In unserer aktuellen Ausgabe 03/14 widmen wir uns auf sechs Seiten dem Thema Let’s Play. Dazu haben wir unter anderem auch Fragen an die beiden größten und bekanntesten “Let’s Player” Deutschlands, Gronkh und Sarazar, gerichtet. Leider erreichte uns die Mail mit Valentin Rahmels (alias Sarazar) Antworten erst zum Redaktionsschluss und konnte daher nicht mehr in den Heftartikel einfließen. Doch natürlich möchten wir Euch seine Aussagen rund um Aufwand, Finanzierung und Zukunft von Let’s Plays nicht vorenthalten. Viel Vergnügen!
M!: Gibt es eine Art Vorgabe oder Richtung für Eure Let’s Plays, z.B. besonders viel oder witzig zu sprechen, oder liegt das im Ermessen des jeweiligen Spielers?
Sarazar: Jeder muss für sich entscheiden, wie er ein Let’s Play aufzieht. Eine feste Regel gibt es da nicht. Persönlich lasse mich auch immer gerne von neuen Videoproduzenten überraschen, die neue Wege beschreiten. Für mich habe ich allerdings schon einen Stil entwickelt: So versuche ich in atmosphärischen Titeln nicht zu viele Witze zu machen und bin auch mal stiller, während ich in spaßigen Games gerne häufig lache. Die Moderation ist halt doch sehr abhängig vom Spiel und den anderen Let’s Playern, die bei einem Mehrspieler-Titel unter Umständen auch noch am Start sind. Jedoch sollte der YouTuber gerade bei langwierigen Spielszenen ein wenig erzählen, da hier die Plauderei das Geschehen aufwerten kann. Man muss ja immer bedenken, dass der Zuschauer gerade nicht aktiv spielt, aber schon irgendwie unterhalten werden will. Das Wichtigste ist aber, dass man Spaß an der Sache und eine Passion für Computerspiele hat.
Welcher Aufwand steckt hinter der Aufnahme und Bearbeitung eines Videos?
Oh, der Aufwand pro Video ist ebenfalls sehr spielabhängig. Bei manchen Games macht man eine Session von zwei Stunden und hat auch direkt vier bis sechs Folgen aufgenommen. Doch gerade bei Multiplayer-Games muss auch die Technik mitspielen. Serverprobleme und weitere Überraschungen sorgen da oft für Zeitverzögerungen, was wir Zocker ja alle kennen. Bei Games wie Day-Z können zudem gut und gerne mal drei Stunden für eine 30-Minuten-Folge draufgehen, da man beim Tod bekanntlich alles verliert. Als Zuschauer will man aber auch nicht mehr sehen, wie Herr Sarazar irgendwelchen Krempel zusammensucht, da das in den vorherigen Folgen schon gezeigt wurde. Hinzu kommt noch die Zeit für Schnitt, Upload, Beschreibungen, das Posten auf Websites sowie Kanälen und vor allem die Community – man liest sich täglich jede Menge Kommentare durch und geht auf diese teilweise auch ein. Das macht auch einen Großteil der Motivation aus, die ein Let’s Player hat. Allerdings bringt es auch jede Menge Arbeit mit sich. Beim Veröffentlichen der Videos unterstützen uns natürlich auch die redaktionellen Mitarbeiter der PlayMassive GmbH und Studio71 – zudem ist die Community eine große Hilfe. Da gibt es natürlich auch viele liebe Leute, die eine Frage beantworten, die schon gestellt wurde. Insgesamt stecken wir schon mehr Zeit in die Let’s Plays und andere Projekte als jemand, der nach acht Stunden Feierabend hat. Uns macht es aber halt auch jede Menge Spaß!
Wie ist das Verhältnis zu den Publishern? Dürft Ihr alles zeigen bzw. spielen oder gibt es hier Einschränkungen?
Das Verhältnis zu den Publishern ist gut. Und da wir sowieso nur Spiele zocken, die uns gefallen, können wir natürlich auch immer hinter dem Titel stehen. Der Werbeeffekt ist nicht von schlechten Eltern. Wobei wir natürlich auch kritisieren, wenn es sein muss. Was auch völlig in Ordnung ist. Immerhin hat der Zuschauer Augen im Kopf und es hilft auch den Entwicklern zu sehen, was die LP-Szene cool und nicht so gut findet.
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