Die Spiele des Jahres 2009 – Platz 2 – Call of Duty: Modern Warfare 2

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Oliver Schultes: Im Podcast habe ich Modern Warfare 2 als “Moorhuhn auf Schienen” bezeichnet. Mit einigen Wochen Abstand erhärtet sich der Eindruck: In vielen Szenen hat man das Gefühl, dass um einen herum der Krieg tobt, man selbst aber nur unbeteiligter Zuseher ist. Die Kollegen laufen voran, ich trotte hinterher, sie ballern die Feinde ab, ich schaue zu. Wer auf den niedrigeren Schwierigkeitsstufen seine KI-Kumpels mal machen lässt, kann sich oftmals zurücklehnen – und dabei verliert der ach so bedrohlich schreiende virtuelle Krieg seinen Schrecken. Hinter der Krach-Bumm-Maske kommt dann die gescriptete Welt um einen herum zum Vorschein, die sich um mich und meine Aktionen einen Dreck schert. Man erkennt, dass die vermeintlichen Massenschlachten stur ihren eigenen Gesetzen folgen; manchmal war ich versucht, zu winken und “Hierher!” zu brüllen. Wer allerdings seinen analytischen Teil des Gehirns ausschalten kann, erlebt einen sechsstündigen Rausch mit einer wahnwitzigen Bilderflut, der länger nachhallt als die durchzechte Silvesternacht.

Matthias Schmid: Aus drei eigenständigen Spielmodi schnürt Infinity Ward das dickste Shooterpaket des Jahres. Die Spec-Ops-Missionen fesseln mit knackigem Schwierigkeitsgrad und variantenreichen Zielen, der Mehrspieler-Modus macht ganz nebenbei die stärkste Onlineshooter-Erfahrung noch besser. Und doch hat mich die Solokampagne während der ersten Wochen am meisten begeistert – trotz ihrer Kürze, trotz der Linearität und trotz des viel diskutierten Flughafenlevels. Denn obgleich letzteres spielerisch Banane ist, hat Infinity Ward mit diesem Tabubruch Mut bewiesen – natürlich ist dieser Tabubruch selbstzweckhaft, meiner Meinung nach aber auch wichtig für ein so junges Medium. Spielerisch toppt Modern Warfare 2 den Vorgänger zwar nur knapp, doch die Intensität und die technische Brillanz, mit der die Entwickler die virtuellen Schlachten auf die Mattscheibe bringen, überraschten mich ein ums andere Mal.

Thomas Nickel: Wenn ich heute nostalgisch am meine ersten Videospiel-Erlebnisse zurückdenke, dann erinnere ich mich daran, dass ich Pilze aß, größer wurde und auf Goombas und Koopas sprang. Die heutige Jugend wird in ein paar Jahren sicher ähnlich wehmütig an die Flughafen-Massaker der guten, alten Zeit denken. Oder auch nicht.

Michael Herde: Aus meiner Sicht enttäuscht die Solo-Kampagne von Modern Warfare 2 im Vergleich zur Qualität seines Vorgängers. Hier wird überwiegend Bekanntes neu aufgekocht, pfiffige Neuerungen wie das Befreien von Geiseln in Zeitlupe sind selten. HD-“Moorhuhn” trifft es da ganz gut, aber das hat ja auch unzählige Fans. Warum das Spiel dennoch auf Platz 2 landet? Weil es derzeit einfach kein besseres Online-Erlebnis gibt! Fraglos kann man mit Modern Warfare 2 eine Menge Spaß haben, aber ich bevorzuge charmante Spiele mit Seele, die wissen, wie man eine Geschichte erzählt und wie man das auch noch gut macht. Infinity Ward hat diesbezüglich noch eine Menge zu lernen. Hurra-patriotistische Parolen, wie geil doch das US-Militär ist, und die kalkulierte Provokation im Flughafen-Level empfinde ich eher als peinlich denn als Weg weisenden Tabubruch. Außerdem muss ich permanent daran denken, wie Activision deutsche Händler und Kunden belogen hat, als es hieß, die deutsche Version sei ungeschnitten. Dafür kann zwar das Spiel nichts, aber so etwas macht man einfach nicht.

Ulrich Steppberger: Ich bin kein guter Ego-Shooter-Spieler. Trotzdem ziehe ich bei Modern Warfare 2 immer wieder in den Online-Kampf und lasse mich von zahllosen Fieslingen ein uns andere Mal umpusten – die Killcam ist aber auch sowas von schick… kurz gesagt, das Ding macht selbst als Daueropfer soviel Spaß wie sonst nichts im Genre.

Philip Ulc: Der ‘Spec Op’-Modus für sich allein genommen ist ein Anwärter auf das ‘Spiel des Jahres’. Ähnlich wie Trials HD zieht der Modus seine Faszination aus dem “Ich will noch besser/noch schneller werden”-Antrieb. Gerade weil ich nur einen Versuch pro Mission habe, perfektioniere ich mein Vorgehen, merke mir Gegnerstandorte und feile an möglichst schnellen Arten, den Feind auszuschalten. Der ‘Spec Op’-Modus wird mich noch viele Wochen beschäftigen, damit ich endlich alle 69 Sterne beisammen habe. Und wenn ich mal wieder fluche ob der knackigen Einsätze, lenke ich mich mit einer Partie im Multiplayer ab – denn auch hier zählt die Highscore-Jagd über alle Maße (Prestige-Ränge, ich grüße Euch).

Die Spiele des Jahres 2009 – Platz 3 – New Super Mario Bros. Wii

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Matthias Schmid: Weniger frisch als Super Mario Galaxy, in puncto Leveldesign sogar minimal schwächer als New Super Mario Bros. für DS und trotzdem eines der besten 2D-Hüpfspiele, die je programmiert wurden – das ist New Super Mario Bros. Wii. Die Steuerung verdient das Prädikat ‘perfekt’, die Jagd nach den Sternenmünzen motiviert wie kaum eine andere Bonusaufgabe der Videospielwelt. Im Vorbeigehen führt das Spiel Nintendos kluge Hilfefunktion für hilfsbedürftige Spieler ein und bringt das verloren geglaubte Flair der 8-Bit-Jump’n’Runs zurück auf die Heimkonsolen. Lediglich der Mehrspieler-Modus, meiner Meinung eben nicht das Hauptverkaufsargument für dieses Spiel, wurde den hohen Erwartungen nicht gerecht und nervt mit Designmacken, die ungewöhnlich sind für die japanischen Perfektionisten.

Oliver Schultes: Trotz seiner hervorragenden 3D-Abenteuer liebe ich Mario in 2D. New Super Mario Bros. auf DS war ein bis in den letzten Millimeter ausgeknobeltes Musterbeispiel für motivierendes Leveldesign. Alle Sternenmünzen zu sammeln brachte Frust – und noch mehr Lust. Und genauso ist es beim Wii-Nachfolger. Die Abschnitte nach Geheimnissen abzusuchen und sich an den unzähligen liebevollen Details zu erfreuen, ist einfach Gaming in seiner reinsten Form. Den Multiplayer-Modus finde ich dagegen wenig prickelnd: Zu chaotisch und zu nervig lautet mein Urteil.  Warum dabei das Bild bei jedem ergatterten Extra und beim Ableben eines Mitspielers stockt, ist mir ein Rätsel – unverschuldete Abstürze und Frust sind die Folge, da sich Sprünge nicht mehr richtig timen lassen.

Thomas Nickel: Das Misstrauen war da. Wird New Super Mario Bros. Wii einfach nur eine Umsetzung des DS-Spiels? Oder wird es ein kastriertes Casual-Mario das sorgfältiges Leveldesign einem chaotischen Vierspieler-Modus opfert? Nein, nichts von dem ist eingetroffen, New Super Mario Bros. Wii ist ein vollwertiges neues 2D-Mario, der direkte Nachfolger der großen Klassiker Super Mario Bros. 3 und Super Mario World. Die Levels sind extrem geschickt aufgebaut, die Geheimnisse sind gut versteckt, der Schwierigkeitsgrad ist überraschend knackig und der Vierspieler-Modus sorgt für Spielspaß satt, egal ob nun blutige Anfänger oder abgebrühte Veteranen die WiiMotes halten. So gut wie hier wurde der Spagat zwischen den künstlich voneinander getrennten Gruppen der „Hardcore-“ und „Casual“ -Spieler noch nie gemeistert.

Michael Herde: Mario. Yoshi. 2D. Geil.

Philip Ulc: Da kommen sie im Galopp, die Kindheitserinnerungen: Latzhose, Power Ups und der beste, je komponierte Videospiele-Soundtrack. 2D ist dermaßen oldschool, doch zu gern setze ich mich auf eine Schulbank, wenn Mario lehrmeistert, wie grandiose Hüpfpassagen und geniales Leveldesign ineinander greifen. Auch wenn der Mehrspieler-Modus nicht fehlerfrei ist, minimale Steuerungsmacken haben mich schon nicht bei LittleBig Planet vom Zocken mit Freunden abgehalten. New Super Mario Bros. Wii ist für mich der Beweis, dass Videospiele die coolsten Familienspiele sind.

Die Spiele des Jahres 2009 – Platz 4 – Trials HD

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Ulrich Steppberger: Es ist schon bezeichnend, wenn in unserer Rangliste ein Xbox-360-eklusiver Titel höher steht als die Sony-Riege – es sich aber um ein Downloadspiel handelt. Da kann der Master Chief in seinen Held beißen, aber Trials HD ist einfach cooler als die Halo-Brigade zusammen. Veteranen fühlen sich an die seligen Kikstart-Zeiten auf dem C64 erinnert, alle anderen werden auch so vom ‘Ein Versuch noch’-Bazillus gepackt: Die Hindernisfahrt über vertrackte und später diabolisch gemein gestaltete Kurse glänzt mit tadelloser Steuerung, schicker Optik und hat einfach eine Art Magie. Nur die Unsinnigkeit, selbst erstellte Levels ausschließlich mit Freunden tauschen zu können, das lässt einfach unweigerlich an Nintendo denken…

Matthias Schmid: Trials HD kam (aus dem Nichts), sah (anfangs interessant aus) und siegte (dank seiner perfekten Lernkurve). Zwei Dimensionen, ein Gas- und ein Bremspedal sowie die Möglichkeit der Gewichtsverlagerung reichten dem finnischen Entwicklerteam, um daraus einen unglaublich motivierenden Geschicklichkeitstest zu basteln, der das ‘Nur noch einen Versuch’-Syndrom bei fast jedem Spieler auslöste. Trials HD ist sauschwer und saufair zugleich, bietet abgefahrene Kurse, fesselt locker 15 Stunden an die Konsole und zeigt Euch am Ende (dank herunterladbarer Videos der Weltbesten), dass es noch so viel leichter gehen kann. Dann müsst Ihr wieder ran: Ihr werdet fluchen und schreien, Ihr werdet das Pad werfen – und am Ende werdet Ihr glücklich sein, dass Ihr Euch so viel Mühe gegeben habt.

Philip Ulc: Trials HD ist für mich eines dieser typischen Spiele, bei denen man unbedingt besser sein will als seine Freunde. Es Ihnen zeigen, dass man es drauf hat. Seht her, guckt Euch meine Bestzeit an – und weint in Euch hinein! Das bloße Durchspielen dieses Geschicklichkeitstests ist Pflicht, doch die Kür wird immer dann ins Gedächtnis gerufen, sobald die Online-Bestplatzierte-Liste (komischerweise nur meine Xbox Live-Freunde) aufploppen. Warum zum Beispiel ist Matthias immer eine Zehntel Sekunde schneller als ich? Und genau darum wird Trials HD noch über Monate, vielleicht Jahre gespielt – weil Matthias sich eigentlich fragen sollte, warum ich ständig besser platziert ist.

Die Spiele des Jahres 2009 – Platz 5 – Uncharted 2: Among Thieves

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Oliver Schultes: Tja, was soll ich sagen: mein Spiel des Jahres. Ich habe mir nach dem sehr guten ersten Teil einen verbesserten Nachfolger gewünscht, aber dass dabei so ein Action-Feuerwerk herauskommen würde, wagte ich nicht zu träumen. Grafisch steckt Uncharted 2 alle aktuellen Konkurrenten in die Tasche: Kein Spiel ist detaillierter, opulenter und dabei so poliert. Wie ich im Test bereits geschrieben habe, wirkt Naughty Dogs Third-Person-Abenteuer fast wie ein High-End-Japan-Produkt – das sieht man bei westlichen Titeln selten. Dass Uncharted 2 von Beginn bis Ende aus unzähligen Scripts besteht, die die Handlung vorantreiben, ist mir egal. Denn ich hatte während der knapp 15 Stunden nie das Gefühl, von den Machern gegängelt zu werden. Die ausgewogene Balance zwischen packenden Ballereien mit wirklich cleveren Feinden und ausgedehnten Erkundungs-/Kletterpartien setzt dem Ganzen schließlich die Krone auf. Es wird verdammt schwer, dieses Niveau mit Teil 3 zu übertreffen!

Matthias Schmid: Mir macht dieses Action-Abenteuer nix vor: Uncharted 2 mag noch so hübsch aussehen, unter der Hülle schlummert ein simpler Action-Mix, der zwar kompetent von den Besten klaut, aber dabei so eigenständig und geistreich ist wie das Drehbuch einer Folge “GZSZ”. Nach einem unendlich zähen Einstieg, der sich anfühlte wie das längste Tutorial der Welt (Stichwort Museum), zog das Tempo zwar an – mit dem unverschämt polierten und gestochen scharfen Äußeren konnten die spielerischen Qualitäten des Möchtegern-Indys aber zu keinem Zeitpunkt mithalten. Für mich die schönste Schlaftablette 2009.

Thomas Nickel: Ja, Uncharted 2 ist ein ungemein beeindruckendes Abenteuer mit großen Actionszenen und filmreifer Inszenierung. Nur hat sich Naughty Dog leider ein wenig die falschen Filmvorbilder ausgesucht… anstatt sich von Großmeister Steven Spielberg inspirieren zu lassen scheint Krawall-Produzent Jerry Bruckheimer Vorbild gewesen zu sein. Mit einer etwas interessanteren Hauptfigur, einem spannenderen McGuffin und etwas mehr Abenteuer und dafür weniger Dauergeballer wäre mir Uncharted 2 noch viel sympathischer.

Michael Herde: Obwohl ich Matthias Recht geben muss und die Story banaler kaum sein könnte, hat mir Uncharted 2 enorm viel Spaß gemacht. Die Entwickler geben mir zwar genau vor, wann ich wo in welche Richtung zu klettern habe, doch damit kann ich dank der hervorragenden Spielbarkeit leben. Auch online macht uncharted 2 eine Menge Laune. In Uncharted 2 findet sich zudem ein Musterbeispiel für beklopptes Leveldesign: Ich soll mit meinem Partner ins Museum einbrechen, doch halt: Da ist eine Alarmanlage. Ich folge einem roten Kabel, dass von der verschlossenen Pforte an der Wand entlang zu einem Sicherungskasten läuft, wo ich sie deaktiviere. Was nützt bitteschön eine Alarmanlage, wenn die Stromleitungen nicht unter Putz liegen und ich sie problemlos ausschalten kann? Sollten sich Leitungen und Sicherungskasten nicht eher auf der Seite befinden, zu der ich als Einbrecher keinen Zugang habe?

Ulrich Steppberger: Uncharted 2 ist wieder so ein Spiel, das ich eigentlich spielen müsste: Das Szenario passt, den (für mich) langweiligen Chakrater kann ich trotzdem vertragen und die Spielmechanik hat auch ihren Reiz – kein Tomb Raider, aber so ähnlich halt und bei den Ballereien sinnvoll angelegt. Und trotzdem kommt mir immer wieder irgendein anderes Spiel dazwischen, das ich dann doch vorher noch ausprobieren will. Komisch.

Die Spiele des Jahres 2009 – Platz 6 – The Legend of Zelda: Spirit Tracks

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Thomas Nickel: Er ist klein, grün und garantiert seit 1986 reinen Spielspaß. Auch 23 Jahre nach ihrem NES-Debüt behaupten Link und Zelda souverän ihren Stammplatz im begehrten 90%-Bereich. Gut, auf den ersten Blick sieht das neue Spirit Tracks seinem direkten Vorgänger Phantom Hourglass schon sehr, sehr ähnlich, aber es sind die feinen Details die zählen. Nintendo hat sich sämtliche Kritik der Fans am Vorgänger zu Herzen genommen und all die nicht so glücklichen Elemente des Hochsee-Abenteuers konsequent ausgemerzt und verbessert. Das Ergebnis: Ein toll anzusehendes, enorm cleveres und hochgradig motivierendes Action-Adventure das Einsteiger ebenso wie Profis langfristig beglückt. Etwas besseres könnt ihr eurem DS über die Feiertage kaum antun.

Die Spiele des Jahres 2009 – Platz 7 – Batman: Arkham Asylum

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Michael Herde: Als die Preview-Version, die ich bereits Monate vor Veröffentlichung des Spiels ausgiebig gespielt hatte, unvermittelt mit einem Cliffhanger endete, war ich verärgert. Zu sehr hatte mich das Spiel in seinen Bann gezogen, mich begeistert und schlussendlich davon überzeugt, dass mit Arkham Asylum endlich ein Batman-Spiel kommen sollte, das meinen geschätzten Finsterflattermann würdig in Szene setzt. Ich wollte unbedingt weiterspielen, ahnte aber noch nichts davon, welche Überraschungen mich im Rest des Spiels noch erwarten sollten. Zwar stakst Batman wie ein fehlproportioniertes Steroidopfer durch die liebevoll detaillierten Umgebungen und zumindest ich neige dazu, die aufschlussreiche Detektiv-Sicht überzustrapazieren. Doch ansonsten wirkt das düstere Abenteuer in jeder Hinsicht erstaunlich rund und poliert. Auf die mittlerweile angekündigte Fortsetzung bin ich daher sehr gespannt.

Ulrich Steppberger: Bruce Wayne ist kein Ezio, das steht fest. Trotzdem hat der Flattermann endlich ein Videospiel abbekommen, das man vorbehaltlos empfehlen kann, denn hier stimmt von Technik über Design bis zur Steuerung eigentlich alles, auch wenn mich das so hoch gelobte Kampfsystem bis zum Schluss nicht so ganz faszinieren konnte. Außerdem ärgere ich mich irgendwie darüber, dass ich ständig mit einer wahrlich schicken Optik gelockt werde, von der ich dann aber oft wenig mitbekomme, weil der Detektiv-Filter einfach so wahnsinnig praktisch ist (aber die optischen Details versacken lässt).

Philip Ulc: Batman: Arkham Asylum ist der Sommer-Blockbuster des Jahres – und darf getrost auch zur Winterzeit gespielt werden. Stylish-flotte Kämpfe, coole Gadgets, teils sensationelle Bosskämpfe und alle Bösewichte Gothams, die man sich als Batman/Comicfreund wünscht. Wer auf lineare, aber pompös inszenierte Actionspiele steht, greift (Nacht-)blind zu. Allen anderen empfehle das Detektiv-Sichtgerät, mit denen Ihr spielerische Krücken von Topspielen wie Batman: Arkham Asylum unterscheidet.

Silvester schon was vor? Die neue M! Games wartet!

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Zwischen Weihnachtsgans und Chinaböller passt immer noch eine M! Games – und die erscheint rechtzeitig zum Wechsel in das (gefühlt;) neue Jahrzehnt, latent schizoid in zwei Cover-Varianten! Wir blicken zurück (auf die wichtigsten Spiele 2009), wir blicken voraus (was für Horror bringt 2010?) und wir testen die Gegenwart (unter anderem Darksiders, Saboteur und Dark Void).

 

Alles weitere, das komplette Inhaltsverzeichnis und Leseproben findet Ihr hier.

 

 

 

Die Spiele des Jahres 2009 – Platz 8 – Resident Evil 5

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Oliver Schultes: Mit einem weinenden Auge musste ich feststellen, dass Teil 5 noch mehr in Richtung Action tendiert als der Vorgänger. Die Levels gehen mehr in Richtung Technik als Horrorhaus – für alteingesessene Resi-Fans schwer zu verdauen. Hat man sich damit allerdings arrangiert, geht die Post ab: Resident Evil 5 ist bis ins Detail polierte Third-Person-Action mit großem Umfang und einem hervorragenden Koop-Modus. Ja, das komplette Spiel dürft Ihr zu zweit bestreiten! Unverbesserlichen Steuerungs-Nörglern sei an dieser Stelle gesagt: Das Spiel ist für diese Art der Pad-Kontrolle ausgelegt und schafft auch nur so diese beklemmenden Paniksituationen. Mit einer ‘Ich strafe wie in einem Ego-Shooter’-Steuerung wäre das Horror-Abenteuer nur halb so spannend und obendrein zu leicht. Und jetzt steinigt mich!

Matthias Schmid: Knallhart betrachtet ist Resident Evil 5 ein Versager – das hohe Niveau des Vorgängers verfehlte das NextGen-Debüt von Capcoms Traditionsserie klar. Zu vorhersehbar waren die Gegnerwellen, die nach dem Umlegen eines Schalters ins Level geworfen wurden, zu simpel gaben die meisten Bosse klein bei  – unterm Strich steckte einfach zu viel “Ich will wie Resi 4 sein – nur jetzt in HD” im fünften Teil. Andererseits ist das Meckern auf höchsten Niveau: Manche Schauplätze in Resident Evil 5 waren genial (z.B. die unterirdische Ruinenstadt), die Splattereffekte wunderbar saftig, die KI der computergesteuerten Sheva exzellent und die Inszenierung des Actionreißers wie aus einem Guss. Hinzu kam die spielerisch durchdachteste Koop-Erfahrung 2009 – in diesem Punkt hat Capcom alle Erwartungen erfüllt.

Thomas Nickel: Ist es jetzt ein würdiger Nachfolger der Kultserie oder nur ein halbwegs geglücktes Koop-Experiment? Darüber herrscht bis heute wenig Einigkeit unter den Fans. Ich entscheide mich für ersteres: Auch im Einspieler-Modus hatte ich dank toller Inszenierung und nach kurzer Einspielzeit guter Steuerung eine Menge Spaß mit Sheva und Chris unter der sengenden Sonne Afrikas, auch wenn’s wieder einmal nicht allzu unheimlich war. Aber gegruselt habe ich mich bei Resident Evil sowieso seit dem zweiten Teil nicht mehr.

Michael Herde: Resident Evil 5 ist definitiv ein gutes Spiel, doch mehr als Stagnation auf hohem Niveau wird nach Teil 4 und Dead Space nicht geboten. Abgesehen vom Koop-Modus natürlich, denn der ist wirklich spitze. Wenn Oliver jedoch meint, eine modernere Steuerung (bei der mein Muskel bepackter Held Chris auch mit Messer in der Hand gehen kann) würde das Panikgefühl zerstören, dann sage ich zu Capcom: Lasst euch was einfallen und passt das Spiel heutigen Gepflogenheiten an. Wer Action mag wird gut bedient, wer sich gruseln will, greift lieber zu Dead Space.

Philip Ulc: Begeistert hat mich Resident Evil 5 nicht, enttäuscht aber auch nicht – ich hatte schlicht keine Erwartungen. Seit dem Erstling spiele ich jedes Resident Evil (bis auf die Railshooter-Ableger), allerdings ist mir die Reihe immer egaler geworden. Seit Left 4 Dead will ich auch keine lahmen Zombies mehr, die nur auf eine satte Ladung Blei warten. Mir hat der fünfte Teil großen Spaß gemacht, aber nur als astreinen Action-Titel, nichts als neuester Teil einer wegweisenden Spielereihe.

Die Spiele des Jahres 2009 – Platz 9 – Colin McRae DiRT 2

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Ulrich Steppberger: Rallye-Puristen weinen wohl heute noch, denn Colin McRae DiRT 2 hat mit den Ursprüngen der Serie nicht mehr so viel zu tun. Weg mit den Solo-Prüfungen (okay, ‘weg’ im Sinne von ‘ist nur noch ein Drittel des Spiels’), her mit den trendigen Rennvarianten, bei denen sich stets mehrere Offroad-Rüpel um die Plätze balgen. Das kann man gut oder schlecht finden, auf jeden Fall funktioniert es wunderbar und sieht noch dazu erstklassig aus (wenn die Designer sich auch etwas zuviel Nachschub aus dem orange-braunen Farbtopf geholt haben). Ursprünglich habe ich mich über die zähe Struktur des hinteren Karriere-Drittels geärgert, aber nach schier endlosen Forza III-Stunden sieht man das gleich wieder viel positiver… Was übrigens bei DiRT 2 wieder ganz besonders vortrefflich gelang, war die coole Menüstruktur und in der die Anzeige der errungenen Achievements: Wieso kaum ein anderes Spiel es schafft, diese in eine schicke Ansicht mitsamt Fortschrittsbalken zu packen, bleibt mir ein Rätsel. Und die grandiose Idee, sich den Stand der Dinge von allen Freunden gleich detailliert mit anzeigen lassen zu können, das gibt’s sonst (leider) nirgends.

Matthias Schmid: Trotz der edlen Aufmachung von Forza III und der vollen Cockpitdröhnung in SHIFT war DiRT 2 mein Rennspiel des Jahres – und das obwohl ich das Trendsportsetting mit all den Skater- und BMX-Heinis als völlig unpassend empfand. Die Rennvarianten waren so erfrischend wie spannend, die Grafik superflüssig und herrlich detailliert und die Steuerung leichtgängig – gleichzeitig aber weniger feinfühlig als Race Driver GRID. Wer noch an der Qualität des Spiels zweifelt, soll einmal in Cockpitsicht durch Kroatien preschen und den Schlamm auf der Windschutzscheibe sehen – das allein ist den Kaufpreis wert.

Philip Ulc: Die Erfolgsformel lautet: Offroad-Boliden, Trendmarken wie DC Shoes, kranke Typen wie Travis Pastrana, eine Hand voll motivierender Rennvarianten und eine pfeilschnelle Engine. Fertig ist auch mein Rennspiel des Jahres. Dass ich ein Ralleyspiel-Liebhaber bin, äußert sich wohl nur darin, dass ich als begeisterter XGames-Anhänger trotzdem die klassischen Ralley-Rennen vermisse. Ein paar mehr Props in Richtung Altmeister Colin hätten nicht geschadet.

BioShock 2: Fünf Minuten unter Wasser

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Am 9. Februar 2010 erscheint der Nachfolger des Erfolgsshooters BioShock für Xbox 360 und PS3. Wenn Ihr Eure Neugier nicht mehr im Zaum halten könnt und Spoiler nicht scheut, könnt Ihr Euch die ersten fünf Minuten des Spiels im Video anschauen.

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