M! Games: Wie empfanden Sie die Berichterstattung über die PlayStation in den Medien bzw. die Akzeptanz Ihres Produkts und Ihres Unternehmens in der Gesellschaft?
Manfred Gerdes: Eigentlich änderte sich das Image von Videogames zum Positiven, auch durch die Games Convention, die wir ins Leben gerufen haben. Ich kann mich noch genau an die Skepsis von Chris Deering (CEO von SCEE, Anm. d. Red.) erinnern, der mich in einem Budgetmeeting fragte, ob ich wirklich vom Erfolg einer solchen Messe in Deutschland überzeugt sei und ob es nicht besser wäre, das Geld in Kommunikation zu investieren. Mit der GC wurde das mediale Interesse geweckt, plötzlich kamen Fernsehsender auf uns zu, die Tagespresse berichtete über Videogames und die ganze Branche bekam plötzlich sehr viel mehr Aufmerksamkeit und Respekt. Auch wenn es Rückschläge gab, die medial gegen die Branche verwendet und politisch publizistisch genutzt wurden – Leipzig wurde zum Mekka der Videogamer und wir konnten endlich Bilder von den Menschen zeigen, die Videogames für sich entdeckt haben.
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M! Games: An welches PlayStation-Spiel denken Sie mit größter Freude zurück?
Manfred Gerdes: Da gibt es eine ganze Reihe von Topsellern, aber für mich ist Gran Turismo stets eine Messlatte gewesen, die die Power der PlayStation immer aufs Neue eine Stufe höher gelegt hat.
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M! Games: Und mit welchem PlayStation-Spielemacher hatte man seinen größten Spaß?
Manfred Gerdes: Das war wohl Eidos vom Spaßfaktor, aber ohne EA, Ubisoft, Activision, Konami, Square, Namco, Disney, Capcom, THQ, Take 2 und viele andere Spielemacher wäre die Branche heute nicht da, wo sie ist. Insbesondere hatten wir zusammen immer unseren Spaß, wenn wir GC-Meetings in Leipzig abhielten und uns gegenseitig auf den Arm und in die Arme genommen haben. Und da möchte ich auch ausdrücklich die Kollegen von Nintendo, Microsoft und Sega miteinbeziehen. Wir haben in der Sache immer heftig gestritten, aber wir haben uns eventuell auch deshalb immer außerordentlich gut verstanden. Ich weiß noch, dass anfänglich die Mitarbeiter der Leipziger Messe nie so genau wussten, was sie da hörten und sahen, denn das hatten sie noch in keiner Branche erlebt.
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M! Games: Welche Lehren aus den PlayStation-Jahren kamen Ihnen bei der PS2-Veröffentlichung zugute?
Manfred Gerdes: Der Handel hatte begriffen, dass man mit Videogames ein gutes Geschäft machen konnte und wir haben sie mit Informationen über die Markteinführung in Japan und in den USA versorgt, damit sie am Day One der PS2 am liebsten den ganzen Bestand für sich alleine gekauft hätten. Wir konnten einen fulminanten Start hinlegen, auch wenn es um den Verkaufspreis von 869 Mark viele Diskussionen gab. Ich denke, wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und die PS2 strategisch sowie taktisch gut vom Start weg positioniert.









Tolles Interview, sympathischer Mann!Diese Aussage allerdings…Wir haben uns nie öffentlich zu unseren Wettbewerbern geäußertDa hat sich der von Manfred hoch gelobte Kutaragi zuletzt jedenfalls auf seiner Arroganzwelle zu anderen Aussagen hinreißen lassen: http://www.engadget.com/2005/05/25/xbox-360-xbox-1-5-kutaragi-trashtalkin/Dennoch gebührt Ken viel Respekt, ohne Frage. Das er uns die PlayStation gebracht hat, dafür bin ich ihm sehr dankbar!
Die ganzen Sony Artikel gab es bereits in der M!Games zu lesen. Was sie natürlich nicht schlechter macht. Läuft wohl unter Synergieeffekte.
Gutes Interview.Aber ich weiß´nicht, ob ich das nicht schon bei Euch gelesen habe… Kam mir irgendwie bekannt vor.War das zum 25jährigen Jubiläum der M!Games/Maniac?
Was der gute Manfred wohl zum deutschen PSN Store sagen würde ^^Schönes Interview 🙂 Er hat schon recht, zu PSX Zeiten hat Sony viel gemacht, alleine die Zubehör Auswahl war gigantisch, obwohl man nie mehr als den Standard Controller brauchte. Hab den guten Manfred damals bei Giga Games zur Start der PS2 auch “”live”” gesehen, ich mochte ihn.