Darüber, dass sich japanische Entwickler in einer (umstrittenen) Sinnkrise befinden und befürchten, den Anschluss an die Produktionsstandards der westlichen Industrie zu verlieren, haben wir schon mehrfach berichtet. Dass Hideo Kojima diese Meinung teilt, ist ebenfalls bekannt. Die fehlende Motivation der japanischen Szene nennt er nun als Hauptgrund für die Krise.
“Der Westen ist hoch motiviert. Die junge Generation Japans verliert”, urteilt Kojima-sensei trocken. “Westliche Designer haben die Zielstrebigkeit, Ambition und Fähigkeit, ihre Träume zu verwirklichen. Es ist nicht die japanische Technologie oder Kultur die verliert; uns mangelt es an Motivation.” Außerdem bemängelt Snakes geistiger Vater die geringe Zahl an japanischen Auslandsstudenten. Es gäbe nur eine Handvoll in Harvard und gar keine am renommierten MIT in den USA.
Aber nicht nur die jungen Entwickler müssen aufholen. Auch die alte Garde muss laut Kojima daran arbeiten, sich Leidenschaft und Begeisterungsfähigkeit für Videospiele und andere kreative Medien wie Bücher und Filme zu erhalten. “Ich habe es satt, mich um Leute zu kümmern, die keine Leidenschaft haben. Kreative Fähigkeiten sind letztendlich von der Liebe zur Kreation abhängig.”
Als Leiter von Kojima Productions lobt er noch einige seiner vorbildlichen Mitarbeiter. So nutzt z.B. einer seiner Programmierer Laufwege zum Lesen von Büchern und schafft so zwei Romane am Tag. Ein anderer verbringt die Mittagspause nicht mit Essen, sondern widmet sie einer inspirierenden Runde Call of Duty, weil ihm “Spielen wichtiger ist, als alles andere.”
Bleibt nur zu hoffen, dass japanische Entwickler neben dem Motivationsproblem nicht bald auch ein Unterernährungsproblem haben…








