Im Rahmen der Veranstaltung haben Siliconera mit dem Entwickler gesprochen. Ono präsentierte auf der Messe das gerade in der Entwicklung befindliche Street Fighter X Tekken. Allerdings ließ er es sich nicht nehmen, erneut für ein Revival der Darkstalkers-Serie Werbung zu machen. Ono betrat die Bühne unter dem Schriftzug “Darkstalkers are not dead”, welcher auf der Großleinwand gezeigt wurde. Im Gespräch stellte er jedoch klar, dass dies nicht der einzige Titel sei, über dessen Rückkehr er sich freuen würde. “Es gibt viele Spiele, die ich bei Capcom wiederbeleben möchte. Doch zuerst müssen wir dafür eine solide Grundlage schaffen und das Genre der Fighting Games wieder stark machen. Street Fighter (IV, Anm. d. Red.) war der offensichtliche erste Schritt. Marvel vs. Capcom (3, Anm. d. Red.) hat uns auf ein gutes Level gebracht. Ich würde als nächstes sehr gern Darkstalkers machen, auch Rival Schools wäre eine Möglichkeit. Power Stone wird auch häufig von den Fans gewünscht. Aber zuerst muss der Grundstein gelegt werden, danach können wir dann diese weniger bekannten Marken zurückbringen.”
Ono wurde auch gefragt, ob das Genre der Beat’em Ups nicht übersättigt werden könne, schließlich arbeiten auch Ark System Works, Namco und Examu an neuen Titeln. “Das kann man über viele Genres sagen”, so Ono. “Im Bereich der First-Person-Shooter etwa gibt es Call of Duty, Battlefield, Medal of Honor und weitere Spiele. Es wäre großartig, Fighting Games so groß werden zu lassen. Ich glaube zwar nicht, dass das erreicht werden kann. Jedoch denke ich, wir können Fighting Games aufblühen lassen. Man kann sehen wie lange sich das First-Person-Shooter-Genre aufrecht erhalten hat, ohne unterzugehen, und ich bin überzeugt, wir können dies jetzt auch schaffen.” Allerdings, so Ono weiter, müsse man bei der Entwicklung neuer Spiele aufmerksam sein. “Der Schlüssel ist, nicht nur neue Fans zu gewinnen, sondern auch, die bestehenden zufrieden zu stellen.” Dabei sei besonders die Interaktion mit Capcom durch Veranstaltungen und die Community wichtig. “Wir möchten sicher stellen, dass die Stimmen der Fans gehört werden und sie das Gefühl haben, man kümmert sich um sie. So lange wir die Fans gut behandeln, glaube ich, werden sie uns die Treue halten.”
Auch zu einer möglichen Rückkehr von 2D-Beat’em Ups gab Yoshinori Ono Auskunft. “Ich glaube, wenn wir alte Titel wiederbeleben, so wie wir es mit Street Fighter III tun, ist der Schlüssel die Einbindung von Youtube-Uploads und anderen Elementen, an welchen die Leute heute interessiert sind. Wenn wir alte Spiele zurückbringen, müssen dort neue Extras untergebracht werden, um diese Titel zu modernisieren. Wenn wir etwas im 2D-Bereich machen können, was sich neu und frisch anfühlt und die Sache vorantreibt, bin ich gern bereit dazu. Ich will nur sicher gehen, einen Schritt nach vorn zu machen, und nicht zurück oder zur Seite.”
Am Ende des Gesprächs äußerte sich Ono natürlich auch zu Street Fighter X Tekken. Dabei ging es zunächst um die Anpassung des Tekken-Systems mit seinen 3D-Bewegungselementen an den rein zweidimensionalen Street Fighter-Charakter. “Der Prozess durchlief einige Versuch und Misserfolg-Passagen, und wir hatten viele Diskussionen mit den Verantwortlichen bei Namco-Bandai. Anders als Spiele wie etwa Virtua Fighter bot Tekken schon immer die Möglichkeit, sich in den dreidimensionalen Raum zu bewegen. Aber letzten Endes findet auch das auf einer 2D-Ebene statt.” Das neue Spiel fühle sich, so Ono weiter, demnach auch ganz nach Tekken an. Schwieriger sei seiner Meinung nach gewesen, die verschiedenen Kampfstile der beiden Serien in Einklang zu bringen. “Tekken ist viel aggressiver, mit langen Combos und Charakteren, welche sich Auge in Auge gegenüber stehen.” Bei Street Fighter hingegen spiele man vorsichtiger, schätze die Entfernung zum Gegner ein und versuche zu erahnen, was er als nächstes tue, um darauf direkt reagieren zu können. “Wir haben einige unserer Mitarbeiter auf der ComicCon und sie schauen, wie verschiedene Leute spielen, machen sich dazu Notizen und sind aufmerksam, damit wir weitere Verbesserungen vornehmen können.” Dies sei, so Ono abschließend, eine größere Herausforderung als der Wechsel der Dimensionen.















