LittleBigPlanet 3 – im Test (PS3/PS4)

4
Spiel:
Publisher:
Developer:
Genre:
Getestet für:,
Erhältlich für:,
USK:
Erschienen in:

Es gibt wieder viel zu tun! Seit Teil 1 der Serie gerät die friedliche Fantasiesphäre immer wieder in neue Schwierigkeiten. Erst wurde sie vom Sammler bedroht, der sich später als Erdmännchen mit Minderwertigkeitskomplexen herausstellte. Dann folgte im zweiten Ableger der außerirdische Weltenfresser Negativitron. Im neuen Teil der Reihe ließen sich Sumo Digital, die Media Molecule als Entwickler ablösen, von der griechischen Mythologie inspirieren, denn hier sind die Titanen los. Und die führen nichts Gutes im Schilde…

Eure Aufgabe ist es, das Land Bunkum vor der prophezeiten Wiederkehr eben jener Monster zu beschützen, die vor vielen Jahren von drei mutigen Heroen besiegt und in eine Teedose verbannt wurden. So weit klingt die Hintergrundgeschichte von LittleBigPlanet 3 nach dem üblichen 08/15-Helden-Gewäsch…

Die Story fungiert aber wie in den früheren Teilen nur als Einstieg und Einführung für die eigentlichen Stärken des Spiels: die vielen Anpassungsmöglichkeiten und den umfangreichen Kreativ-Modus. Ihr schlüpft wieder in die Jute-Haut von Sackboy und macht Euch auf den Weg durch die kunterbunte Welt, die diesmal in drei Bücher und einen Prolog unterteilt ist.

Zu Beginn des Spiels stellt sich Newton vor, der im wahrsten Sinne des Wortes eine Leuchte auf zwei Beinen ist. Er erklärt in den ersten Levels die Basissteuerung, was Serienveteranen nervt, denn die lernen kaum Neues. Um Bunkum zu einem besseren Ort zu machen und endlich die Anerkennung seines Vaters zu erlangen, macht Newton einen folgenschweren Fehler und befreit die Titanen in dem Irrglauben, sie kontrollieren zu können. Nun ist es an Euch, die drei legendären Helden von Bunkum zu finden und sie um ihre Hilfe im Kampf gegen den korrumpierten Newton zu bitten.

Euer erster Zwischenstopp, der Sumpf Mangelwald, lehnt sich an die Filmmetropole Hollywood an. Pinke Neonreklame flackert im Hintergrund, eine sprechende Burgerlady läuft über den Weg und eine Filmrolle mit Schmalzlocke namens Marlon Brandung leitet Euch durch das Gebiet. Durch das Sammeln von drei Murmeln in ebenso vielen Levels schaltet Ihr den ersten neuen Charakter frei: Oddsock, einen Hund für alle Sprünge und mit reichlich Feuer unterm Hintern. Seine Levels sind wesentlich flotter als die der anderen Charaktere, doch leider ist sein Einsatz wie auch der der anderen beiden Neulinge auf wenige Levels beschränkt.

Nach diesem Prinzip geht es weiter mit der Befreiung von Toggle und Swoop, mit denen Ihr dann den Endkampf angeht. Die drei großen Themenbereiche sind jeweils an eine Stadt und eine Kunstform angelehnt. Dort warten einzelne Unterkapitel, die Euch entweder in der Story voranbringen oder besondere Herausforderungen für Euch bereithalten.

Letztere haben es ganz schön in sich. In der an Moskau erinnernden Zikkurat-Welt gibt es etwa eine Challenge, in der Ihr Tanzbären beruhigen müsst, denen die falsche Musik vorgespielt wird. Es reicht nicht, diese Levels einfach zu beenden – in diesem Fall müsst Ihr darauf achten, im Gegensatz zum Rest des Spiels keine einzige Preisblase einzusammeln. Gelingt Euch das, erhaltet Ihr eine besondere Belohnung. Im Laufe Eurer Reise erhaltet Ihr einige Power-ups, die nach Erhalt direkt in Euer neues Inventar, die Sack-Tasche, wandern. Diese Gadgets reichen von Stiefeln (die eine Art Doppelsprung ermöglichen) über eine Taschenlampe (mit der Ihr verborgene Gegenstände entdeckt) bis zum Hakenhelm (mit dem Ihr Seilrutschen nutzt). Manche ermöglichen es, in früheren Levels vorher nicht betretbare Bereiche zu erkunden. Aufgrund der fordernden Nebenquests und der variantenreichen Levels wird auch denen unter Euch, die kein Interesse an den selbstgebauten Levels der Community haben, nicht so schnell langweilig…

Doch gerade der Kreativmodus, mit dem Ihr eigene Levels erstellt und mit dem Rest der LBP-Spieler teilt, ist im neuesten Ableger besonders erwähnenswert. Als interessanteste Neuerung sei hier die Popit-Akademie zu nennen. In diesem Bereich wird Euch unter anderem von Larry DaVinci spielerisch beigebracht, wie der umfangreiche Erbauermodus funktioniert. Eine große Verbesserung im Vergleich zu den ermüdenden Tutorials der letzten Teile, die viele Gamer davon abhielten, sich überhaupt erst mit diesem Modus zu beschäftigen. Leider umfassen die beiden Semester der Akademie nicht alle Werkzeuge, sodass dennoch Selbststudium nötig ist.

Hat man die zahlreichen Funktionen begriffen, sind Euch kaum Grenzen gesetzt. Auf 16 statt der bisher 3 Tiefenebenen könnt Ihr Euch nach Herzenslust austoben.

Von Mini-Levels bis hin zu aufwendig ineinander verzahnten Welten und Questlinien (Letztere dank des neuen Tools ”Organisertron”) ist alles möglich. Aufgrund der Eigenbau-Levels ist die Spielzeit von LBP 3 nahezu unendlich, auch wenn die eigentliche Kampagne kurz ausfällt.

Emily Schuhmann meint: Meine liebste Neuerung in LittleBigPlanet 3 ist tatsächlich Oddsock. Der süße Vierbeiner hat es mir angetan. Leider geht damit auch mein größtes Problem mit dem Spiel einher, nämlich die Tatsache, dass die neuen Charaktere nur sehr selten eingesetzt werden. Aber auch das ist verschmerzbar, denn jeder einzelne Bereich ist mit so viel Liebe designt. Von den abstrakten, variantenreichen Levels bis hin zum Soundtrack, der ein abgedrehter Mix aus allen möglichen Musikrichtungen ist. Es passt einfach! Die Charaktere sind durch ihre Kostüme alle einzigartig und besonders kooperativ macht es Spaß zu sehen, was andere aus ihrem Sackding gemacht haben. Wie man es auch dreht und wendet – LPB 3 ist wieder pure Kreativität, die man in jedem Moment des Spiels ausleben kann.

Tobias Kujawa meint: An den Kreativ-Modus traue ich mich nicht ran, die fertigen Levels von LittleBigPlanet 3 gefallen mir aber wegen ihrer teils irren Settings, skurrilen Charaktere und der immer wieder frischen Spielmechaniken. Klar ist die Steuerung noch immer weit von einem Super Mario entfernt – zumindest die Kampagnenlevels berücksichtigen Sackboys Schwerfälligkeit aber, sodass kein Nachteil entsteht. Meckern muss ich über den knappen Umfang – wenn ich keine Lust habe, selbst Levels zu erstellen oder mich durch die Flut der Community-Kreationen zu wühlen, bin ich nach wenigen Stunden fertig. Ebenfalls dumm: Wenn ich meine Freundin zum Koop-Gehüpfe als Gast anmelde, ist sie bei den abschließenden Story-Schnipseln nach den Levels nicht zu sehen. Es trägt nicht zur Motivation bei, wenn Marlon Brandung nur meine Leistung rühmt und die meiner Mitstreiter unter den Tisch fallen lässt. Zu guter Letzt: Warum kann ich beim kooperativen Spiel nicht erkennen, wie viele Leben noch übrig sind?

  • bereits in ”LBP 1&amp2” erhaltene Kostüme und Materialien sind kompatibel
  • unglaublich variantenreiche Levelmechaniken
  • sehr umfangreicher Kreativ-Modus

Trotz kleiner Ärgernisse ein ­einzigartiges Spiel, das kreativen ­Köpfen Tür und Tor öffnet, aber auch selbst mit Ideenreichtum protzt.

Singleplayer88
Multiplayer
Grafik
Sound

Halo: The Master Chief Collection – Matchmaking-Patch erschienen

0

Nachdem in Bezug auf Updates etwas Ruhe eingekehrt war, schreibt Halo Waypoint, dass nun ein weiterer Matchmaking-Patch für Halo: The Master Chief Collection erschienen ist. Damit sollen noch bestehende Probleme im Mehrspielermodus und bei der Kampagne der Vergangenheit angehören.

Halo: The Master Chief Collection erschien am 11. November 2014. Unseren Test zum Spiel könnt Ihr hier nachlesen.

Sterne ade – Club Nintendo schließt bald die Pforten

24

Wie Nintendo heute bekannt gab, soll der “Club Nintendo”, wie die Japaner ihr Bonusprogramm zur Kundenbindung nennen, bald geschlossen werden:

Im Mai startete das Programm als “VIP 24:7” und dem Club, beides wurde 2007 zum “Club Nintendo” zusammengefasst. Seitdem konnten dessen Mitglieder (in Europa und Südafrika sind’s über sechs Millionen) fleissig Sterne sammeln und diese dann in diverse Boni umtauschen. Nintendo arbeitet bereits an einem neuen Bonusprogramm, das noch in diesem Jahr starten und den Club ersetzen soll. Wer sich für das neue Programm anmelden will, soll zum Start Flipnote Studio 3D für den 3DS erhalten – mehr dazu auf der Nintendo-Webseite.

Der Club Nintendo soll schrittweise eingestellt werden, das endgültige Aus kommt am 30. September 2015 – zu diesem Zeitpunkt verfallen auch die gesammelten Sterne, bis dahin kann man diese noch einlösen.

Hier der Zeitplan der Club-Schließung laut Nintendo:

  • 1. April 2015: Ab diesem Datum wird Nintendo seinen im Einzelhandel vertriebenen Spielen keine Produktregistrierungskarten mehr beilegen. Diese Produkte können also nicht im Club Nintendo registriert werden. Allerdings ist es möglich, dass Spiele, die vor diesem Datum vorrätig waren, Produktregistrierungskarten enthalten.
  • 20. April 2015: Die Registrierung digitaler, im Nintendo eShop herunterladbarer Produkte wird eingestellt. Digitale Produkte aus dem Nintendo eShop tauchen nach diesem Termin nicht mehr in den registrierten Spielen und Systemen im Club Nintendo auf. Außerdem gibt es keine Umfragen zu Download-Software mehr.
  • 30. September 2015: Das Club Nintendo-Loyalitätsprogramm wird eingestellt. Club Nintendo-Funktionen wie die Anmeldung als neues Mitglied, das Einloggen als registriertes Mitglied, der Erwerb von Sternen und das Eintauschen von Sternen in Artikel aus dem Sterne-Katalog sind danach nicht mehr möglich.

Driveclub – Patch 1.10 erschienen

2

Die Evolution Studios geben per Facebook bekannt, dass Patch 1.10 für Driveclub inzwischen veröffentlicht wurde. Neben den bereits bekannten fünf neuen Japan-Strecken bringt die 3,3 GB große Datei weitere Verbesserungen, Erweiterungen und Optimierungen mit sich.

So ist nun etwa in Form des Multiplayer-Time-Trial ein neuer Online-Modus mit an Bord, das Wetter wurde visuell beeindruckender gestaltet und einige Ungereimtheiten bezüglich der künstlichen Intelligenz der Computerfahrer ausgemerzt. Außerdem wurde das Spiel noch zu den geplanten Erweiterungen kompatibel gemacht und die “Bremswirkung” von Kollisionen mit der Umgebung entschärft.

Driveclub erschien am 8. Oktober 2014 in Europa.

Dark Souls durchgespielt in unter 50 Minuten – neuer Rekord

6


Watch live video from Kahmul78 on Twitch

Eigentlich sollte “Kahmul78” recht zufrieden sein mit seiner Leistung – schaffte es der Speedrunner doch tatsächlich, Dark Souls in unter 50 Minuten (genauer: 49:55 Min.) durchzuspielen.

Doch er ist es nicht, berichtet Kotaku: Er findet seinen vorheriger Rekord von 50:09 Minuten noch makelloser, wobei dieser durch neue Strategien noch um 35 Sekunden unterboten werden könnte – was bedeutet, dass die erreichten 49:55 noch nicht das Optimum darstellen. Folgerichtig kündigte er an, den neuen Rekord schon “bald” zu brechen…

Amplitude – Veröffentlichung auf Sommer verschoben

1

Harmonix gibt per Kickstarter bekannt, dass sich die Veröffentlichung der Neuauflage von Amplitude auf Sommer verschiebt. Ursprünglich war der März als Erscheinungstermin vorgesehen.

Als Grund für diese Maßnahme wird die bisherige Unerfahrenheit mit der PS4-Hardware angegeben. Die Fans sollten letztlich auch das Spiel erhalten, das sie erwarteten.

Im Rahmen der PAX East im März wird jetzt die Möglichkeit bestehen, einen im Vergleich zur PlayStation Experience stark weiterentwickelten Mehrspielermodus anzutesten.

Nidhogg – im Test (PS4)

18
Spiel:
Publisher:
Developer:
Genre:
Getestet für:
Erhältlich für:
USK:
Erschienen in:

In der nordischen Mythologie ist Nidhogg ein schlangenartiger Drache, der an den Wurzeln der Weltenesche Yggdrasil nagt, um dem Kosmos zu schaden. Im gleichnamigen Indie-Titel geht es dagegen um Fechtkämpfe, Mann gegen Mann. Diese sind leicht erlernt, aber facettenreich: Ihr könnt Euren Rivalen entwaffnen, geduckt oder im Sprung zutreten, Eure Klinge werfen und Würfe blocken seid Ihr unbewaffnet, ist Faustkampf angesagt. Habt Ihr den Gegner besiegt, stürmt nach rechts in Richtung Levelende. Doch Vorsicht: Der Rivale blockiert kurz nach dem Ableben wieder Euren Weg. Tötet er Euch, darf er in die Gegenrichtung zum anderen Levelende rennen. Eure Richtung ist dann so lange gesperrt, bis Ihr Euren Gegner erneut bezwingt.

Denis Kuckmann meint: Nidhoggs Stärke ist der Mehrspieler-Modus: Hier machen die präzise Steuerung und das vielseitige Kampfsystem durchaus Laune. Spiele ich alleine, ärgere ich mich über den CPU-Gegner: Blöd wie ein Eimer Torf springt er ständig selbstmörderisch in Abgründe, reagiert mal gar nicht und mal so schnell, dass selbst Lucky Luke neidisch wäre. Zudem enttäuscht der Umfang mit läppischen vier Levels, die in der Kampagne einfach wiederholt werden.

Flotte Fechtkampf-Duelle im skurrilen Intellivision-Look.

Singleplayer6
Multiplayer
Grafik
Sound

UK-Charts vom 12. bis 18. Januar 2015

2

Diese Spiele wurden auf der Insel in der vergangenen Woche am meisten gekauft:

  1. Grand Theft Auto V (PS4)
  2. Call of Duty: Advanced Warfare (PS4)
  3. Grand Theft Auto V (XOne)
  4. FIFA 15 (PS4)
  5. Call of Duty: Advanced Warfare (XOne)
  6. Assassin’s Creed: Unity (XOne)
  7. FIFA 15 (XOne)
  8. Minecraft: Xbox 360 Edition (360)
  9. FIFA 15 (360)
  10. The Crew (PS4)
  11. Football Manager 2015 (PC)
  12. Assassin’s Creed IV: Black Flag (XOne)
  13. Far Cry 4 (PS4)
  14. Driveclub (PS4)
  15. Minecraft: Xbox One Edition (XOne)
  16. Minecraft: PlayStation 3 Edition (PS3)
  17. Minecraft: PlayStation 4 Edition (PS4)
  18. Far Cry 4 (XOne)
  19. Just Dance 2015 (Wii)
  20. Mario Kart 8 (Wii U)
  21. Destiny (PS4)
  22. FIFA 15 (PS3)
  23. The Crew (XOne)
  24. Call of Duty: Advanced Warfare (360)
  25. Nintendo Land (Wii U)

Rock Band – Umfrage sorgt für neue Hoffnungen

5

Harmonix führt aktuell bei Survey Monkey eine Umfrage zu Rock Band durch. Dort wird etwa gefragt, welche Teile der Serie man schon gespielt hat, ob Online-Modi bevorzugt werden und welche Art von Peripherie genutzt wird.

Es ist wohl davon auszugehen, dass Harmonix die Ergebnisse dieser Umfrage in künftige Serienteile oder zumindest weitere DLCs für die alten Teile einfließen lässt.

Captain Toad: Treasure Tracker – im Test (Wii U)

15
Spiel:
Publisher:
Developer:
Genre:
Getestet für:
Erhältlich für:
USK:
Erschienen in:

Ein typisches Level von Captain Toad: Treasure Tracker geht so (siehe oben): Ihr dirigiert den Pilzkopf (1, hier unter Wasser mit Schwimmbrille) durch dioramaähnliche, meist viereckige Mini-Levels. Captain Toad kann durch Röhren flutschen (2) und muss Schalter aktivieren (3). Er kann Rüben (4) aus dem Boden rupfen und sie auf Feinde (5) schleudern. Manch fliegender Gegner stürzt sich aus der Luft (6) auf ihn. In jeder Stage sind drei Kristalle versteckt (7, im Bild sind zwei sichtbar), und natürlich freut sich der Captain über goldene Münzen (8) – wenn Ihr 100 erbeutet, winkt ein Zusatzleben. Ziel jedes Levels ist ein goldener Stern – der ist manchmal sofort sicht-, aber nicht erreichbar oder er versteckt sich vor Euren Blicken, wie in unserem Beispielbild.

Gut 60 solcher Stages warten im Story-Modus, dazu ein paar Bosslevels, die vor allem in vertikaler Hinsicht größer ausfallen. Die in kurzen Spielegrafik-Sequenzen erzählte Hintergrundgeschichte ist leider rudimentär: Das Mädel vom Captain wird von einem Riesenvogel entführt, also watschelt er hinterher, sie zu retten. Später greift sich das Flugmonster dann Captain Toad, also muss besagtes Pilzmädel (Toadette, u.a. bekannt aus Mario Kart– und Mario Party-Episoden) ausziehen, ihren Pilzboy zu befreien. Leider war’s das auch schon in puncto Geschichte, der Rest der Pilzbande taucht nur ganz sporadisch auf, lustige Nonsens-Einlagen sind die Ausnahme.

Trotzdem sind das ebenso sympathische wie tollpatschige Charakterduo, die drolligen Feinde und die rundum freundlich-angenehme Atmosphäre ein großes Plus von Treasure Tracker – im Zusammenspiel mit der flotten Intro-Marschmusik zaubert Euch das Spiel bei jedem Einlegen in die Konsole ein Lächeln aufs Gesicht.

Was Ihr vielleicht noch nicht wusstet: Nach der Fertigstellung von Super Mario 3D World (das bekanntlich ähnlich aufgebaute Stages mit Captain Toad enthielt) sprach Shigeru Miyamoto die Empfehlung aus, ein Spin-off-Spiel mit Captain Toad auf die Beine zu stellen. Und siehe da: Nur 13 Monate später stiefelt der Pilzkopf durch sein eigenes Abenteuer. Und er muss erneut ohne Sprungfähigkeit auskommen – allein schon deswegen ist ein Vergleich mit einem Super Mario-Jump’n’Run fehl am Platz. Statt präziser Hüpfer und schneller Reflexe sind räumliches Vorstellungsvermögen, millimetergenaues Laufen und simples Knobeln gefragt. Hinzu kommen gelegentlich Touchscreen-Einlagen, um Plattformen zu bewegen oder ganze Levelteile zu drehen.

Freilich trifft auch Captain Toad auf Feinde – weil er in puncto Fortbewegung eingeschränkt ist, wurden deren Zahl und Verhalten klug angepasst: Fische schwimmen immer auf einer Bahn, Kondore picken an dieselbe Stelle, Geister lassen sich per Stirnlampe abwehren (die neuen Moderzombies ebenso), Gumbas treten nur vereinzelt auf, Shy-Guys sehen oft nicht genau hin, Spuck-Maulwürfe attackieren in gemäßigten Abständen und Kugel-Willis lassen sich leicht ausrechnen. Natürlich tauchen zudem dickere Kollegen auf, doch auch hier hat Nintendo den Spielablauf überlegt designt: Beim Erklimmen eines Turms weicht Ihr Kameks Zauberangriffen leicht aus, indem Ihr um die Ecke biegt. Beim Kampf mit einem Riesenvogel und dessen Windattacken kann sich der Captain an Leitern festkrallen, und für den Schutz vor dem Atem eines Lavadrachen haben die Baumeister zahlreiche Steinwände und Drehbarrieren platziert.

Beachtlich ist die Vielzahl der Settings, durch die Euer undynamisches Pilz-Duo watschelt: Anstatt Euch nur durch Variationen von sechs, sieben Welt-Designs zu schicken, setzt Euch Nintendo eine Vielzahl an unterschiedlichen stimmungsvollen, hübsch arrangierten Arealen vor – so viel optische Abwechslung bietet kaum ein Mario-Hüpfer! Die für Wii-U-Verhältnisse famose Grafik haben wir bereits letzten Monat gelobt, und auch nach Beendigung des Spiels sind wir begeistert – Captain Toad: Treasure Tracker ist ein durch und durch wunderhübsches Stück Software, das den Begriff ”Videospiel” mehr verdient als die meisten seiner Art.

Neben den normalen Levels bietet Treasure Tracker eine überschaubare Zahl von Zusatz-Features: Wer das Pad im Hauptmenü eine Weile nicht anfasst, wird kurz in eine von zwei Mini-Stages gebeamt, wo Ihr nicht herumlaufen dürft, durch Neigen des GamePads aber nette Perspektivspielereien ausprobiert. Auch wird alle paar Levels ein Bonus-Raum freigeschaltet: Dort könnt Ihr mithilfe der Items Spitzhacke (Toad rennt wild hackend herum) oder Kirsche (Toad bekommt einen Zwilling) einen Riesenberg Münzen einsacken.

Noch reizvoller sind die Zusatz-Levels mit veränderten Regeln: Bei den ”Expeditionen ins Feenland” bereist Toad modifizierte Areale aus Super Mario 3D World – hier steht die Feind-Vermeidung im Fokus, Sammel-Diamanten gibt es nicht. In ”Der Toad-Trupp auf Expedition” muss der Captain drei in der Stage versteckte Pilzbrüder befreien und zum Ausgang führen – die anderen Toads stiefeln brav hinterher, sterben aber bei Feindkontakt. Schließlich gibt es noch den ”Fluch des Mumitators”: Hier muss Toadette vor einem mumifizierten Pilzkopf fliehen, der – wie der Schatten-Mario aus Super Mario Galaxy 2 – Eure Bewegungen exakt nachahmt. Nur wer immer in Bewegung bleibt und ihm so den buchstäblichen Schritt voraus ist, erreicht das Ziel.

Matthias Schmid meint: Wie in der Vorschau der letzten Ausgabe angedeutet, bin ich mit dem Spiel rundum zufrieden. Kritikpunkte bzw. Fehler muss man mit der Lupe suchen – Treasure Tracker sieht toadschick aus, klingt fast ebenso schön und spielt sich tadellos. Auch das Leveldesign ist stets gut bis sehr gut, immer wieder freue ich mich über pfiffig versteckte Diamanten. Mir fehlt jedoch der letzte Kick: Die Stages schwieriger, die Puzzles ein bisschen gewagter und die Charaktere noch ein Stück debiler – das hätte den Captain in die Award-Regionen katapultiert. Auch die Touchscreen-Einlagen sind nicht so einfallsreich, wie ich es von Nintendo erhofft hatte.

Sascha Göddenhoff meint: Ach, dieser Toad – einfach putzig! Und das ist gleichzeitig Fluch und Segen, denn am Ende eines Levels dachte ich häufig: Wie, schon vorbei? Gerne hätte ich längere und verzwicktere Rätsel gespielt – der Pilzkopf bleibt zu nett! Selbst die Hatz auf die Diamanten hält nicht lange auf. Doch trotz der entspannten Schwierigkeit mag ich die Schatzjagd, weil Nintendo-typisch alles passt: Jeder Gegner ist am rechten Platz, keine Plattform und kein Gang unnütz. Im Gegensatz zu Matthias bin ich mit dem Einsatz der GamePad-Eigenheiten zufrieden, einzig die nicht abschaltbare Bewegungssteuerung der Kamera stört hin und wieder.

  • 64 Levels und über 10 Zusatz-Stages
  • Kamera-Steuerung via GamePad-Drehung und -Neigung nicht abschaltbar
  • leider ohne Mehrspieler-Modus – der wäre perfekt für anspruchsvollere Rätsel
  • Unverwundbarkeits-Item nach 5 Toden

Bravo, Captain Toad! Der schusselige Pilz legt ein technisch superbes und spielerisch durchdachtes Debüt hin, das aber etwas kurz und simpel ausfällt.

Singleplayer80
Multiplayer
Grafik
Sound

Neueste Beiträge

Star Wars Battlefront II – Entwickler des Nachfolgers stehen offenbar fest

Einem Artikel von Variety ist zu entnehmen, dass offenbar DICE und Respawn Entertainment die Entwicklungsarbeiten am Nachfolger von Star Wars Battlefront II übernehmen. Von...
Screenshot zu Valor Mortis

Valor Mortis – Gewinnschwelle bereits erreicht

Entwickler One More Level gibt bekannt, dass Valor Mortis schon die Gewinnschwelle erreicht hat. Man macht dafür hauptsächlich die Resonanz der Community verantwortlich. Valor Mortis...
Screenshot von Phantom Blade Zero

Phantom Blade Zero – Launchtrailer & verpackte Fassung angekündigt

https://www.youtube.com/watch?v=qgJBFa952mY S-Game hat schon den Launchtrailer zu Phantom Blade Zero veröffentlicht. Dieser gefällt mir einer packenden Mischung aus Zwischensequenzen und Gameplay. Phantom Blade Zero erscheint am...

The Adventures of Shuggy – im Klassik-Test (360)

Der arme Shuggy hat es nicht leicht: Der Name seines Spiels ist absolut austauschbar und beurteilt man das Abenteuer nach seiner Grafik, dann wirkt...

Final Fantasy Resonance – umfangreiche Technik-Analyse

https://www.youtube.com/watch?v=-SAL0vyCF44 Die Kollegen von Digital Foundry haben sich schon ausführlich mit der technischen Seite von Final Fantasy Resonance beschäftigt. Dabei attestiert man den Entwicklern sehr...