Die 13 gilt im Volksmund als Unglückszahl. Gut für EA, dass es sich bei FIFA 13 schon um den zwanzigsten jährlichen Auftritt handelt. Also wieder alles super in der aktuellen Version? Oh ja, und wie!
Nach dem grandiosen FIFA 12 und der lieblos zusammengeschraubten Euro 2012-Erweiterung konnten wir uns kaum vorstellen, was die Kanadier an ihrem Fußballspiel noch verbessern könnten. Doch kaum rotierte die Testversion im Laufwerk, wurde klar: Es ist wirklich noch besser! Eure KI-Mitspieler laufen sich wunderbar durchdacht frei, manuell eingeleitete Doppelpässe an der Seitenlinie sind nicht mehr andauernd nötig. Bei Pässen und Flanken fällt dann der nächste Clou ins Auge: Die Spieler nehmen die Bälle je nach Fähigkeit unterschiedlich gut an. Während Messi und Ronaldo selbst mit gewagten Zuspielen kaum Probleme haben, verspringt einem Schmelzer oder Subotic gerne mal das Leder meterweit. Das sorgt einerseits für mehr Realismus und Spannung, ärgert andererseits bei Topklubs, denn deren Sportler sind oftmals im Spiel ungeschickter als im echten Leben.
Genau wie PES 2013 trumpft auch FIFA in diesem Jahr mit einem ausführlichen Trainingsmodus auf, allerdings ohne Hilfsfunktionen. Schießt auf Scheiben, dribbelt um Stangen und flankt in Tonnen. All das bringt Erfahrungspunkte, die sich wie im Vorjahr zu Eurem Football-Club-Level addieren. Spieler der letztjährigen Version nehmen ihren Punktestand mit. Damit Ihr Euch immer wie in der aktuellen Phase der realen Saison fühlt, gehen die Kommentatoren dank Match-Day-Funktion rudimentär auf echte Ereignisse rund um Euren Verein ein, wenn Ihr online seid. Auch die Statistiken der Athleten lassen sich per Update an ihre derzeitige Form anpassen.
Bei aller Herrlichkeit gibt es aber auch Kritikpunkte in Gestalt der Kinect- und Move-Unterstützung. Die Kontrollmethode mit Sonys Leuchtdildo kopiert die durchdachte Wii-Steuerung von PES, komplexe Manöver fallen somit flach. Die Spracherkennung mittels Kinect ist nur im Offline-Solospiel verfügbar: Auswechslungs- und Taktikmenü nehmen einen großen Teil des Spielbildschirms ein, Sprachkommandos werden oft nicht erkannt. Eine Schiedsrichterermahnung konnten wir trotz rüdem Sprücheklopfen nicht heraufbeschwören.
Tobias Kujawa meint: Nach den ersten Informationen zu FIFA 13 wollte sich bei mir keine wirkliche Vorfreude einstellen. Zu einfallslos klangen die Features, von bahnbrechenden Neuerungen war nichts zu sehen. Wie man sich manchmal täuschen kann! Der jüngste Spross der erfolgreichen Simulation macht den Rasensport mit kleinen Änderungen ein großes Stück unberechenbarer und realistischer. Auch neben dem Platz liefert EA mit toller Stadionatmosphäre und Fangesängen wieder ein ganz großes Spektakel ab, die pixeligen Zuschauer haben aber im Jahre 2012 endgültig nichts mehr verloren. Dafür wurde das Physikmodell für kollidierende Spieler auf ein realistisches Maß heruntergefahren: Wie betrunken übereinanderstolpernde Sportler gibt es kaum noch.
Bernhard Niemandt meint: FIFA 13 fühlt sich sehr gut an. Es erfindet die Sportreihe nicht neu, aber die Kleinigkeiten machen den großen Unterschied. Ball und Spieler sind nicht mehr eine solche Einheit wie zuvor, der Skill-Level der Kicker rückt noch mehr in den Mittelpunkt. Das bedeutet, die Kluft zwischen zweitklassigen Mannschaften und Eliten wie Barcelona wird noch größer fast unfair. Trotzdem, die Total-Ball-Control ist eine klasse Veränderung der Serie. Das Spiel ist realistischer und die Sportler können nicht mehr auf unheimliche Art und Weise mit jeder Annahme den Ball perfekt unter ihre Kontrolle bringen. Das Offensiv- und Verteidigungsverhalten verändert sich dadurch enorm. Jetzt heißt es: Denken wie ein echter Fußballer. Und die neuen Laufwege der Mitspieler ein Genuss! Es wird mir ein inneres Blumenpflücken!
- Ballannahme variiert ja nach Spielertalent
- Match-Day-Feature berücksichtigt Realität
- optionale Kinect- oder Move-Unterstützung
FIFA 13 unterstreicht EAs Anspruch auf den Fußball-Thron mit feinem Passspiel und intelligenten Teamkollegen.
| Singleplayer |  | 91 |
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