Ein US-Ausschuss hat vorgeschlagen, Herstellern von “Gewaltspielen” von Steuerleichterungen in Form des “R&D-Tax-Credits” auszuschließen.
Wie der Washington Examiner berichtet, hat das “House Ways and Means Committee”, ein wichtiger Ausschuss des US-Repräsentantenhauses, seine Vorschläge für eine Steuer-Reform vorgelegt. (Anm.: Die Zuständigkeiten dieses Ausschusses reichen sehr weit. Zum Vergleich: Hierzulande würde es den Haushaltsausschuss, den Finanzausschuss und den Ausschuss für Gesundheit und Soziales gemeinsam umfassen.)
Das Papier sieht vor, der US-Industrie erneut Steuererleichterungen für Forschung und Entwicklung (“R&D” = Research & Development) zu gewähren. Doch diese müssen natürlich finanziert werden – ergo muss man an anderen Stellen sparen. So schlägt der Ausschuss auf Seite 24 der Reform unter anderem vor: “Preventing makers of violent video games from qualifying for the R&D tax credit.” (“Verhindern, dass Hersteller von gewalttätigen Videospielen für R&D-Steuergutschriften zugelassen werden.”)
(Anm.: Hier handelt es sich noch um einen Vorschlag, die Reform ist noch keineswegs durch. Sollte aber tatsächlich die Ausnahmeregelung für “Gewaltspiele”-Hersteller in Kraft treten, wäre das ein schwerer Schlag für die US-Spieleindustrie: Zum einen gibt es nur wenige US-Videospiel-Hersteller, die nur “gewaltfreie” Spiele produzieren, insofern würde es einen Großteil der Industrie betreffen, die bisher von den R&D-Erleichterungen profitieren konnte; Bekanntlich ist die Entwicklung immer noch der größte Kostenfaktor (neben dem Marketing) in der Spieleindustrie.
Zudem würden Spieleproduzenten, die gewalttätige wie auch gewaltfreie Spiele anbieten – was ja auch auf viele, vor allem die großen, zutrifft – gleichsam bestraft werden – obwohl sich die Reform auf die Fahnen geschrieben hat: “…stops the practice of using the tax code to pick winners and losers based on political power rather than economic merit.
Zum anderen würde es das eigentliche Ziel des “R&D Tax-Credits” ad absurdum führen – schließlich wurde dieser eingeführt (Anm.: 1981, danach mehrmals verlängert) damit die US-Industrie im Vergleich zum Ausland wettbewerbsfähig bleibt. Tatsächlich würde sich bei seinem Wegfall für die Spielindustrie ein Trend verschärfen, der schon seit einiger Zeit in den USA sichtbar ist – der “Brain-Drain” also das Abwandern von Talenten zum Nachbarn Kanada, der (bzw. genauer gesagt, die Städte und Regionen dort) Spielehersteller massiv fördern.
Ganz abgesehen davon: Der Nachweis, dass Gewalt in Videospielen auch zu realer Gewalt führt – womit man (mutmaßlich) die Ausnahmeregelung begründen würde – ist nach wie vor nicht erbracht worden. )








