Ein Dark Souls in 2D so etwas gibt es nicht, so etwas braucht die Welt! Das dachte sich das Ehepaar James und Michelle Silva, die zusammen das Entwickler-Studio Ska bilden. Und dieses Paar hat in drei Jahren Arbeit seine Vision dieser Idee auf die Beine gestellt zeitexklusiv für die aktuellen Sony-Konsolen.
Wer Dark Souls kennt, fühlt sich denn auch sofort heimisch: Die Story wird kryptisch mit NPCs und Item-Beschreibungen erzählt Ihr erhaltet nur rudimentäre Anleitung, was wie in der Welt funktioniert sogenannte Sanctuarys dienen als Speicher-, Upgrade- und Schnellreiseorte es gibt weder Karte noch Führung, Ihr müsst Euch den Weg zum finalen Obermotz selber erarbeiten Bosse (gut 20) zerlegen Euch in der Regel beim ersten Kampf in Sekunden, das Sterben ist ständiger Begleiter auch bei normalen Gegnern (über 100 verschiedene) und Ihr habt gefühlt unendlich Möglichkeiten, Eure Spielfigur aufzuleveln und mit Waffen, Rüstung sowie hilfreichen Gegenständen (über 600) auszustatten.
Beim Kampfsystem hören die Ähnlichkeiten nicht auf: Ihr führt starke und schwache Angriffe aus, die Ihr zu Combos verkettet Ihr rollt, pariert und blockt Ihr wirkt Magie und nutzt via separatem Button Items wie Wurfmesser, -Bomben und Heiltränke jede Waffe besitzt ihr eigenes Moveset und Euer Alter Ego wird mit schwerer Ausrüstung immer träger, bis es schließlich nur noch schleicht und Ihr müsst Euch Erfahrungspunkte (hier das namensgebende Salz) nach dem Ableben zurückholen entweder bei Eurem Schlächter (der durch Euer Salz sogar gestärkt wird) oder bei einem geflügelten Wesen, das nach Stürzen am Todesort lauert.
So weit, so Dark Souls. Allerdings vermischt Salt and Sanctuary diesen Einfluss mit einer großen Portion Castlevania: Ihr müsst Sprungpassagen meistern (sogar mit Wandhüpfer), an Decken entlanglaufen und herabsausenden Stachelfallen durch geschicktes Rollen entkommen. Diese Elemente fügen sich gelungen ein und machen das Abenteuer kurzweiliger.
Die Grafik ist hübsch und flüssig, akustisch gibt es wuchtige Soundeffekte sowie sehr spärlich atmosphärische Musik.
Online-Multiplayer bietet Salt and Sanctuary nicht, allerdings dürft Ihr lokal zu zweit ran. Dazu braucht Ihr: das Spiel, zwei Profile samt erstelltem Spielcharakter sowie eine Stone Sellsword-Statue, die in einem Zufluchtsort (Sanctuary) aufgestellt werden muss. Geht zum Söldner und wählt Hire. Danach kann sich der zweite Spieler mit seinem Profil einloggen und mitspielen Erfahrungspunkte, Items etc. werden gerecht geteilt. Wollt Ihr PvP zocken, müsst Ihr ein Egg of Wrath zerbrechen (gibt es beim Söldner zu kaufen).
Oliver Schultes meint: Die Entwickler versuchen gar nicht, ihr Dark Souls-in-2D-Projekt schönzureden sie sind bekennende From-Software-Fans und wollen das Original so gut wie möglich kopieren. Herausgekommen ist liebevoll designtes, mit Reverenzen gespicktes Hardcore-Action-Rollenspiel, das mit Castlevania-Einflüssen gelungen Abwechslung ins Metzel-Geschehen injiziert. Die Grafik wirkt atmosphärisch, aber meist unspektakulär, die Soundeffekte haben ordentlich Druck und geben ein wunderbares akustisches Trefferfeedback ab. Die Steuerung ist komplex, aber nach einer Eingewöhnung griffig. Das Kampfsystem wird jedoch durch den 2D-Rahmen ausgebremst: Vor allem bei den Bosskämpfen fehlt die dritte Dimension, die Souls-Kämpfe so variabel und motivierend-genial macht.
Spielenswerte und fordernde 2D-Hommage an “Dark Souls”.
| Singleplayer |  | 8 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |