Das Medienecho ist an diesem Mittwochmorgen gewaltig – ob Qualitätspresse oder Boulevard-Blättchen: “Hacker stehlen Millionen Sony-Kundendaten” titelt Spiegel Online und spekuliert bereits über den womöglich “größten Datendiebstahl der Geschichte”. “Daten-Gau bei Sony” meldet hingegen Bild.de.
Nach einer Woche voller Spekulationen und Ungewissheit hat Sony das Schweigen gebrochen und den Grund für den auf den Tag einwöchigen Ausfall des PSN angegeben: “Auch wenn wir derzeit noch bei der Untersuchung aller relevanten Details zu dem Vorfall sind, meinen wir, dass sich eine unbefugte Person Zugriff zu folgenden persönlichen Daten verschaffen konnte: Name, Adresse (Stadt, Bundesland, Postleitzahl), Land, E-Mail Adresse, Geburtsdatum, PlayStation Network/ Qriocity Passwort und Login sowie PSN Online ID. Es kann darüber hinaus möglich sein, dass auch Ihre Profilangaben inklusive Ihrer Kaufhistorie und Ihrer Rechnungsanschrift (Stadt, Bundesland, Postleitzahl) sowie die Sicherheitsfragen zu Ihrem Passwort widerrechtlich abgerufen wurden.”, heißt es im Firmenblog.
Betroffen seien laut Sony 75 Millionen Nutzer des PlayStation Network und des Video- und Musikservices Qriocity. Und möglicherweise kommt es für die Nutzer sogar noch dicker: “Obwohl es derzeit keine Anzeichen dafür gibt, dass auf Kreditkarten-Informationen widerrechtlich zugegriffen wurde, können wir diese Möglichkeit nicht gänzlich außer Betracht lassen”, muss Sony zugeben. Ein User will hingegen schon mehr wissen: “Ich habe per Telefon meine Kreditkarte sperren lassen (Vorsicht ist besser als Nachsicht) und die Person am anderen Ende der Leitung erzählte mir, dass ich bereits die zweite Person sei, die aufgrund des PSN-Datenlecks anruft und dass auf der Kreditkarte der ersten Person bereits unberechtigte Abbuchungen zu finden waren. Informationen über Kreditkarten scheinen demnach auch angezapft worden zu sein.”
Der japanische Konzern weist die Nutzer ausdrücklich darauf hin, bei dem Umgang mit persönlichen Informationen in den nächsten Tagen besonders aufmerksam zu sein: “Für Ihre eigene Sicherheit möchten wir Sie inständig bitten, besonders wachsam vor potenziellen Gaunereien via E-Mail, Telefon und Post zu sein, in denen persönliche, private Informationen ausgehorcht werden. Sony wird Sie in keiner Form kontaktieren – auch nicht per E-Mail -, um Kreditkarten-, Sozialversicherungs-, Steueridentifikationsnummern oder andere Informationen zur Person zu erfragen.” Und weiter heißt es: “Sollten Sie darüber hinaus den Benutzernamen oder das Passwort, welchen/-s Sie im PlayStation Network oder Qriocity nutzen, auch für andere unabhängige Dienste oder Konten verwenden, empfehlen wir Ihnen eindringlich, auch diese zu ändern.” Sony mahnt die Nutzer auch dazu, Ihre Kontoauszüge in den nächsten Tagen regelmäßig zu überprüfen. Für weitere Fragen verweist das Unternehmen auf folgende Adresse: de.playstation.com/psnoutage.
Wer hinter der Attacke steckt, ist weiterhin nicht bekannt. Spekuliert wird nun, ob es sich bei dem Angiff um einen Racheakt der Hacker-Szene handelt – als Reaktion auf die Fehde zwischen Sony und dem Hacker Geohot, die in einer Klage gegen den Hacker endete, letztendlich aber außergerichtlich geklärt wurde. Bereits vor einigen Tagen haben sich die ‘Hacktivisten’ der Gruppe Anonymous per Videobotschaft an die PSN-Nutzer gerichtet und jegliche Schuld von sich gewiesen:
Fraglich bleibt auch, warum Sony die Nutzer erst jetzt über den Datenklau aufklärt. Von Seiten des Konzerns heißt es heute Morgen hierzu, dass mehrere Tage der Analyse notwendig waren und es bis gestern gedauert hat, “bis unsere Experten den vollen Umfang des Angiffes erfassen konnten.” Die Nutzer zeigen sich indes wenig verständnisvoll, wie erste Reaktionen beweisen: “Ihr habt eine ganze Woche gewartet, bis ihr uns wissen lasst, dass unsere privaten Informationen in Gefahr sind?”, schreibt ein User in einem Sony-Blog. Ein anderer Nutzer versucht die Sache mit Galgenhumor zu nehmen: Liebe PlayStation, danke, dass du unsere persönlichen Daten und Kreditkarten bloßgestellt hast.”
Der wirtschaftliche Schaden, der dem Unternehmen durch die Attacke entsteht, ist noch nicht zu beziffern – Experten gehen davon aus, dass der Hackerangriff dem Unternehmen mehrere Milliarden Dollar kosten könnte, von verärgerten Spielern ganz zu schweigen, wie folgender Post in dem Sony-Blog beweist: “Kennt jemand in Kanada einen Ort, an dem ich meine PlaStation 3 gegen eine XBox 360 eintauschen kann? Ernsthaft.”
Wann das PSN den Betrieb wieder aufnehmen wird, ist noch unklar. US-Medien gehen von mindestens einer weiteren Woche aus.
Doch wer immer auch hinter dem Angriff steckt – er hat folgendes Video zu verantworten und allein dafür gehört der Hacker zur Rechenschaft gezogen:






Was das Spiel auch gar nicht nötig hat. Schließlich geht es um Berserk. Einer der besten Fantasy-Geschichten der letzten 20 Jahre. Fassen wir kurz zusammen: Waisenjunge Guts wächst bei seinem fiesen Ziehvater Gambino auf und tötet diesen eines Tages in Notwehr. Schon der junge Guts ist ein begabter Kämpfer – nicht unbedingt ein feiner, ritterlicher Kämpfer, als vielmehr ein brutaler, ausdauernder Berserker mit unzerstörbaren Überlebenswillen.
Zum mittlerweile 35-Band starken Manga (übrigens noch nicht abgeschlossen!) gesellten sich im Laufe der Zeit gleich zwei Videospiel-Adaptionen hinzu: Das hier thematisierte Sword of the Berserk: Guts’ Rage für die Dreamcast, sowie Berserk: Millennium Falcon Hen Seima Senki no Sho (“Chapter of the Holy Demon War”) für Playstation 2 (2004). Letzterem blieb eine Veröffentlichung außerhalb Japans leider verwehrt – dabei braucht sich der Titel definitiv nicht vor dem Erstling verstecken.
Kurz: Guts’ Rage ist bis heute eines der wenigen Spiele, welche trotz des wenig realistischen Ansatzes ein fulminantes Schwert-Gefühl entstehen lassen. Der Zweihänder prallt in engen Kerkern gerne mal gegen die Wände – zum Glück hat unser Berserker-Held aber anstelle eines linken Armes noch eine “eingebaute” Armbrust parat, welche Euch die fiese Dämonenbrut in engen Korridoren vom Hals hält.



