Oh nein, oh Schreck – Molyneux ist weg! Wer wird uns denn zukünftig weltbewegende Neuerungen versprechen, die dann still und heimlich doch meist auf ein nicht so revolutionäres Maß geschrumpft werden? Solche oder ähnliche Gedanken hatten sicher viele Spieler, als vor einiger Weile der Abschied des Lionhead-Oberhaupts publik wurde.
Was das letztlich mit Fable: The Journey zu tun hat? Offenbar nicht mehr allzu viel, wie uns die Entwickler bei einer Anspiel-Runde letzte Woche im Gespräch sagten: Demnach hatte der Erfinder des Gottspiel-Genres zwar während der Konzeptionsphase zum Kinect-Ableger seiner Gut-und-Böse-Saga noch einige Ideen einfließen lassen, war aber an der Umsetzung kaum beteiligt. Das merkt man dem Spiel sogar an – und das ist nicht negativ gemeint.
Denn natürlich war auch bei uns die Skepsis groß, als The Journey erstmals angekündigt wurde: Eine Serie, die bei allen Ihren Qualitäten doch nie die hochtrabenden Versprechungen ihres Schöpfers ganz erfüllen konnte, gekoppelt mit einer Hardware-Erweiterung, deren Potenzial zwar erkennbar, aber ebenfalls noch nie so richtig ausgeschöpft wurde? Wie soll das nur funktionieren?
Nachdem wir das virtuelle Albion eine Weile bereist haben, lässt sich letztere Frage zumindest im Ansatz beantworten mit “auf jeden Fall besser als gedacht”. Denn die Kinect-Steuerung erfüllt ihren Zweck, auch wenn letzte Zweifel noch nicht ganz ausgeräumt werden können. Uneingeschränkt positiv hervorzuheben ist derweil ein Aspekt: Man kann tatsächlich bequem sitzend spielen.
Um das Abenteuer zu genießen, sind keine Kenntnisse der Vorgänger notwendig, denn Ihr schlüpft in eine neue Rolle: Als Jungspund Gabriel seid Ihr Teil einer Karawane, die auf dem Weg nach Hause zu ihrem Stamm ist. Während Euer Bruder als Anführer die Verantwortung übernimmt, seid Ihr eher ein Schlendrian und neigt dazu, versehentlich am Zügel einzuschlafen. So kommt es, wie es kommen muss: Ihr werdet bei einem aufkommenden Unwetter vom Rest getrennt und müsst nun allein den Weg finden. Das ist schon gruselig genug, doch als Ihr in nächstem Dorf eine blinde Seherin vor einem mystischen Wesen rettet, geht s erst richtig los…
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