so ist ME3 doch das erste Game wo explizit von der Fan-Gemeinde eben diese gefordert werden.
@saschasorry aber das ist der mieseste artikel den ich hier seit langem gelesen habe! 1. entwickler machen keine spiele damit wir spass haben sondern damit sie geld verdienen! oder glaubst du das der autoverkäufer um die ecke nur dazu da ist das du spass
Wirkliche Software Gurken? Wer erinnert sich an [url=http://tinyurl.com/6r3pp3h]Outpost[/url] für PC? Okay ist was Alt, aber die waren so Dreist, das Sie Bilder auf die Packung druckten, die es im Spiel gar nicht gab :)Das war ne richtige Gurke 🙂
@Captain carot: Wirklich sehr schön geschrieben. Was das Ende von Teil 3 angeht, ist es sehr enttäuschend, das scheinbar völlig egal ist, welche Entscheidungen man in den Vorgängern gefällt hat. Für mich persönlich ist die Geschichte nach Teil 1 zu Ende.
Auf der künstlerischen Ebene ist Kritik immer subjektiv. Ob jemand der Grafikstil nicht gefällt oder die Story dämlich findet kann kein anderer bewerten. Ich habe ME3 nicht gespielt aber ich kenne genug Beispiele bei denen eine künstlerische Entscheidung zu Ende das komplette Produkt geändert hat. Da hat man halt Pech gehabt.
[quote]Wie viele wirklich schlechte Spiele sind uns denn in unserer Laufbahn begegnet?[/quote]Nun, früher sehr viele, mittlerweile ganz ehrlich kaum noch welche. Meine Meinung dazu sollte mittlerweile bekannt sein, wirklich einfach schlechte Spiele, die von handwerklicher Seite katastrophal sind haben mittlerweile Seltenheitswert.Es ändert nichts daran, die Kritik unter anderem zu Mass Effect 3 und dem Ende, aber auch zu anderen Spielen muss man sehr differenziert sehen, zumindest, wenn man es halbwegs professionell betrachten will.Ja, Spiele sind das Ergebnis eineskreativen Prozesses. Ist der aber künstlerisch, handwerklich oder vielleicht oft beides? Worin liegt denn der Unterschied?Gehe ich von der künstlerischen Seite heran, zählt zuerst einmal nur das Spiel als Erlebnis für sich und dessen Besonderheit. Finanzielle Aspekte stehen gar nicht erst im Mittelpunkt, die Kunst spielt die zentrale Rolle. Ein Ziel, das fast kein Spiel einhält.Sehe ich den handwerklichen Aspekt geht es um die Entwicklung eines verkaufbaren Produkts. Es geht gerade auch darum, dass etwas verkaufbar ist, dahinter stehen kreative Prozesse zurück. Das ein oder andere Spiel fällt sicher hierunter, wenn auch längst nicht jedes.Dann hätten wir die Mischform, die zwar gerne verkauft werden will, wo hohe Absatzzahlen aber nicht das Hauptthema sind, es sogar durchaus große Risikobereitschaft geben kann. je nachdem, wie eng oder weit man hier definiert fällt entweder ein Großteil oder sogar die meisten Spiele in diesen Bereich.Hier haben wir das erste Problem. Ein Kunstwerk entzieht sich oft objektiver Bewertung. Rein auf subjektiver Ebene kann ich es kritisieren, wie ich will, es zählt aber als Gesamtkonzept mit dem Ziel eines bestimmten Ausdrucks, ich kann also schlecht verlangen, das der Künstler es einfach so meinen Bedürfnissen anpassen soll, den es steht als Ganzes.Das Handwerksprodukt. Hier sieht es ganz anders aus. Subjektive Kritik spielt auch hier eine Rolle, die objektive Kritik fällt aber ungleich einfacher. Das Produkt kann in gut und schlecht unterteilt werden, ich kann einzelne Aspekte erheblich einfacher kritisieren und vor allem kann ich erwarten, dass der Anbieter mit seinem Produkt auf meine Kudenwünsche eingeht.Nehme ich all das, was dazwischen liegt, schwanken die Möglichkeiten ebenso, wie die Bandbreite des Angebots.Problem Nummer zwei; hier kommen wir an einen besonders wunden Punkt. Die Gesamte Unterhaltungsindustrie seht sich die meiste Zeit über tatsächlich gerne als Industrie, zumindest die dicken Fische. Bei der Industrie kann der künstlerische Aspekt gar nicht im Vordergrund stehen. Industrie produziert Produkte, die von Konsumenten konsumiert werden sollen.Das zieht sich sogar durch das Beispiel Mass Effect. Sehr gut sichtbar wird es, wenn man den experimetierfreudigen Erstling mit seinen Nachfolgern vergleicht. Mass Effect ist zu seiner Zeit eine sehr eigene Mischung aus RPG und Action, es wird eine durchaus glaubwürdige Welt kreiert in der sich utopische und dystopische Versatzstücke auf gelungene Art die Klinke in die Hand geben dürfen.Auch Zusatzgewinne etwa durch DLC spielen zu dieser Zeit noch keine so große Rolle.Unter anderem gibt es auch die eindruckvolle Zielsetzung, die Handlung aller Teile mit den Entscheidungen der Spieler zu verknüpfen und so eine ganz eigene Erfahrung für jeden zu bieten.Durchaus konsumierbar, aber auch mit Anspruch in den verschiedensten Aspekten.Für Mass Effect 2 gibt es direkt eine Reihe Änderungen. Das Gameplay ist die augenfälligste. Rollenspielanteile und Nonlinearität werden deutlich eingedampft. So gibt es meist etwa keine Möglichkeit, eine Sache durch Kampf oder Dialog zu lösen, statt dessen wird noch weit klarer als bisher zwischen Dialogpassagen und Action gewechselt. Auch die Actionpassagen werden begradigt und packender gestaltet. Vorbild ist allzu offensichtlich besonders Gears of War. Teilkomponenten werden gleich wegrationalisiert, etwa das bei weitem nicht perfekte, aber ganz besondere und eigentlich mit viel Potenzial behaftete Planeten erkunden.Die Handlung wird in weiten Strecken einfacher. Alles in allem geht es ein gutes Stück Richtung Western im Weltraum.Auch Nebenerwerbsfelder werden fleißig beackert. Um Gebrauchtkäufer abszuschöpfen gibt es das Cerberus Netzwerk. Um in jedem Lager Gewinne abzuschöpfen werden DLC´s fest vorbereitet und Teile davon schon auf die Disc implementiert.Teil 3 geht grundsätzlich noch ein ganzes Stück weiter. Aspekte, die dem Konsumenten nicht gefallen werden zurückgeschraubt, andere wieder verstärkt implementiert. DLC wird von vornherein eingeplant und erscheint ganz nebenbei direkt zum Verkauf. Obendrein enthält der auch noch für viele Spieler relevante Storyelemente. Das dient zwangsläufig der Gewinnmaximierung. Auch weitergehende DLC´s werden sehr frühzeitig angekündigt.Wohl auch aus Kostengründen wird ein anderer Aspekt allerdings zum zweiten Mal eher stiefmütterlich behandelt. Entscheidungen der Vorgänder haben auf den eigentlichen Spielverlauf wenig bis keine Auswirkungen. Das hätte man wohl nur mit erheblich mehr Personal und Kosten vernünftig umsetzen können.Damit geht Mass Effect im Lauf der Trilogie letztendlich immer weiter in Richtung Produkt statt Kunstobjekt. Dadurch ist auch Konsumentenkritik immer berechtigter. Ich erwerbe weit mehr Produkt als Kunst und darf damit auch vom Handwerker/Produzenten das verlangen, was ich vom Künstler, dem es um den Ausdruck geht garnicht erwarten kann. Dass nämlich das Produkt den Herstellerversprechungen und meinen Erwartungen entspricht.Das gilt nicht nur für Mass Effect, es gilt für viele Spiele.
Danke dir Sascha, ein sehr schöner Text. Das trifft so ziemlich meine Meinung.Mal zum Thema Mass Effekt: Evtl. bin ich da etwas zu freakig, aber: In Dragon Age: Origins hat mein Charakter nicht das Ende erlebt, was mir Bioware vorgegeben hat, meine Phantasie hat es so modifiziert, dass es mir passt. Auch mein Anders war nicht der weinerliche Typ und Massenmörder wie in Teil 2, sondern eine Mischung aus dem Spinner aus Teil 1 und dem nachdenklichen Menschen aus Teil 2. Gerade in einem Rollenspiel hat man die Freiheit seine Phantasie einzuschalten und dadurch solche Spiele zu noch besseren Erlebnissen zu machen.Aber um mal wieder von diesem Teil abzukommen. Ich finde es auch richtig, dass man etwas kritisieren darf, aber anschließend eine Änderung des Werkes zu fordern, finde ich einfach nur grotesk.Ich möchte an dieser Stelle noch mal Tobias zitieren, da er meiner Ansicht nach den Nagel auf den Kopf getroffen hat.[quote=Tobias Kujawa]Man darf Enden ja kritisieren, aber akzeptieren muss man sie trotzdem, schließlich gehören sie zum Gesamtwerk dazu. Bei Büchern oder Filmen muss ich auch mit dem leben, was der Schreiber im Sinn hatte.[/quote]
Also ich habe keinen der Mass Effekt Teile gespielt, kann diesem Artikel aber nur zustimmen. Mir ging es mit den Mario Galaxy Teilen so. Ich verstand nicht, warum sehr viele die beiden Spiele so toll fanden, warum beide hohe Wertungen erhalten haben, weil mir das Spielprinzip einfach nicht gefallen hat.Es war nicht mehr der Mario, den ich aus “”den guten alten Tagen”” kannte. Mit etwas Abstand betrachtet sind es jedoch zwei absolute Refferenztitel auf der Wii, auch wenn ich mit beiden nicht warm geworden bin, gibt es über 15 Milionen Gamer, die diese Titel gekauft haben und sicher die meisten davon auch genossen haben.Vielleicht sollten wir also wirklich mal etwas Abstand halten, bevor wir Kritik üben, allerdings sollten das auch die Review Schreiber tun, bevor sie vorschnell nur wegen eines großen Namens 88 % zücken, anstatt hinter die Fassade zu gucken, ein Ego Shooter bleibt ein Egoshooter, egal, ob er Doom, CoD oder Half Life heisst. Der Unterschied liegt im Gameplay und in den Ideen, leider wird das oft vergessen.