Die Spiele des Jahres 2011 – Platz 1 – The Legend of Zelda: Skyward Sword

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Thomas Stuchlik meint: Ein Name, eine Legende: Der Titel Zelda steht für Spielspaß wie kein zweites Action-Adventure. Das macht es für eine neue Episode der Reihe nicht einfach, den hohen Erwartungen der Fans gerecht zu werden. Doch etwaige Befürchtungen zerstreut Skyward Sword schnell. Held Link erlebt abermals durchdachte Dungeons, ideenreiche Rätsel und pfiffige Kämpfe. Die Bewegungserkennung WiiMotionPlus setzt Klingenhiebe exakt nach Eurem Schwung um. Allerdings hängt der Titel immer noch an alten Strickmustern fest. Es gibt keine Sprachausgabe, die Nebencharaktere rangieren von heldenhaft bis lächerlich. Auch die in der zweiten Spielhälfte erforderliche Laufarbeit streckt die erhebliche Spiellänge. Der grafische Gemälde-Stil ist ebenso Geschmackssache. Doch meiner Meinung nach hätte Zelda schon immer so aussehen sollen.

Max Wildgruber meint: Nach dem Wii-Vorgänger sah ich die Serie um die dauerentführte Blondine kreativ am Ende. Twilight Princess ist in meinen Augen ein mit unpassendem “Herr der Ringe”-Pathos aufgeblasenes Ocarina of Time. Nach Skyward Sword” darf ich nun wieder hoffen. Der naive Look passt deutlich besser zum märchenhaften Zelda-Universum. Die Aussagekraft der Animationen ist auf Augenhöhe mit Disney-Zeichentrick. Wer sein Action-Adventure kantiger mag, kann ja Darksiders spielen. Apropos Ecken: Endlich gibt’s keine Kistenrätsel mehr, dafür viele im besten Sinne denkwürdige Kopfnüsse, z.B. das Auge-Schwert-Puzzle. Und apropos Schwert: Mit der Steuerung der Kämpfe zeigt Nintendo am Ende der Wii-Ära noch mal, was für ein Potential in der Bewegungssteuerung des kleinen weißen Kistchens steckt. Und Apropos weiße Pracht: Fröhliche Weihnachten und alles Gute zum 25., Link, alter Zipfelbube!

Thomas Nickel meint: Natürlich ist der Grafikstil des neuen Zelda Geschmackssache. Aber das ist der von Gears of War, GTA oder Battlefield auch. Und gerade in Zeiten, wo auf den HD-Konsolen immer noch vermeintlicher Realismus abgefeiert wird wie nichts Gutes, da ist der Look von Skyward Sword einfach herrlich erfrischend. Und warum will ich mich an Kantenflimmern, mauen Texturen und ähnlichen Oberflächlichkeiten hochziehen, wenn Nintendo mit Skyward Sword das Spielspaß-Feuerwerk des Jahres abbrennt? Alleine die Zeiträtsel in der Ranelle-Wüste gehören für mich zum besten, was ich je in einem Videospiel gesehen habe. Und nach Skyward Sword will ich kein Zelda mehr ohne die grandiose Motion-Plus-Steuerung spielen.

Matthias Schmid meint: Ich will mich nicht als Skyward Sword-Basher aufspielen, aber trotz aller Stärken wie Dungeon-Design, Einsetzbarkeit der Items, Umfang etc. gibt es einige Dinge, die mich grundsätzlich stören am neuen Zelda: Das wären die fehlende Sprachausgabe, das häufige Nachjustieren der Kamera und natürlich die Grafik. Manchmal dachte ich mir echt: “Hey Leute, ist das ein N64-Spiel?” Bei Objekten, Gebäuden, Landschaften und Personen in der Ferne mag der getupfte Grafikstil ja nett und sogar hübsch sein, aber aus der Nähe sollte solche schlimmen Texturen und Modelle – begleitet von Kantenflimmern – eigentlich der Vergangenheit angehören.

 

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Die Spiele des Jahres 2011 – Platz 2 – Batman: Arkham City

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Tobias Kujawa meint: Dieses Spiel war für mich ein absoluter Hochgenuss. Die Atmosphäre in Arkham City ist top, die Kämpfe funktionieren, sind nicht zu simpel und sehen klasse aus und das Spiel fordert eine Menge Überlegung und Vorsicht von mir, da Batman kein unverwundbarer Über-Rambo ist – das hätte ich mir auch bei Assassin’s Creed gewünscht. Kritisieren muss ich nur die etwas unlogische Story-Auflösung und das Open-World-Problem. So stringend und durchweg super inszeniert wie Arkham Asylum kann der aktuelle Teil einfach nicht sein, wenn ich frei entscheiden darf, wo ich hingehe. Ein weiteres Problem: Die tollen Scarecrow-Einlagen aus dem Vorgänger bekommen keinen adäquaten Ersatz. Trotzdem wurde ich exzellent unterhalten und hatte die ganze Zeit ein Grinsen im Gesicht, das dem Joker Konkurrenz machen würde. Wenn Warner jetzt auch noch gute DLCs dafür in der Tasche hätte, wäre ich noch glücklicher, Kostüme und weitere Herausforderungen brauche ich einfach nicht.

Michael Herde meint: Neben Portal 2 zählt Arkham City zu meinen spärlichen Highlights in diesem von tendenziell schwachen Fortsetzungen geprägten Jahr. Tobias Kritik ist berechtigt, die Story hat fraglos ein paar sonderbare Lücken. Dafür endet sie mit einem WTF-Moment, der mich sprachlos machte. Generell hat mich Arkham City als Batman-Fan ziemlich beeindruckt und gefesselt, denn hier steckt enorm viel Liebe zum Detail drin – von den stets zum jeweiligen Stand der Story passenden Kommentaren der Insassen über die makellose Präsentation bis hin zur famosen Spielbarkeit und dem zusätzlichen ‘New Game +’-Modus für noch mehr Wiederspielwert. Spielerisch ist Batman ebenfalls eine enorm runde Angelegenheit und bietet jede Menge Freiraum für Experimente. Gleichzeitig markiert Arkham City aber auch einen neuen Tiefpunkt auf Konsolen in Sachen Kundengängelung: Die großspurig vorab beworbene Catwoman muss selbst von Neukäufern erst über einen mehr als 200 MB umfassenden Download beschafft werden. Ich empfinde es als Zumutung, dass treue Vollpreis-Käufer ihre Spiele zunehmend in Eigenregie zusammenbauen müssen – sei es durch Patches oder DLCs, die doch eigentlich eher Gebrauchtkäufer ausbremsen sollten. Wer keinen (geeigneten) Internet-Zugang besitzt, ist daher gezwungen, sich mit kaputten, unfertigen oder bruchstückhaften Spielen zufrieden zu geben.

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Die Spiele des Jahres 2011 – Platz 3 – The Elder Scrolls V: Skyrim

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Max Wildgruber meint: Allen inzwischen hervorgekrabbelten Bugs zum Trotz ist und bleibt Skyrim mein Spiel des Jahres. Mittlerweile habe ich meine tapferen Doppelschwert-Rothwardonin Ira mit ihrer inzwischen angetrauten Lydia in den verdienten (Alters-)Brisenheim-Ruhestand geschickt. Mein aktueller Charakter heißt Ardillon, ist ein bretonischer Vampir, magisch begabt und abgrundtief böse. Momentan zieht er mit einem Sack voll supermächtiger Daedra-Artefakte umher und verbreitet die unfrohe Botschaft der dämonischen Fürsten aus dem Reich des Vergessens. Nebenbei spart er Geld für die Einrichtung seiner persönlichen Folterkammer. Danach wird er Himmelsrand unterjochen und sich dieser lächerlichen Drachen annehmen, die seit Neuestem wie Schmeißfliegen um seinen Kopf kreisen. Das Un-Leben ist schön! Und habe ich euch schon Bubastis vorgestellt? Dieser Khajiit-Dieb wird seine Zelte in Rifton aufschlagen und sich dort klammheimlich an die Spitze der Diebesgilde stehlen. Oder den Echsenmann Plumifrons? Dieser Argonier-Abenteurer hat sich vorgenommen, sämtliche Gewässer von Skyrim bis zur letzten Alge zu erforschen. Dvûr, den Dunkelelf-Assassinen? Brabblzark, den orkischen Waffenschmied? Nein? Kein Wunder. Bis auf die ersten beiden Figuren habe ich keinen dieser Charaktere tatsächlich gespielt. Man hat schließlich noch ein Sozialleben. Aber während ich mir im weihnachtlichen Skiurlaub den realen Eiswind des Fürstentums Tirol um die Nase wehen lasse, werden mich die genannten und noch viele andere Charaktere imaginär begleiten. Die besten Spiele zockt man nämlich im Kopf weiter und Skyrim werde ich mir lange nicht aus selbigem schlagen.

Ulrich Steppberger meint: Bei PS3-Abenteurern, so sie denn unter dem unseligen Ruckel-Bug leiden, kann ich nachvollziehen, dass sie mit Skyrim (noch) nicht das große Los gezogen haben – aber sonst habe ich kein Verständnis für die Hater. Das Epos besitzt einfach eine schier unglaubliche Größe und hat so viel zu bieten, da lassen sich diverse Macken wohl kaum vermeiden. Das ist nicht ideal, aber ich bin einfach nur froh, dass sich trotzdem überhaupt jemand an solche Mammut-Werke voller Möglichkeiten wagt, statt nur sichere Software-Brötchen zu backen. Skyrim definiert für mich den Open-World-Anspruch neu: Wenn ich mich z.B. jenseits nahezu aller ‘großen’ Handlungsstränge dutzende Stunden völlig frei durch die winterliche Welt trollen kann und dabei immer noch regelmäßig sehenwerte neue Dinge erlebe, ist das einfach großartig und sorgt für ein wahres Freiheits-Gefühl. Wer statt dessen lieber an überwiegend irrelevanten Kleinigkeiten rumnörgelt, die in einer gigantischen Spielewelt manchmal nicht zu 100% perfekt sind, kann das aber eh nicht verstehen.

Michael Herde meint: Skyrim ist für mich eines der unterhaltsamsten Spiele des Jahres – und das sage ich, ohne es auch nur eine Sekunde selbst gespielt zu haben. Dafür habe ich meiner Freundin stundenlang dabei zugesehen, wie Ihr zur Unsichtbarkeit neigendes Ross beim Absteigen von einem Bug erfasst, durch die Luft geschleudert und letztendlich getötet wird. Eine Seltenheit in heutigen Spielen ist auch das Konzept, Gesprächspartner nicht mehr hören zu können, sobald man sich vor ihnen stehend zur Seite dreht. Und in welchem anderen Spiel gibt es rückwärts fliegende Drachen, die weniger gefährlich sind als ein Grummelbär aus dem Wald? Wo sonst gleiten mysteriöse Frauen durch den Boden, wo sonst findet sich frisch gebackenes Brot im hintersten Winkel abgeranzter Dungeons? Wo sonst verspürt man heute noch die prickelnde Spannung der Ungewissheit, ob die angestrebte Nebenmission funktionieren wird oder nicht? Doch auch abseits der berechtigten Häme über die zahlreichen, teils plattformexklusiven Bugs auf PC, PS3 und Xbox 360 bietet die Himmelsrand-Welt enorm viele Erlebnismöglichkeiten, um hunderte von Stunden vor den Bildschirm zu fesseln. Ich warte jedoch ab, bis das Spiel fertig gepatcht ist, um mich dann ohne Groll und Peinlichkeit ernsthaft in diese faszinierende Welt zu stürzen – und das sage ich als jemand, der sich für Rollenspiele eigentlich nur wenig interessiert.

Zu den Test geht es hier (PS3) und hier (360).

Die Spiele des Jahres 2011 – Platz 4 – The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D

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Oliver Schultes meint: Neuauflagen von alten Spielen sind so eine Sache: Manche Gamer sehen sie schlicht als Abzocke; andere freuen sich, ihren Helden aus früheren Tagen noch einmal zu begegnen. Bei mir regt sich dabei immer Unbehagen, denn viele Titel aus früheren Konsolenzeiten haben die unangenehme Eigenschaft, miserabel zu altern und gegen all die HD-Pracht einfach nur lächerlich zu wirken. Ocarina of Time zählt zu meinen All-Time-Classics – und gehört definitiv zu den Spielen, die nach 13 Jahren ein Comeback verdient haben. Und hier hat Nintendo das einzig Richtige getan: Statt mit einem etwas polierten Remake für Wii baden zu gehen, weil es sich dann mit allen ‘großen Heimkonsolen-Games’ grafisch messen muss, landete ein aufgehübschtes Ocarina of Time auf dem 3DS. Und auf dem Handheld sieht eine scharfe, aufgebohrte N64-Optik ohne Nebel klasse aus. Dass das Spieldesign (Oberwelt erkunden, rätselgespickte Dungeons meistern) zeitlos ist, dürfte jedem bekannt sein. Bestehende Kanten bei der Bedienung schliff Nintendo ab: Zusätzliche Item-Slots erleichtern das Verwalten und Benutzen von Gegenständen – jetzt flutscht es noch besser. Abgerundet wird das unwiderstehliche Remake-Paket durch einen harmonischen 3D-Effekt und zwei Modi (Master Quest in gespiegelter Version, Boss Challenge), die leider erst nach dem Durchspielen zugänglich sind. Wiederbelebung perfekt gelungen!

Michael Herde meint: Endlich kann ich mir das nervige Stiefel-wechsel-Dich-Spiel im Wassertempel sparen und auf 3DS schnell per Tastendruck zum metallischen Fußgewand wechseln, um in die Tiefe zu sinken. Spielerisch gibt’s beim Remake nichts Größeres zu bemängeln, Ocarina of Time zählt für mich zur Kategorie ‘zeitlos’. Allerdings finde ich die Grafik trotz der aufwändigen Überarbeitung nicht berauschend und mich stört die Entscheidung, das fordernde Master Quest erst dann freizuschalten, wenn man das reguläre Abenteuer einmal durchgespielt hat. Wer die Herausforderung sucht und das Original bereits auf N64, GameCube-Wiederveröffentlichung oder via Virtual Console auf Wii ausgelutscht hat, muss erst nochmals viele Stunden ins Standard-Hyrule investieren. Doch dieses “Muss” nehmen Fans sicherlich gerne in Kauf.

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Die Spiele des Jahres 2011 – Platz 5 – Tactics Ogre: Let Us Cling Together

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Thomas Nickel meint: Mit keinem Spiel  habe ich in diesem Jahr mehr Zeit verbracht, als mit Tactics Ogre. Es ist ausgesprochen schade, dass dieser Knaller, der in Japan völlig zurecht ein regelmäßiger Gast in diversen “Beste Spiele aller Zeiten”-Umfragen ist hierzulande so unbekannt ist. Mit grandioser Spielbalance, einer Handlung, die diesen Namen endlich mal verdient und einem schlichtweg atemberaubenden Soundtrack fesselt das ehemals beim kleinen Entwickler Quest für das SNES entstandene Taktik-Abenteuer Stunde um Stunde an die PSP. Schön vor allem, dass Square Enix hier keine billige Umsetzung des 16-Bit-Originals abgeliefert hat: Das neue Skript, die überarbeitete Balance und viele neue Skill-Systeme setzen im Vergleich zum tollen Original nochmal einen drauf, die blitzsaubere Technik entschädigt dazu noch für die Slowdown-Orgie bei der Umsetzung des spirituellen Sequels Final Fantasy Tactics: War of the Lions.

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Die Spiele des Jahres 2011 – Platz 6 – Top Spin 4

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Tobias Kujawa meint: Ich habe weder vor noch nach Top Spin 4 Ahnung vom aktuellen Tennis-Zirkus gehabt, dennoch muss ich gestehen, dass ich den Karrieremodus fast komplett durchgezockt habe, weil ich mir kaum eine bessere Umsetzung des weißen Sports vorstellen kann. Das Geschehen kommt genau so rüber wie im TV und findet genau die richtige Balance zwischen anspruchsvoller Simulation und spaßiger Einsteigerfreundlichkeit, so dass ich mir als eigentlicher nur-Fußball-Spieler nicht zu blöd vorkomme und die Abläufe schnell erlernen kann. Einziges Manko: Bei Duellen gegen meine tennisbegeisterte Freundin gibt es öfter mal Streit, weil der Ehrgeiz den Spaß übermannt…

Matthias Schmid meint: Ich hatte es fast schon wieder vergessen, das beste Sportspiel des Jahres. Vermutlich weil mir nach dem viel schwächeren Virtua Tennis 4 die Lust am Filzballsport vergangen war. Top Spin 4 dagegen ist brillant. Nicht wegen der Grafik (passt schon) oder den Lizenzsportlern (interessieren mich beim Tennis nicht mehr so früher), sondern weil es auf dem Platz nahezu perfekt ist – und das sagt hier einer der größten Virtua Tennis-Fans unter der Sonne. Top Spin 4 ist extrem abwechslungsreich, dynamisch und taktisch, die Ballwechsel haben Power und machen Spaß ohne Ende.

Oliver Schultes meint: Die Sport-Überraschung des Jahres! Von Top Spin 4 habe ich mir nicht viel erwartet, war das Spielsystem in Teil 3 für meinen Geschmack doch ein bisschen zu sperrig. Dies wurde mit der vierten Episode korrigiert und zwar dermaßen ausgefeilt, dass es mich nach einer kurzen Gewöhnungsphase schlicht von meinen Tennissocken riss. Abschaltbare Schlaghilfe-Einblendungen und ein ausführliches Tutorial weihen in Grundschläge sowie fortgeschrittene Techniken ein. In Fleisch und Blut geht Euch das Spielsystem dann im unglaublich motivierenden Karriere-Modus über: Mit einem selbst erstellten Spieler tourt Ihr durch die Tenniswelt, scheffelt Erfahrung und verbessert Euer Alter Ego in mehreren Attributen. Der Clou: Engagiert immer wieder andere Trainer, um bestimmte Fähigkeiten Eures Athleten zu pushen. Scheitert Ihr wiederholt an einem verheerend returnierenden Gegner, dann holt Euch einen Aufschlag-Profi, der Euch zu besonders platzierten Serves verhilft – mal sehen, ob der Konkurrent die dann noch so einfach zurückschlagen kann! Eine genialer Kniff in einem herausragenden Spiel! 

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Die Spiele des Jahres 2011 – Platz 7 – Xenoblade Chronicles

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Thomas Nickel meint: Xenoblade Chronicles war für viele die Überraschung des Jahres. Genau wie die Wii wurde auch das ganze JRPG-Genre von vielen Meinungsmachern schon seit Jahren totgesagt. Und auf einmal kommt da dieses XXL-Rollenspiel aus Japan für das technisch schwächste System auf dem Markt und zeigt der ganzen Konkurrenz, was eine Harke ist. Mit einem tollen Setting, blühenden Landschaften und einem interessanten Kampfsystem weckte Xenoblade Erinnerungen an die goldenen Rollenspiel-Zeiten auf PSone und Co. Hightlight auch hier mal wieder: Der Soundtrack. Mal Antreibend, mal dramatisch, mal verträumt – es müssen eben nicht immer bombastische Hollywood-Klänge Marke Hans Zimmer sein. Schön, dass Nintendo of Europe sich hier von den seltsamen Machenschaften der US-Niederlassung nicht beirren lies und diesen Kracher nach Europa brachte – es wurde mit tollen Verkäufen und Höchstwertungen gedankt. 

Max Wildgruber meint: Trotz seiner Langatmigkeit ist Tetsuya Takahashis Rollenspiel-Klassiker Xenogears mein persönlicher PSone-Favorit. Xenoblade Chronicles hat zwar inhaltlich nicht das Geringste mit dem atheistischen Mech-Spektakel von 1998 gemein, atmet aber dieselbe Atmosphäre einer einschüchternd großen, uralten, von den Göttern verlassenen Welt, deren tiefste Geheimnisse Protagonist Shulk im Laufe seiner wunderbaren Weltreise ergründet. Wo Xenogears seine spielmechanischen Schwächen mit narrativem Overkill und Animé-Pracht überspielen musste, verquickt Takahashis aktuelles Wii-RPG reißenden Spielfluss und hypnotische Erzählkunst zu einem wahren Spielspaß-Titan. So wird mit Xenoblade Chronicles endlich wieder der Weg zum Ziel des JRPG-Genres und zeigt sämtlichen HD-Konkurrenten, wo der Nippon-Bartel 2012 den Erfahrungsmost holt. Prost!

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Die Spiele des Jahres 2011 – Platz 8 – Portal 2

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Tobias Kujawa meint: Danke Valve, ich wusste gar nicht, dass Lachen und Knobeln so nah beieinander liegen. Es passiert wirklich selten, dass jeder in der Redaktion das gleiche Spiel spielt, bei Portal 2 war das aber der Fall und Unterhaltung machten mal mehr, mal weniger geschickt einen Bogen um Spoiler, um den Kollegen nicht den Spaß zu verderben. Neben den zahlreichen Kopfnüssen und guten neuen Spielelementen fasziniert mich vor allem, dass Valve es geschafft hat, ohne große Videosequenzen, ohne Krachbumm und ohne einen sprechenden Hauptcharakter eine faszinierende und fesselnde Geschichte zu erzählen. Mein Charakter des Jahres stammt natürlich auch aus diesem Meisterwerk: Wheatley (mit seiner Originalstimme) stellt sogar die olle Kartoffel GlaDOS in den Schatten!

Ulrich Steppberger meint: Kartoffeln an die Macht!

Matthias Schmid meint: Obgleich ich bei weitem nicht alle Rätsel in Portal 2 brillant fand und mich des öfteren mit meiner Freundin gestritten habe, wenn wir kooperativ unterwegs waren, ist Portal 2 eines der großen Highlights 2011. Wenn nicht sogar DAS Highlight 2011. Zum einen, weil dank der famosen Grundidee in Verbindung mit den neuen Gels so geniale Level-Lösungen möglich sind wie in kaum einem anderen Videospiel. Zum anderen, weil die Story einfach der Knaller ist. Die Dialoge sind wirklich wirklich witzig, die Atmosphäre ist einzigartig, die Stimmen sind großartig. Außerdem bietet der Koop-Modus nicht nur ein einfaches Zweispieler-Erlebnis sondern neue Levels, neue Figuren und eine neue Story, die schon wieder großartig ist. Wer Portal 2 nicht gespielt hat, der muss das unbedingt nachholen. Da akzeptiere ich keine Ausreden!

Oliver Schultes meint: Was soll ich dazu sagen? Mein persönliches Spiel des Jahres. Weil eine geniale Spielmechanik zugrunde liegt. Weil eine bewegende Geschichte erzählt wird. Weil das Leveldesign übliche Denkmuster sprengt. Weil es einen klasse Koop-Modus bietet. Und weil der Companion Cube dabei ist!

Michael Herde meint: Kein anderes Spiel hat mich in diesem Jahr so sehr überrascht wie Portal 2. Ich hatte mit einer Fortsetzung gerechnet, die wie viele andere nur mehr vom Gleichen bietet. Doch Valves Entwicklerteam hat mir für diese voreilige Einschätzung mit seinem einzigartigen Gespür für Spieldesign ins Gesicht geschlagen. Unerwartet stellen sie das etablierte Konzept auf den Kopf und berauben mich meiner Sicherheit im gewohnten Umfeld der Testkammern. Zwar hängt die Mitte des Spiels ein wenig durch, doch die Art und Weise, in der die Umgebung ihre eigene Geschichte erzählt und so zum Gesamtwerk beiträgt, ist außerordentlich selten und zeigt der Konkurrenz, wie man’s richtig macht – ein Vergleich zwischen den Render-Königen von Pixar und anderen CGI-Filmemachern drängt sich auf. Pixar-Filme sind wie Valve-Spiele für mich immer mindestens einen Schritt weiter als alle anderen – angefangen von der Liebe zum Detail über Dialogwitz bis hin zur Gestaltung der Spielwelt. Darüber hinaus bereitete mir der separate Zweispieler-Koop-Modus per Splitscreen viel Freude. Dass hierfür sogar kostenlose Zusatzmissionen angeboten werden ist eine Ausnahmeerscheinung in Zeiten, in denen die Konkurrenz Spielkapitel entfernt und nachträglich verkauft.

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Die Spiele des Jahres 2011 – Platz 9 – Dead Space 2

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Oliver Schultes meint: Was habe ich Anfang des Jahres im Test noch mal geschrieben? “Ich hetze von einem Raum zum nächsten, meine Verfolger kreischen, grunzen, schmatzen, verstümmelte Leichen pflastern den Weg. Mein virtuelles Ich saugt pfeifend Luft ein, nur noch wenige Attacken und Isaac segnet das Zeitliche. Der Puls steigt. Das Wummern von draußen schwillt an, unnachgiebig fluten die Schallwellen meine Gehörgänge und bringen meine Nerven zum Flattern. Adrenalin schießt in meinen Körper, als ein halbes Dutzend Monster attackiert. Waffe in den Anschlag, die rechten Finger malträtieren im Staccato Buttons und Trigger, im selben Rhythmus zucken die Leiber, Körperteile fliegen. Alle Munition verbraucht, ich schlage und trete wie von Sinnen. Meine Feinde sind längst tot – und ich hacke weitere, endlos scheinende Sekunden lang auf sie ein. Stressabbau durch körperliche Betätigung nennt sich das wohl. Kurzum: Dead Space 2 ist der neue König in Sachen Bildschirm-Terror, der seinen Schrecken aus einem Referenz-Surround-Sound, einer durchgestylten High-End-Optik und einer cleveren Dramaturgie speist.” Genug gesagt!

Michael Herde meint: Dead Space 2 ist audiovisueller Splatter-Bombast mit exzellenter Spielbarkeit. Lobenswert ist, dass sich das Spiel ruhige Momente wie die Erkundung eines gewissen Raumschiffes erlaubt. Die grotesken Nekromorph-Biester lassen mich auch im zweiten Teil wie Olli angespannt das Pad umklammern, gruselig sind sie aber nicht mehr. Zu vorhersehbar ist diesmal die Schock-Formel, zu groß die Gegnermasse, die mir die Entwickler vor die Nase setzen. Dead Space 2 ist unterm Strich ein hervorragendes, durchgestyltes und verdammt schickes Action-Spiel, aber für mich zugleich auch ein enttäuschendes Horror-Game, das leider in die klassische Fortsetzungsfalle “Größer, lauter, mehr” tappt und sich dadurch zu schnell abnutzt – denn Angst hatte ich im Gegensatz zum Erstling nicht, erschrocken bin ich kaum. 

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Die Spiele des Jahres 2011 – Platz 10 – Call of Duty: Modern Warfare 3

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Tobias Kujawa meint: Man mag die alte Technik, das absolut hirnlose Spielkonzept, die nicht vorhandene KI und den übertriebenen US-Patriotismus kritisieren – Spaß gemacht haben mir die knapp sechs Stunden mit Modern Warfare 3 dennoch. Ich hätte vor allem nicht gedacht, dass die Story um Price und Co. letztlich doch gebündelt und gelungen zum Abschluss kommt. Dass bei den Missionen ab und an ein Gefühl der Beliebigkeit und Eintönigkeit aufkommt, stört nicht weiter, hinter der nächsten Ecke fällt ja schon das nächste Wahrzeichen ins sich zusammen. Oder es warten ca. 3000 Gegner darauf, aus den Latschen gepustet zu werden. Ist eben wie ein guter Action-Film, diese Call-of-Duty-Formel: Unterhält, so lange man dabei bleibt und ist danach schnell vergessen.

Matthias Schmid meint: Sollte ich unter diesem wunderbaren Platz 10 übrigens keinen CoD-Bash, keine Abo-Kündigungs-Androhung und kein ‘Aber BF3 ist viel besser’-Geheule lesen, werde ich das nächste CoD (also vermutllich dann Black Ops 2) übrigens nackt testen und für Euch Fotos davon machen! Soldaten-Ehrenwort! Was gibt es zu Modern Warfare 3 noch zu sagen: Ich find’s sagenhaft gut. Die Kampagne stellt in puncto gescriptete Ereignisse, Power und Bumms alles in den Schatten, was es im Videospiele-Sektor gibt. Auch der Mehrspieler-Modus ist eine Klasse für sich – mir persönlich lagen die Black Ops-Karten aber mehr. Und auch die Spec-Ops-Missionen und der Survival-Modus sind gemeinsam mit einem guten Online-Spezi einfach nur der pure Action-Adrenalin-Rausch.

Oliver Schultes meint: Auch wenn die Modern Warfare-Serie die Innovation nicht mit dem Löffel gefressen hat: Teil 3 hat mich für knapp sechs Stunden aus der Wirklichkeit gerissen, hinein in einen virtuellen Krieg, der kaum spektakulärer inszeniert werden kann. Ja, ich habe auf meinem Weg durch die Levelschläuche kaum taktische Freiheiten. Ja, ich werde meist von einem Kameraden mit ‘Folgen’-Schild überm Kopf hindurchgeleitet. Ja, die Story ist hanebüchen. Aber wisst Ihr was? Drauf gepfiffen, wenn die spektakulär inszenierten Schlachten in toll gestalteten Schauplätzen und der tosende Surround-Sound aufkeimende Gedanken an Kritik mit Vehemenz wegfegen. Modern Warfare 3 will kein Half-Life 2 oder BioShock sein, sondern einfach nur knallen. Und das tut es so laut wie nur wenig andere Ego-Shooter!

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