Im letzten Jahr waren sich die Fußballer aus der M!-Redaktion einig: PES 2012 war nicht der erhoffte Befreiungsschlag gegen EAs FIFA-Imperium. Die Japaner leisteten sich vor allem bei der Abwehrarbeit Patzer und so trug EA Kanada einen klaren Sieg davon. Doch die Entwickler rund um Jon Murphy (PES-Legende Shingo Seabass Takatsuka widmet sich zurzeit einem anderen Projekt) haben nachgesessen und kräftig trainiert. Und neben einer griffigeren Abwehr und besseren Torhütern spendierten sie PES 2013 vor allem mehr Kontrollmöglichkeiten, die das Spiel deutlich variabler machen und vielen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen. Im neuen PES ist nun nämlich meistens der Daddler vor der Mattscheibe Schuld, wenn er nicht trifft.
Nörglern, die Fehlschüsse und -pässe auf das Spiel schieben, gibt Konami einen einblendbaren Richtungspfeil an die Hand, mit dem sie frei bestimmen, wo sie hinspielen wollen. So sind überraschende Schüsse ins kurze Eck und gefühlvolle Pässe durch enge Abwehrreihen mit viel Übung kein Problem mehr. Gleichzeitig variiert Ihr nun per kontrolliertem Dribbling mit der Fußsohle das Tempo Eures Aufbauspiels, wartet auf nachrückende Mitspieler und trickst Gegner mit Tempowechseln aus.
All diese Neuerungen und andere Spezialitäten wie Brustannahme und Doppelpässe lernt Ihr in einem ausführlichen Trainingsmodus. Innerhalb einer Partie bleibt aber auch meistens genug Zeit, denn das Standard-Spieltempo wurde deutlich verlangsamt seid Ihr damit nicht zufrieden, regelt Ihr die Geschwindigkeit wie immer selbst.
Solospieler gehen wieder in der Meisterliga oder im Be-a-Legend-Modus auf Torjagd. Hier gibt es noch mehr Zwischensequenzen in Spielegrafik mit Eurem Alter Ego zu bestaunen, allerdings sorgt das Speichersystem für Ärger. Ihr müsst zwingend die Automatische Speicherung aktivieren, um Euren Fortschritt aufzuzeichnen. Der Nachteil: Die ohnehin schon langweiligen Pausen zwischen den Matches, in denen das Spiel jeden einzelnen Wochentag ohne Abbruchmöglichkeit durchläuft, werden durch die Speichervorgänge noch länger. Online informiert Euch nun ständig ein kleiner Infobalken am oberen Bildschirmrand, ob einer Eurer Freunde für ein Match zur Verfügung steht. Auf Knopfdruck sprecht Ihr Euch im Chat ab und generiert schnell und unkompliziert eine gemeinsame Session.
Insgesamt schnürt Konami in diesem Jahr ein Paket, das sich wirklich sehen lassen kann und auch abgewanderte Veteranen wieder neu begeistern wird. Das Lizenzdilemma besteht aber weiterhin: Als Neuzugänge zum letztjährigen Portfolio kommen lediglich alle Klubs der ersten Brasilianischen Liga und Schalke statt Leverkusen hinzu, die Bundesliga fehlt weiterhin.
Tobias Kujawa meint: Was habe ich im letzten Jahr über meine Abwehr geschimpft, die ich einfach nicht in den Griff bekam. Nun steht mein Defensiv-Bollwerk wieder bombenfest und die Kontermaschine läuft auf Hochtouren. Dabei hilft mir das neue kontrollierte Dribbling, feine Spielzüge einzuleiten und meine Mitspieler in die Offensive einzubinden. Die laufen sich nicht so gut frei wie ihre FIFA-Kollegen, überzeugen aber dennoch durch gute Animationen und manch smarte Idee, außerdem kann ich hier die Bälle kontrollierter annehmen. Ich freue mich, endlich wieder ernsthaft, ohne Grummeln und ohne durchs Zimmer fliegenden Controller Match um Match bestreiten zu können und mit meinen Bayern die Meisterliga aufzumischen nur die langen Speicherpausen (trotz optionaler Installation) gehen mir auf den Senkel. Da sollte dringend ein Patch her!
Matthias Schmid meint: In spielerischer Hinsicht bin ich hochzufrieden: Das Spielgefühl passt, die Dreiecks-Pässe wurden entschärft, die neuen Dribbel- und Defensivoptionen erlauben ein taktisches, top steuerbares Ballsporterlebnis. Doch das Drumherum macht mich rasend: Das neue Training ist ein Witz von der Präsentation über die Aufgabenbeschreibung bis zur miesen Fehlerrückmeldung und der Lernkurve. Ebenfalls schwach: die Lizenzen. Eine Champions League ohne alle Teams ist lächerlich! Zum Schluss schieße ich gegen die Qualitätseinstufung der Kicker heuer sind so viele Böcke drin, dass ich weinen möchte. Beispiele gefällig? Zu hoch: Terry 90, Zanetti 86, Ibrahimovic 93, Cambiasso 86. Zu niedrig: Gómez 77, Kagawa 76, Falcao 79, Khedira 78, Forlán 79. Natürlich lässt sich das per Patch beheben, unverständlich bleibt es dennoch.
- genaues Zielen durch einblendbaren Pfeil
- besserer Spielablauf mit variablem
- Dribbel-Tempo
- Bayern und Schalke sind original an Bord
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