Ein Blick auf die Geschäftszahlen dürfte bei Nintendo momentan für entsetzte Gesichter sorgen: Die Japaner haben im zum 31. September beendeten Sechsmonatszeitraum noch schlechter abgeschnitten, als Analysten im Vorfeld vermutet hatten.
So verzeichnet der Konsolenhersteller sowohl bei der Hard- als auch bei der Software starke Einbrüche der Absatzzahlen, so dass der Umsatz in den ersten sechs Monaten um 40,6 Prozent auf 215,7 Milliarden Yen (2,2 Milliarden Euro) zurück ging. Analysten waren von einem Umsatz in Höhe von 240 Milliarden Yen ausgegangen. Während die Experten im schlimmsten Fall mit einem Vorsteuerverlust von 100 Milliarden Yen rechneten, beläuft sich dieser nun tatsächlich auf 107,9 Milliarden Yen (1,1 Milliarden Euro). Operativ verzeichnet Nintendo so einen Verlust von 57,3 Milliarden Yen (539 Millionen Euro). Bedingt durch die ungünstige Wechselkurssituation beläuft sich der der Nettoverlust auf 70,3 Milliarden Yen (660 Millionen Euro). Prognosen sahen einen operativ einen Verlust von 50 Milliarden Yen und einen Nettoverlust von maximal 35 Milliarden Yen vor. Vor Jahresfrist waren die Zahlen noch schwarz und Nintendo verzeichnete 54 Milliarden Yen Gewinn.
Mögliche Gründe für die roten Zahlen lassen sich in den Händlerregalen finden: So gingen die Wii- und Nintendo DS-Verkaufszahlen dramatisch zurück, während der 3DS weiter hinter den Erwartungen liegt. Nintendo setzte im ersten Sechsmonatszeitraum weltweit 2,58 Millionen NDS-Systeme und 28,99 Millionen NDS-Spiele ab. In den ersten sechs Monaten des vergangenen Geschäftsjahres waren es noch 6,69 Millionen NDS-Systeme und 54,8 Millionen. NDS-Spiele. Bei Nintendos stationärer Konsole zeichnet sich ein ähnliches Bild ab: Während Big N im vergangenen Geschäftsjahr ind en ersten sechs Monaten noch 4,97 Millionen Konsolen und 65,2 Millionen Spiele an die Frau und den Mann brachte, waren es diesmal 3,35 Millionen Konsolen und 36,45 Millionen Spiele. Der 3DS ging in den ersten sechs Monaten 3,07 Millionen Mal über die Ladentheke und 8,13 Millionen Spiele wechselten den Besitzer. The Legend Of Zelda: Ocarina Of Time 3D hat dabei als erster 3DS-Titel die Millionen-Marke geknackt.
Aufgrund der schlechten Zahlen wurden auch die Prognosen für das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Während Nintendo bislang mit einem Umsatz von 900 Milliarden Yen gerechnet hat, geht man man in Kyoto nun von 790 Milliarden Yen aus, was einer Differenz von 1,03 Milliarden Euro entspricht. Operativ zielt Nintendo mit einer Milliarde Yen noch gerade eben die Gewinnzone an, beim Nettogewinn hingegen erwartet Nintendo statt 20 Milliarden Yen Gewinn einen Verlust in selbiger Höhe.