| Spiel: | Donkey Kong Country: Tropical Freeze |
| Publisher: | Nintendo |
| Developer: | Retro Studios |
| Genre: | Jump'n'Run |
| Getestet für: | Wii U |
| Erhältlich für: | Wii U |
| USK: | |
| Erschienen in: | 3 / 2014 |
Kein Affe hüpft besser als Donkey Kong. Gleich sein erster Country-Auftritt auf dem Super Nintendo bestach mir revolutionärer Grafik, vielen Ideen und anspruchsvollem Spielverlauf. Seine Rückkehr auf Wii überzeugte erneut und heimste ganze 90 Spielspaßpunkte ein. Nun ist der King of Kong wieder da und hat seine Bande mit dabei kann er einmal mehr begeistern?
Der Grund für weitere JumpnRun-Action: Donkey wurde wieder einmal sein kompletter Bananenvorrat stibitzt. Diesmal ist jedoch nicht der fiese King K. Rool dafür verantwortlich, sondern eine fiese Pinguin-Bande nebst Walross-Anführer. Klar, dass sich Donkey sofort aufmacht, sein fruchtiges Hab und Gut zurückzuholen.
Kräftige Unterstützung erhält er dabei von Diddy und Dixie, aber auch Opa Cranky Kong schnappt sich seinen Krückstock und begleitet den Oberprimaten auf seiner Reise. Was die einzelnen Figuren an Spezialfähigkeiten draufhaben, verraten wir Euch im Kasten auf der rechten Seite.
An der grundsätzlichen Spielstruktur hat sich nichts verändert: Die Bande bereist insgesamt sechs Welten mit verschiedenen Levels, die sich genretypisch voneinander unterscheiden. Los geht es auf Mangrovien, wo Ihr Euch zu Beginn noch mit der Steuerung der Primaten vertraut macht. Springen, Rennen und Rollen sind bekannt, außerdem kann Donkey mit den Pranken auf den Boden schlagen das betäubt Gegner oder zaubert an bestimmten Stellen Extras hervor. Weiter geht die Reise nach Alpatoll, einer Bergregion. Hier trefft Ihr auf einen tierischen Bekannten: Nashorn Rambi will aus seiner Kiste befreit werden, um mit seiner Rammattacke Gegner und spezielle Nashorn-Blöcke aus dem Weg zu räumen. Es folgt die Steppe La Savanna, wo die Hitze einige Bereiche entflammt hat das schicke Affenfell von Donkey bleibt dem besser fern.
Das Gegenteil von Feuer erwartet das Quartett in Ozetanien: Unterwasserpassagen mit angriffslustigen Fischen und einstürzenden Höhlen müssen durchschwommen werden, bevor Donkey und Co. die Luft ausgeht. Hier solltet Ihr auf Luftblasen achten, die quasi frischen Atem spenden. Nach dem Auftauchen geht es in Marmaloupe weiter: Wackelpudding, Gelee und Früchte bestimmen hier das Bild und die Sprungpassagen. Achtet besonders auf die versteckten Schalter im Vorder- und Hintergrund, damit eine Plattform nicht plötzlich unter Euren haarigen Füßen verschwindet! Habt Ihr die Affen an grimmigen Pinguinen, garstigen Eulen und anderen knuffig-fiesen Gesellen vorbeigelenkt, wartet das Finale auf der Donkey-Kong-Insel. Die verschneite Heimat ist eine rutschige Angelegenheit, weil eisige Plattformen nur wenig Halt bieten und unvorsichtige Primaten schnell ins Bodenlose gleiten lassen.
Von der ersten Minute an macht Donkey Kong Country: Tropical Freeze klar: Hier sehen nur JumpnRun-Experten oder besonders frustresistente Spieler Land bzw. das Fass am Ende des Levels. Unbedachte Aktionen ziehen fast immer einen platzenden Ballon nebst damit verbundenem Bildschirmleben nach sich. Aber selbst Kennern fordert die Affenhatz viel Aufmerksamkeit und schnelle Reaktionen ab: Springen, rennen, ducken, ausweichen und bei all dem noch KONG-Buchstaben und Puzzleteile sammeln alle Buchstaben in einer Welt öffnen den Pfad zu einem enorm schweren Bonus-Tempel. Donkey verträgt zwei Treffer, mit einem Partner im Gepäck erhöht sich die Anzahl auf vier. Sobald zwei Herzen futsch sind, verschwindet auch Euer Kollege und Donkey zieht alleine weiter.
Ohne die speziellen Fähigkeiten von Diddy, Dixie sowie Cranky könnt Ihr einige Stellen jedoch nicht erreichen. Dann bleibt dem Kong etwa der Zugang zu versteckten Spielabschnitten verwehrt. Wer nicht mehr weiter weiß, besucht den coolen Funky Kong: In seinem Laden tauscht Ihr gesammelte Bananenmünzen gegen diverse Items ein. Neben zusätzlichen Leben, Charakterfässern und einem Extraherz leiht Ihr gegen Gebühr Papagei Squawks aus. Diesen spielt Ihr nicht aktiv, stattdessen deckt der Vogel für die Kongs Geheimnisse in den Levels auf. Apropos Tiere: Weder Enguarde, Expresso noch Winky haben einen Auftritt schade, dass außer Rambi keine der witzigen Figuren mit dabei ist.
Das Leveldesign gibt sich zu keinem Zeitpunkt eine Blöße, scheinbar unfaire Stellen löst Ihr mit viel Ruhe und dem ein oder anderen Funky-Extra. Dabei sieht Tropical Freeze immer hübsch und farbenfroh aus, vor allem das Affenfell wirkt richtig schön flauschig. Absolut spitze klingen die Musikstücke, die aus Remixes bekannter Themen der Vorgänger bestehen und immer prima zum Geschehen auf dem Bildschirm passen.
Wer bis hierhin gelesen und vielleicht kurz auf die Wertung geschielt hat, mag sich wundern, dass Tropical Freeze den Award knapp verpasst. Der Grund dafür liegt zum einen an der minimal trägen Bewegung Donkeys sowie der Pflicht, beim Klettern an Lianen eine Taste gedrückt halten zu müssen dadurch wird die Steuerung unnötig verkompliziert. Auf hohem Niveau enttäuscht jedoch der Mangel an Innovationen. Alles ist routiniert gemacht und leistet sich keine Patzer bei Aufbau oder Ablauf, setzt aber nur auf bekannte Einlagen wie Lorenfahrten und Raketenfass-Ritte. Spielerische Experimente, wie etwa Ubisofts Rayman Legends, gehen die Retro Studios nicht ein. Das Team liefert beinharte Hüpfkost der ganz alten Schule. Versierte Spieler dürften sich im Kreise der Primaten daher pudel-, pardon, affigwohl fühlen.
Thomas Nickel meint: Spätestens dieser Auftritt von Donkey Kong und seiner Primaten-Crew machen es amtlich: Wer gerne der virtuellen Hüpferei frönt, der kommt um die Wii U einfach nicht mehr herum. Das neue Affen-Abenteuer der Retro Studios sieht unverschämt gut aus, spielt sich wie ein Traum und strotzt nur so vor interessanten Ideen und cleveren Einfällen. Mein Liebling ist der bärtige Cranky Kong es macht einfach riesigen Spaß, in bester Onkel-Dagobert-Manier über stachelige Böden zu hopsen und Gegner per Pogo-Sprung zu erlegen. Und dann ist da noch die Musik… jeder Level wird stimmungsvoll untermalt, da kommt auch nach dem zehnten Ableben kein Frust auf.
Oliver Schultes meint: Ohne Frage: DKC: Tropical Freeze wurde handwerklich kompetent und liebevoll gemacht. Insbesondere ist es ein Paradies für frustgestählte JumpnRun-Profis: Wer alle Extras holen will, schickt mehr (virtuelle) Affen in den Tod als es durchgeknallte Wilderer bislang in Realität getan haben. Die extreme Schwierigkeit kreide ich dem Spiel aber gar nicht an, schließlich läuft alles fair ab. Was mir im Vergleich zu etwa Rayman Legends abgeht, ist Mut: zu ausgefallenen Levelkonstruktionen, frischen Charakteren oder überraschenden WTF!-Momenten. Die Maxime lautet bis zum Ende routiniert & bewährt. Die Kontrollen jedoch überraschen mit Sperrigkeit und dem seltsamen Drücke-einen-Knopf-um-dich-an-der-Liane-festzuhalten-Feature. Das i-Tüpfelchen: Dass Nintendo bzw. den Retro Studios so gar keine Verwendung für das GamePad-Display einfiel (außer darauf zu spielen, wenn der TV aus ist), spricht Bände.
Sascha Göddenhoff meint: Die Affen rasen durch den Wald und ich mache mich dabei selber kalt: Donkey Kong Country: Tropical Freeze testet meine Frusttoleranz wie lange kein Spiel mehr! Ich muss Hunderte Affenleben in den Levels versenkt haben, denn nur die wenigsten Renn- und Sprungpassagen habe ich beim ersten Anlauf gemeistert. Ich will Euch nichts vormachen: Das ein oder andere Mal habe ich statt in die Banane fast ins GamePad gebissen. Doch nur mit Ruhe und viel Geduld sehe ich hier Land, darum: zusammengerissen und weitergemacht! Bis zum Ende haderte ich dabei mit der zeitweise etwas trägen Steuerung der Gorilla-Gang das macht Nintendo sonst besser! Aber den wirklich hübschen Welten, teils witzigen Gegnern (die Hummel ist toll!) und dem großartigen Soundtrack kann ich nur schwerlich widerstehen. Doch genau wie dem Kollegen Schultes fehlt mir bei Tropical Freeze der Mut zur Veränderung. Spielerisch werde ich zwar extrem gefordert, aber zu keinem Zeitpunkt mit überraschenden Spielinhalten konfrontiert. Wo steckt hier Nintendos berühmte Kreativität? Bleibt diese nur neuen Mario-Spielen vorbehalten? Routiniert und richtig gut, aber eben mutlos präsentieren sich Donkey, Diddy und Konsorten bei der neuerlichen Bananenjagd. Exemplarisch für verschenktes Potenzial stehen aus meiner Sicht die Reittiere: Nur Nashorn Rambi hat einen spielbaren Auftrit, Schwertfisch Enguarde oder Strauß Expresso sind nicht mit dabei. Das ist sicherlich Meckern auf hohem Niveau, trotzdem hoffe ich auf etwas mehr Pep beim nächsten Affentanz.
- Langzeit-Motivation dank Sammelkram
- die Loren-Levels sind zurück
- tolle Remixe aus bekannten Sounds
- schickes Affenfell
- viele bockschwere Passagen
Meinung
Gar nicht affig: Donkey und Co. fordern mit einem sehr guten JumpnRun Hüpfspiel-Profis heraus, lassen dabei allerdings frische Ideen vermissen.
| Singleplayer | ![]() | 84 |
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