M! Games: Was hat Sony damals anders gemacht als Sega oder Nintendo?
Manfred Gerdes: Nintendo war in der jüngeren Zielgruppe sehr beliebt, technologisch aber abgeschlagen im Zeitalter der CD und wir hatten Spiele für die Gamer, die entweder mehr als Mario spielen wollten oder keine Lust mehr hatten, sich alle paar Monate eine neue Grafikkarte zu kaufen, um ihren PC aufzurüsten. Sega war etwas früher auf dem Markt und hat seine Fans von der Arcade-Fraktion abgeholt. Aber PlayStation hatte sich softwareseitig den Publishern geöffnet und ein für alle Beteiligten lukratives Geschäftsmodell aufgesetzt, deshalb hatten wir bei allem Programmierungs-Genörgel sehr schnell eine Vielfalt an interessanten Softwaretiteln, die uns binnen kürzester Zeit bei den Gamern sehr beliebt machte. Die lieben Wettbewerber kümmerten sich auch mehr um uns als um den Gamer, somit hatten wir immer die Nase ein Stück weit vorne.
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M! Games: Welche Features der Hardware waren in Ihren Augen die größten Faktoren für den Erfolg der PlayStation?
Manfred Gerdes: Mir klingt es noch im Ohr, in jedem Hardware-TV-Spot stellten wir die CD-ROM-Technologie heraus, ich denke das war es. Dass da so ein Deckel aufging und man eine CD einlegen konnte, das war für den Gamer einfach die bessere Technologie. Aber jede Lampe braucht auch Öl und unser Öl war die Software, damit waren wir unschlagbar.
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M! Games: Welche Rolle nimmt für Sie die PlayStation in der Games-Geschichte ein?
Manfred Gerdes: Es war nicht die PlayStation, es war der Videogames-Gott, der in Form von Ken Kutaragi auf die Welt gekommen ist und mit seinem Konzept und seiner Strategie es ermöglichte, die PlayStation so zu entwickeln, aber auch weltweit stringent zu vermarkten. Ich denke, ohne Ken und seine Visionen wäre das Thema Videogames nicht so bedeutend geworden.
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M! Games: Wie wichtig war der deutsche Markt für Sony?
Manfred Gerdes: Deutschland war und ist nach wie vor der umkämpfteste Markt in Europa, mit sehr vielfältigen Handelsstrukturen, die jede für sich zunächst einmal überzeugt werden muss, deshalb war die Bedeutung sehr hoch. Die grundsätzliche Spieleaffinität war in England wesentlich größer, aber auch in Frankreich, weil es zu dem Zeitpunkt viele französische Spieleentwickler gab, wodurch das Image von Videogaming nicht so negativ betrachtet wurde.









Tolles Interview, sympathischer Mann!Diese Aussage allerdings…Wir haben uns nie öffentlich zu unseren Wettbewerbern geäußertDa hat sich der von Manfred hoch gelobte Kutaragi zuletzt jedenfalls auf seiner Arroganzwelle zu anderen Aussagen hinreißen lassen: http://www.engadget.com/2005/05/25/xbox-360-xbox-1-5-kutaragi-trashtalkin/Dennoch gebührt Ken viel Respekt, ohne Frage. Das er uns die PlayStation gebracht hat, dafür bin ich ihm sehr dankbar!
Die ganzen Sony Artikel gab es bereits in der M!Games zu lesen. Was sie natürlich nicht schlechter macht. Läuft wohl unter Synergieeffekte.
Gutes Interview.Aber ich weiß´nicht, ob ich das nicht schon bei Euch gelesen habe… Kam mir irgendwie bekannt vor.War das zum 25jährigen Jubiläum der M!Games/Maniac?
Was der gute Manfred wohl zum deutschen PSN Store sagen würde ^^Schönes Interview 🙂 Er hat schon recht, zu PSX Zeiten hat Sony viel gemacht, alleine die Zubehör Auswahl war gigantisch, obwohl man nie mehr als den Standard Controller brauchte. Hab den guten Manfred damals bei Giga Games zur Start der PS2 auch “”live”” gesehen, ich mochte ihn.