Die Spiele des Jahres 2009 – Platz 10 – Mario & Luigi: Abenteuer Bowser

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Max Wildgruber: Und das goldene Mausrufezeichen in der Kategorie Anarcho-Humor und asiatische Heißgetränke mit drei Buchstaben geht an: Abenteuer Bowser! Folgende Szene muss nämlich erst mal getopt werden: Mario und Luigi befinden sich, unfreiwillig verwinzigt im Rückenmark von Koopakönig Bowser. Der hat nach längerer Gefangenschaft in einem Tresor ein böses Aua im Kreuz, kann sich nicht mehr rühren. Die bärtigen Brothers wählen buchstäblich die orthopädische Holzhammermethode und machen sich mit besagtem Hauwerkzeug in der verspannten Wirbelsäule der Punk-Kröte zu schaffen. Der ebenfalls herbeigeeilte Toadbert kommentiert die Szene und weiß: „Abwarten und Tee trinken!“ Fördert die Genesung. Das macht er dann auch und Ihr guckt zu. Ihr könnt Knöpfchen drücken wie Ihr wollt, den DS auf und zu klappen oder aus Protest einen Hexenschuß kriegen. Toadberts liebevoll animierte Teepause müsst ihr abwarten und sie dauert gefühlte fünf Minuten! Ach ja: Clevere Dungeons über zwei Bildschirme, geniale Jump’n’Run(denkämpfe) und die witzigsten Dialoge 2009 gab’s hier natürlich auch noch. Also: Hoch die Tassen!

Thomas Nickel: Wer hätte gedacht, dass es solchen Spaß macht, mit Mario und Luigi durch Bowsers Innereien zu stapfen? Und dass es ebensoviel Spaß macht, grummelnd und motzend mit dem fiesen Koopa-König gegen den urkomischen Bösewicht Krankfried anzutreten? Vor allem die überraschend sorgfältig animierten 2D-Sprites zeugen vom Aufwand und der Sorgfalt, den Entwicklerteam Alphadream dem Klempner-Rollenspiel angedeihen ließ. In einem Jahr, in dem der DS geradezu mit RPGs überhäuft wurde (zumindest in den USA – kaum eines der zahlreichen Rollenspiele findet seinen Weg nach Europa…) erklimmen Mario, Luigi und Bowser mit Leichtigkeit den Genre-Thron. Marios drittes Handheld-RPG kommt frischer, witziger und origineller als sein direkter Vorgänger daher und sollte in keiner DS-Sammlung fehlen.

Die Spiele des Jahres 2009 – Platz 11 – Street Fighter IV

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Oliver Schultes: Street Fighter IV ist ein Lehrbeispiel, wie man eine klassische Franchise wiederbelebt. Die Entwickler gingen verantwortungsvoll mit dem über 20-jährigen Serienerbe um und fügten nur behutsam neue Elemente hinzu. Capcom zolle ich tiefen Respekt dafür, dass sie nicht auf Biegen und Brechen versucht haben, das Kampfsystem in die dritte Dimension zu portieren. Heraus kam ein superb spielbares Beat’em-Up, das trotz einer überschaubaren Move-Palette beinahe unendliche viele Taktiken zulässt und enormen Raum zur eigenen Entfaltung bietet. Ich öle den Fighting Stick schon mal für Super Street Fighter IV!

Thomas Nickel: Capcom hat das Unmögliche möglich gemacht: Trotz Polygongrafik spielt sich Street Fighter IV so dynamisch und direkt wie die zahlreichen 2D-Vorgänger. Dazu hebt sich Capcoms Grafikstil wohltuend vom Grossteil der 3D-Konkurrenz und ihrem albernen Streben nach immer mehr “Realismus“ ab. Schade nur, dass jetzt auch die Street Fighter-Reihe bei den Hintergründen Sparkurs fährt und auf individuelle Szenarien für jeden Kämpfer verzichtet. Hoffentlich nehmen sich Yoshinori Ono und seine Truppe dieser kleinen Schwäche im kommenden Super Street Fighter IV an.

Michael Herde: Kein anderes Spiel habe ich im vergangenen Jahr so ausgiebig gespielt wie Street Fighter IV. Zwar spiele ich wie unzählige andere Menschen fast ausschließlich mit Ken (gelegentlich mit Sagat), doch noch immer lerne ich neue Dinge dazu. Spätestens seit mich unser letzter Praktikant Sebastian gnadenlos fertig gemacht hat, bin ich wieder motiviert, meine Skills bis zur Veröffentlichung von Super Street Fighter IV auf Vordermann zu bringen. Der Online-Modus hätte jedoch in ein paar Belangen noch runder sein dürfen und einzelne Charaktere/Moves sind zu stark, doch dieses Spiel macht einfach süchtig – wenn man nicht zur Button-Mashing-Fraktion der Tekken– und Soulcalibur-Spieler gehört. Mein Highlight: Die dummen Gesichter der Kämpfer, sobald sie bemerken, dass ihr Schlag nicht trifft und man voll in die Ultra-Combo des Gegners reinläuft.

Philip Ulc: Seit Street Fighter II Turbo auf SNES habe ich kein Street Fighter-Teil mehr gespielt – bis Teil 4 kam. Ich habe sehr darauf gefreut, musste aber feststellen, dass sich die Serie ohne mich weiterentwickelt hat. Dieses ganze Super, Duper, Ultra sonstwas Anhängsel ist mir zu hoch. Frames zählen ist auch nicht mein Ding. Das große Manko von Street Fighter IV ist seine Unzugänglichkeit: Endgegner Seth ist nur unfair! Wie soll ich denn da Charaktere freispielen?

Die Spiele des Jahres 2009 – Platz 12 – Killzone 2

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Matthias Schmid: Das PS3-exklusive Shooter-Flaggschiff erreichte Anfang 2009 nach beinahe vierjähriger Irrfahrt den sicheren Hafen und sah dabei so gut aus, wie kaum ein anderes Stück Software. Mit im HD-Tornister: die beste Gegner-KI, die realistischsten Animationen und die offensichtlichste Anlehnung an die NS-Ästhetik. Wer sich an die träge Steuerung gewöhnt und die optisch zu ähnlichen ersten Level bezwungen hatte, der wurde mit einem brutalen Waffenarsenal, brutalen Schlachten und brutal schlauen Feinden belohnt. All das gipfelte in einem sensationell inszenierten Schlusslevel mitsamt Nerven zerfetzendem Bosskampf. Hut ab – das holländische Entwicklerteam hat fast alles richtig gemacht und sich dennoch nicht die Blöße gegeben, auf Biegen und Brechen allen gefallen zu wollen.

Oliver Schultes: Grafisch eine Granate, soundmäßig bombastisch und spielerisch in der Topliga – so muss ein Nachfolger aussehen! Im Gegensatz zu manch Kollegen in der Redaktion bin ich auch von der Ur-Steuerung angetan: Sie vermittelt mir das Gefühl, richtig dicke Wummen in den Händen zu halten – das Zielkreuz bewegt sich dementsprechend langsamer über den Schirm. Das Gegnerverhalten ist wunderbar an das etwas gemächlichere Spieltempo angepasst. Zusammen mit der hervorragenden KI ergeben sich daraus erfrischend taktische Shootouts, die meinem Spielertyp eher entsprechen als superschnelle Knallereien im Stile eines Unreal Tournament.

Michael Herde: Mit “manch Kollege” meint Herr Schultes wohl mich. Ich gebe Oliver Recht: Die Grafik ist spitze, obwohl ich dynamische Lichtquellen vermisse. Der Sound brüllt mich während der kompletten Spielzeit an und sorgt für eine dichte Atmosphäre, doch eine Story ist quasi nicht vorhanden. Nimmt man die tolle Präsentation, die geschmeidigen Animationen und die hochkarätige KI der Gegner weg, bleibt ein durchschnittlicher Shooter mit wenig Abwechslung, wenig Gegnervariation und einer unglaublich trägen Steuerung, an die man sich zwar gewöhnt, die aber offensichtlich dennoch so schlecht ist, dass der Entwickler Guerilla mittlerweile eine verbesserte Version per Patch geliefert hat. Nun kann man sogar einigermaßen zielen, ohne permanent am angepeilten Feind vorbei zu schlingern. Hirn aus und Feuer frei, dann habt Ihr mit Killzone 2 Spaß. 

Frohes Fest!

240

Wir wünschen allen I, MANIACs (und natürlich auch allen Lurkern) ein frohes Fest mit Wein (oder Cola), Weib (oder Kerl) und Gesang (jedenfalls ohne Gezank) — und viel Zeit zum Zocken, vielen Games-Geschenken und viel Spaß!

Damit Euch nicht langweilig wird, und vielleicht auch der eine oder andere iPod unter dem Weihnachtsbaum liegt, verweisen wir auf unseren Weihnachts-Podcast. Ausserdem haben wir nachfolgend die 24 Adventskalender-Links der letzten Wochen zusammengesammelt!

In diesem Sinne…

Ho Ho Ho!

Euer MANIAC.de-Team

 

Alle Geschenktipps des MANIAC.de Adventskalenders
(Achtung, einige der genannten Dinge sind nicht mehr verfügbar, aber für Weihnachtsgeschenke ist’s eh zu spät…)

1. Samurai-Controller für echte Krieger
2. Pac-Man-Kuscheltier
3. Medikit-Shirt
4. Möge die Sensorleiste mit Euch sein!
5. Zocken und Bier trinken – gleichzeitig!
6. Mario und Co. im Sackman-Style
7. Das Auto für Gamer
8. Space Invaders zum Mitnehmen
9. Tetris-Eiswürfel
10. Assassin’s Creed-Outfit
11. Resident Evil-Figuren
12. Super Mario Decke
13. Lenkbare Badeente
14. Abendkleider für Gamer
15. Pac-Man-Pflaster
16. Mario-Schachbrett
17. PSP zum Lutschen
18. Kratos’ Chaosklinge
19. Tetris-Möbel
20. NES-Netbookhülle
21. Atari 2600 zerlegt
22. Warp Zone-Socken
23. Sonic für den Kühlschrank
24. Open-Source-Handheld

Open-Source-Handheld

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Ihr habt noch nicht das passende Weihnachtsgeschenk für Eure Lieben gefunden? Oder Ihr wisst noch nicht, was Ihr Euch wünschen könntet? Keine Panik! In unserem Adventskalender gibt´s jeden Tag einen kuriosen Geschenktipp. Von uns. Für Euch. Von Herzen.

24. Dezember

Heute öffnen wir das letzte Türchen des Maniac-Adventskalenders. Und Ihr habt Euch sicher schon Gedanken darüber gemacht, mit welchem großartigen Highlight wir heute aufwarten. Hier, aufgepasst, die, durchatmen, Antwort: GP2X Wiz. Was das sein soll? Ein Open-Source-Handheld von der koreanischen Firma Gamepark Holdings. Warum der so toll sein soll? Mit dem 150 Euro teuren Handheld könnt Ihr nicht nur Musik hören oder Videos gucken, sondern auch zahlreiche Homebrew-Games zocken.

Was noch so alles im GP2X Wiz steckt, lasst Ihr Euch am besten direkt von Michael Mrozek, dem Gründer der deutschen Wiz-Community, erklären:

 

Die Spiele des Jahres 2009 – Platz 13 – Guitar Hero: Metallica

15

Oliver Schultes: Das für mich bislang beste Guitar Hero. Punkt. Warum? Weil die Songs von Metallica durch ihre Riff-betonte Struktur prädestiniert sind für das Spielsystem. Im Gegensatz zu manch einem softeren Lied in anderen Musikspielen haue ich bei Metallica in die virtuellen Saiten und habe das Gefühl, die realen Töne und nicht irgendwelche Abfolgen von Farbklecksen zu spielen. Das geht soweit, dass ich auf der Stufe ‘Expert’ fast wie auf meiner echten Klampfe Note für Note rocken kann – das konnte mir in der Form noch kein Guitar Hero oder Rock Band vermitteln.

Ulrich Steppberger: Als Mainstream-Hörer sind mir Metallica jenseits ihrer Black-Album-Phase nicht besonders ans Herz gewachsen, trotzdem gebe ich hier auch ganz gerne den Ulrich… Lars Ulrich. Und obwohl “St. Anger” für meine Ohren wenig mehr als ein heilloses Geschraddel war, vermisse ich doch den Song im Spiel. Ansonsten profitiert Guitar Hero: Metallica von zwei Dingen – a) es bringt von den Namensgebern viel mehr rüber als der erste band-spezifische Titel Aerosmith und b) es kam noch rechtzeitig, bevor wirklich jeder von der Musikspielschwemme genervt wurde. Trotzdem finde ich, dass The Beatles: Rock Band das Künstlerkonzept schlüssiger rüber bringt (denn merke: Wenn ein Bandname auf den Titel steht, will ich auch deren Musik und keine anderen Füller-Interpreten).

Michael Herde: Mit Guitar Hero II brach meine Begeisterung für das Musikspiel-Genre los, die Metallica-Edition treibt sie auf ihre vorläufige Spitze. Was als innovativer Karriere-Modus angekündigt wurde, bleibt zwar trotz interessanter Boni fad, dafür fühle ich mich wie die härteste Metal-Sau der Welt, wenn ich mit tief hängender Plastikgitarre Sad but truerocke oder mir beim ungeheuer schweren Finale von One die Finger schier abfallen. Ich bin wahrlich kein guter Mariachi und spiele noch heute auf “Medium”, weil mir das Umgreifen auf die orange Taste schwer fällt, aber genau das macht’s aus. Egal, ob Anfänger oder Profi: Spaß hat hier jeder. Spätestens, wenn andere versuchen Toxicty von System of a Down zu singen. Denn ein paar andere Bands haben sich auch auf den Metallica-Silberling verirrt. Fehlt zu meinem Glück nur noch Guitar Hero: Black Metal – zehn Minuten lang drei sägende Akkorde spielen schaffe ich dann auch auf “Expert”.

Philip Ulc: Ein Spiel für Fans! Und ich bin kein Fan von…Metallica! Ich sag es frei heraus, ich habe nach Monaten extra für diesen Jahresrückblick den Metallica-Ableger ins Laufwerk geschmissen und war nach 15 Minuten bestätigt. Bei Fuel und Nothing Else Matters geh ich gut auf ‘Expert’ ab, alles andere ist für Freaks – musikalisch und auch in Dingen der Fingerfertigkeit. Heilfroh bin ich daher über den Foo Fighters-Track. Guitar Hero Metallica ist technisch ein feines Spiel und ich bin im Umkehrschluss auch eher abgeschreckt von Simpel-Liedchen, die sich in Band Hero verstecken. Aber da ich Metallica noch nie leiden konnte, werde ich auch mit dem entsprechenden Musikspiel nicht warm. Zum Glück kommt im nächsten Jahr Rock Band Green Day.

Die Spiele des Jahres 2009 – Platz 14 – Scribblenauts

5

Matthias Schmid: Wer denken kann, hat mehr von diesem Knobelspiel. Und wer Scribblenauts ans Bein pinkeln will hat es leicht – denn Held Maxwell steuert sich so präzise wie ein heckgetriebener BMW M5 ohne Winterreifen auf Glatteis. Könnt Ihr mit diesem Steuermanko leben und werft den Stylus auch nach dem zwanzigsten Fehlversuch noch nicht ins Gras, dann schlummert ein kreativer Jungbrunnen in diesem DS-Modul. Als erstes Spiel überhaupt erlaubt Scribblenauts völlig Freiheit bei der Lösung seiner Rätsel und ist obendrein ein launiger Experimentierkasten, der sogar das “Ich mache jetzt mal Blödsinn”-Potential eines GTA San Andreas toppt.

Thomas Nickel: Selten war die Idee für ein Spiel so clever und originell wie bei Scribblenauts. Und tatsächlich, die Idee ist so gut, dass man dem kreativen Puzzler auch seine arg fummelig geratene Steuerung verzeiht. Aber wenn’s zu einem Sequel kommt, dann würde ich mir genau an dieser Stelle etwas mehr Feintuning wünschen.

Michael Herde: Scribblenauts habe ich nur zufällig in die Finger bekommen und war sofort außer mir vor Begeisterung. Klar, Spielphysik und Steuerung sind nicht die Besten und sorgen mitunter dafür, dass mein Held Maxwell über den Jordan springt statt auf die soeben geschaffene Mauer. Davon abgesehen ist Scribblenauts aber ein innovatives Fest für Phantasie und Kreativität. Es macht einen Heidenspaß, die teils ziemlich kniffligen Rätsel und Aufgaben zu meistern. Zum Glück haben die Entwickler Unmengen an Gegenständen integriert, die ich nach Belieben “herbei rufen” kann, um die kurzen Levels zu meistern. Doch der Knaller ist, dass ich auch darüber hinaus jede Menge Blödsinn anstellen kann: Zuerst rufe ich eine Hand voll Teufel, die sich aggressiv auf den Vampir, den Zombie, das Baby und die Frau stürzen, die ich zuvor geschaffen habe. Für Recht und Ordnung kann hier nur Gott sorgen. Der ist im Spiel ein weiß gekleideter Mann mit Bart und macht einfach alles platt. Um Gott den Garaus zu machen, muss ich schon den Bildschirm füllenden Dämon Cthulhu rufen…

Philip Ulc: Meiner (extrem wenig zockenden) Freundin zeige ich so gut wie jedes Spiel, das ich in meine Redakteurshände bekomme – einfach nur, um Ihr ein bißchen meine Arbeit näher zu bringen. Doch oft bin ich ziemlich geknickt: Guitar Hero will sie nach zwei Akkorden trotz Lieblingsband Coldplay nicht mehr anrühren, Sacred 2 war Ihr als Hack’n’slay-Fan zu langweilig (verständlich) und bei Mario und Co. will sie wegen akuter Geschicklichkeitsunfähigkeit in den Fingern immer nur zugucken. Aber bei Scribblenauts ist das anders: Dann gibt sie den DS nicht ab, baut natürlich auch wie oben beschrieben großen Unfug, aber kichert in sich hinein, sobald ein kleines Rätsel gelöst ist. Bei der ungenauen Steuerung rede ich Ihr übrigens ein, sie beherrsche das Spiel nicht, ich als Profi muss ran – einfach, um auch mal mit MEINEM DS MEIN Scribblenauts zu spielen. Mit soviel Interesse an meinem Beruf hab ich nun wirklich nicht gerechnet.

Die Spiele des Jahres 2009 – Platz 15 – Borderlands

8

Philip Ulc: Mein persönliches Highlight. Borderlands vereint gute Shooter-Mechanik mit motivierender Item-Jagd verbunden mit mäßiger, aber zweckdienlicher Story zu einem Wahnsinns-Zeitschlucker in klasse Cel-Shade-Optik, dem ich gerne meine eng gesteckte Freizeit opfere. Als Fan von Action-Schnetzlern wie Baldur’s Gate, Sacred oder Diablo hat der Konsolero von heute nicht viel zu Lachen. Wer also nur ein kleines bißchen Diablo in sich spürt, dem bleibt keine Wahl: Borderlands reißt Euch mit in die Welt der Stufenaufstiege, frischer Spezialfähigkeiten, vielen Schatztruhen und selten gedroppter ‘epischer’ Waffen. Und DLC-Nachschub ist ebenfalls gesichert: Schon jetzt geht es zombielastig in The Zombie Island of Dr. Ned zu, im Frühjahr wird es in den Arenakämpfen von Mad Moxxi’s Underdome Riot brenzlig. Ich versichere Euch – ich bin dabei!

Michael Herde: Fast zwei Jahre lang habe ich mich gefragt, was das mit den unglaublich vielen Waffen soll. Die kann man doch ab einer gewissen Anzahl eh nicht mehr unterscheiden, dachte ich. Auch ein Gespräch mit Gearbox-Chef Randy Pitchford konnte meine Bedenken nicht zerstreuen, doch siehe da: Im fertigen Spiel verstehe ich’s doch. Im Kern ist Borderlands ein Auflevel- und Sammelspiel, das in das Gewand eines postapokalyptischen Ego-Shooters gehüllt vor allem Koop-Spieler begeistert. Man muss allerdings schon Spiele wie Diablo II oder World of Warcraft mögen, um am permanenten Aufleveln seinen Spaß zu haben. Mir taugt es daher nicht.

Mafia II – Gangster im Schnee

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2K Games hat fünf neue Screenshots zu Mafia II veröffentlicht, auf denen ein verschneites Empire Bay zu sehen ist. Die weihnachtliche Stimmung hindert die Anzug-tragenden Gangstar allerdings nicht daran, nach wie vor für Unruhe auf den Straßen zu sorgen.

Mafia II soll im ersten Quartal 2010 für PlayStation 3, Xbox 360 und PC erscheinen.

Mehr über Mafia II:

Die Spiele des Jahres 2009 – Platz 16 – DJ Hero

11

Ulrich Steppberger: Als überzeugter Musikspiel-Schlagzeuger (Gitarren spielt ja jeder) bin ich für neue Instrumente immer zu haben, entsprechend gespannt war ich auf DJ Hero – nur um bei den ersten paar Präsentationen immer wieder von Zweifeln geplagt zu werden. Zu knifflig waren die vorgeführten Songs, zu hektisch das Geschehen, zu fummelig der Crossfader. Und zu allem Überfluß bahnte sich nach ein paar Mixes in der ersten längeren Session gleich eine zünftige Sehnenscheidenreizung an. Doch als das fertige Muster mitsamt finalisiertem DJ-Deck eintrudelten, klickte es: Die Handhaltung wurde angepasst, die Lernkurve erwieß ich als ideal und die Songliste als grandios – da kann die traditionelle Konkurrenz nicht mithalten. Mixe, scratchen, crossfaden – seit Rock Band 2 hat mich kein Musikspiel mehr so gefesselt. Dass angesichts der Fast-Dumpingpreise im Vorweihnachtegeschäft der Verdacht nahe liegt, dass nur wenige Leute diese Begeisterung teilen konnten, war leider zu befürchten… und was den deutschen Sprecher angeht: auf englisch stellen, fertig. Fremdsprachenkenntnisse haben noch nie geschadet.

Michael Herde: DJ Hero betrachte ich mit gemischten Gefühlen. Einerseits bietet das Konzept ein frisches Spielgefühl im Musikspiel-Sektor, andererseits hat genau das noch weniger mit der realen DJ-Tätigkeit zu tun als das Plastikklampfen-Gerocke mit Gitarrenspiel. Interessant wird’s für mich erst, wenn beispielsweise Guitar Hero: Linkin Park erscheint, wo sich die beiden Instrumentfraktionen treffen. Im Turntable-Debüt stört mich zudem ein peinlicher deutscher Sprecher, der offensichtlich ein cooler Szene-Norddeutscher sein möchte und bei mir lediglich als Unsympath ankommt. Für zwischendurch ist DJ Hero ganz nett, ich bleibe aber Guitar Hero treu.

Philip Ulc: Mensch Michael, willst du etwa meine Herkunft diskreditieren? Wir Norddeutschen sind einfach hip. Ansonsten hat DJ Hero das Problem, dass die meisten Zocker lieber einen erdigen Gitarren-Helden in uns tragen, anstatt einen Strahlemann des Tanzparketts. Während des Spiels hatte ich selten das Gefühl, ein echter DJ zu sein. Vielleicht weil ich gar nicht weiß, was ein echter DJ wirklich macht, außer Platten auflegen und Übergänge zu mischen. So hatte ich zu oft das Gefühl, an ein paar Knöpfen und Reglern des DJ-Pults herumzuspielen, während die elektronische Musik vor sich hinplätschert.

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