Man sollte meinen, auf dem Land herrsche tote Hose. Doch kaum seid Ihr in der verschlafenen Kleinstadt Inaba angekommen, überschlagen sich die Ereignisse: Eine mysteriöse Mordserie stürzt das japanische Nest ins Chaos und nur Ihr und Eure neuen Freunde habt eine Ahnung, was wirklich hinter den grausigen Taten steckt. Denn durch Zufall entdeckt Ihr, dass sich hinter der Fernseh-Mattscheibe eine andere Welt befindet, in der all jene, die dort gegen ihren Willen hineingeraten, mit den dunkelsten Aspekten ihrer Persönlichkeit konfrontiert werden. Da es Euch aber gelingt, diesem Schicksal zu entgehen, versucht Ihr nun weitere Todesfälle zu verhindern und den Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Dabei helfen Euch vor allem Eure Personas physikalische Manifestationen Eures eigentlichen Ichs, die Euch mit mächtigen Attacken im rundenbasierten Kampf beistehen.
So einfach habt Ihr es aber nicht: Als Schüler könnt Ihr nicht einfach nach Belieben die TV-Welt erforschen, auch der Alltag will gemeistert werden. Der besteht aus Schulbesuch, Prüfungen, Nebenjobs und einem wachsenden Freundeskreis all das gilt es, bei Eurer Zeitplanung zu berücksichtigen. Zum Glück sind die sozialen Aspekte keine ärgerliche Last, sondern eine große Hilfe bei Euren Trips durch die TV-Welt: Je stärker die Bindungen zu Euren Mitmenschen, desto mächtigere Personas könnt Ihr fusionieren.
In den 3D-Szenen ist Persona 4 Golden mit einfachen Charaktermodellen und unspektakulären Texturen nicht allzu weit vom sauberen PS2-Original entfernt, nutzt aber das breitere Format des Vita-Bildschirms. Die hohe Auflösung kommt vor allem bei Charakterporträts, Textkästen und Menüs zum Tragen: Die bestechen mit stilvollem Design und machen die durchschnittlichen Polygon-Szenarien und Figuren locker wett.
Zwar basiert Golden technisch wie inhaltlich auf der PS2-Vorlage von 2008, für die Konvertierung wurde aber ordentlich am ohnehin stabilen Fundament des Klassikers gefeilt etliche neue Elemente kamen hinzu. Am auffälligsten: Es gibt weitere Events, zwei zusätzliche soziale Kontakte, neue Personas und auch frische Outfits für Eure Figuren. Außerdem könnt Ihr jetzt Gemüse anbauen, um Vorräte für die Dungeon-Touren zu gewinnen. Ist Eure Vita mit dem Internet verbunden, warten noch mehr Neuerungen: Geratet Ihr tief in den Labyrinthen in Schwierigkeiten, könnt Ihr online einen Hilferuf an andere Spieler senden. Außerdem erfahrt Ihr ähnlich wie bei Catherine auf der PS3, wie sich andere Spieler bei zentralen Entscheidungen verhalten haben.
Thomas Nickel meint: Man mag kaum glauben, dass Persona 4 schon gute vier Jahre auf dem Buckel hat auch ohne die zahllosen Verbesserungen der Vita-Konvertierung ist es immer noch ein Referenz-Abenteuer. Das ungewöhnliche Setting, die komplexen Figuren und vor allem das durchdachte Räderwerk aus Schulalltag, dem Pflegen sozialer Kontakte, Dungeon-Ausflügen und Persona-Fusionen sorgen dafür, dass Ihr über 60 Stunden stets motiviert und beschäftigt seid auch wenn die ersten Spielstunden eher zäh daherkommen. Persona 4 ist die perfekte Ergänzung zu Ni no Kuni: Wo dieses die glorreiche Vergangenheit der J-RPGs feiert, zeigt das Atlus-Abenteuer eindrucksvoll, was sich heute alles aus dem klassischen Genre herausholen lässt. Für Rollenspieler ist Persona 4 Golden Grund genug, sich eine Vita zuzulegen.
- gewaltiger Umfang
- mehr Inhalt als auf PS2
- tolle Mischung aus Rollenspiel und Alltags-Simulation
Erstklassige Umsetzung des kreativen Rollenspiel-Monsters Persona 4 ist lang, komplex und unglaublich unterhaltsam.
| Singleplayer |  | 90 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |